Anpfiff!

Technik für eine ungetrübte Fußball-WM

Praxis & Tipps | Praxis

„Ecke Özil. Er läuft an, schießt. Hummels steigt zum Kopfball hoch …“ Standbild! Nichts ist nerviger, als eine spannende Szene wegen eines Mobilfunklochs oder akuter WLAN-Schwäche zu verpassen. Ach doch, da gibts noch etwas: Wenn die Nachbarn schon jubeln, während sich Özil auf dem eigenen Fernseher noch den Ball zurechtlegt.

Tooor!!! … Toor!! …. Tor? Dass Fußball-Fans vor ihren Fernsehern nicht mehr wie aus einer Kehle über Tore jubeln, ist seit der Verbreitung der digitalen TV-Übertragung normal. Inzwischen liegen zwischen live und „live“ bis zu 90 Sekunden. Wer zuerst jubeln will, muss über Satellit gucken, analoges (!) Radio hören oder sich einfach gut gegen den Nachbarschaftslärm abschotten – wahlweise durch Verrammeln der Fenster oder durch genügend Abstand, was bei 330 m/s Schallgeschwindigkeit ein ganzes Stück wäre. Je nachdem, von welchem der beiden öffentlich-rechtlichen Sender (ARD und ZDF übertragen alle Spiele) das jeweilige Match ausgestrahlt wird, ergeben sich unterschiedliche Verzögerungen: Beim Ersten jubeln die SD-Zuschauer etwas früher, beim ZDF die HD-Zuschauer. Kurz danach kommt DVB-T; Kabelkunden gucken immer hinterher, inzwischen sogar bei analogem Empfang. Je nach Kabelnetz-Provider fallen die Latenzen verschieden aus; wir haben exemplarisch Kabel Deutschland herausgegriffen. Zuschauer, die das IPTV-Angebot Entertain von der Telekom gebucht haben, jubeln noch etwas später. Hinzu kommen Verzögerungen von bis zu mehreren Sekunden durch die Bildaufbereitung der Empfangsgeräte.

Wer am lauen Sommerabend im Garten – und vielleicht mit einem in dieser Artikelstrecke vorgestellten hellen Beamer – die Spiele verfolgen will, zieht am besten ein langes Antennenkabel; die gibts in verschiedenen Qualitäten ab 30 Cent pro Meter mit passenden F-Steckern für Satellit und Kabel im Handel. Dann klappts auf jeden Fall auch mit HD. IPTV-Kunden (z. B. Telekom Entertain) und Besitzer von Netzwerk-Tunern – etwa aus Elgatos Netstream-Serie, Silicon Dusts HDHomeRun oder ein Sat-IP-Gerät – können freilich auch ein Ethernet-Kabel verlegen oder es über WLAN probieren. Solange nur der Freundeskreis mitguckt, ist alles ok. Wenn die Nachbarschaft oder der Verein eingeladen werden soll, müssen Sie ein paar Spielregeln für Viewing-Partys beachten. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

weiterführende Links

Videos