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Einsteiger-Arduino mit ARM-Chip

Auch in der Arduino-Welt sind die Tage der 8-Bit-Prozessoren gezählt: Mit dem Arduino Zero bekommt nun auch das Einstiegsmodell der Bastelplattform einen 32-bittigen ARM-Prozessor von Atmel (SAM D21). Dessen Kern Cortex-M0+ taktet mit 48 MHz und hat Zugriff auf 32 KByte RAM sowie 256 KByte Flash-Speicher. Zum Vergleich: Auf dem 2010 vorgestellten Arduino Uno saß ein Atmega328 mit 2 KByte RAM und 32 KByte Flash, dessen 8-Bit-AVR-Rechenwerk mit 20 MHz lief. Bislang hatte nur der Ende 2012 eingeführte Arduino Due einen ARM-Prozessor (Cortex-M3).

Abgesehen vom Mikrocontroller unterscheiden sich Arduino Zero und Uno kaum: Sie haben dasselbe Format und die gleichen Steckverbinder für Erweiterungen (Shields). Allerdings darf man – wie auch beim Arduino Due – nur noch R3-Shields mit 3,3-Volt-Pegeln stecken. Wie der große Bruder besitzt das Zero zwei USB-Anschlüsse, neu hinzugekommen sind ein JTAG-Port und ARMs Debug-Schnittstelle SWD.

Erste Prototypen des Arduino Zero gab es auf der Bay Area MakerFaire 2014 zu sehen. Allerdings fehlen konkrete Aussagen zu Preis und Liefertermin – ein sonst gut informierter deutscher Arduino-Vertriebspartner kannte den Zero nur aus den Medien. Auch der Shop der Arduino-Webseite listet ihn noch nicht. Der Vorgänger Uno ist dort übrigens momentan „out of stock“. (bbe)

Mikroserver: 20 Blades auf 2 Höheneinheiten

Intels Serverprozessor Atom C2750 alias Avoton vereint acht Silvermont-Prozessorkerne und viele Schnittstellen in einem System-on-Chip. Die Ettlinger Firma Rausch Netzwerktechnik packt beim Blade-System Tormenta MegaCore 20 Einschübe mit je einem Avoton-Chip und zwei 2,5-Zoll-Festplatten in ein Chassis mit zwei Rack-HE Bauhöhe. So passen in einen Schrank mit 40 HE insgesamt 400 einzelne Server mit zusammen 3200 x64-Prozessorkernen.

Bei der Ausstattung sind freilich Abstriche nötig. So stehen zwar an jedem Mikroserver zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse bereit, die Fernwartung – dafür ist der gängige Baseboard Management Controller Aspeed AST2400 zuständig – nutzt aber einen davon mit. Jeder Atom C2750 bindet zwei SO-DIMM-Slots an, also derzeit maximal 16 GByte pro Maschinchen. Mit künftigen 16-GByte-ECC-SO-DIMMs sollen es 32 GByte werden.

Jeder Server bietet noch frontseitige Anschlüsse für ein VGA-Display und zwei USB-2.0-Geräte und an der Rückseite je einen COM-Port (RS-232). Im Chassis stecken zwei 1200-Watt-Netzteile. Preise und Liefertermine nennt Rausch bisher nicht. (ciw)

AMD: Embedded-Kaveri für einarmige Banditen

So wie sich der Weißkopfseeadler auf seine Beute stürzt, soll auch AMDs neuer Prozessor Bald Eagle in Intels Embedded-Revier wildern. Für die zweite Auflage der „R-Serie“ kombiniert AMD ein oder zwei Steamroller-Module (je zwei CPU-Kerne) und eine Grafikeinheit aus der GCN-Baureihe. Die hat bis zu acht Compute Units zu je 64 Shader-Cores.

Damit ähneln die Embedded-Chips zum Einlöten sehr den Kaveri-Prozessoren für Desktop-PCs mit der Fassung FM2+. Beide nutzen dieselben Grundbausteine und entstehen in einem 28-nm-Prozess. Allerdings muss sich die Embedded-Variante mit einer sehr viel geringeren TDP begnügen. Die Dual-Cores dürfen maximal 17 Watt verheizen, die Quad-Cores 35 Watt. Über die Custom TDP darf der Systemhersteller die Leistungsaufnahme auf 15 respektive 30 Watt begrenzen. Laut Datenblatt erreichen die Bald Eagles mit bis zu 3,6 GHz ähnliche Taktfrequenzen wie die Desktop-Varianten, allerdings nur im Turbo-Betrieb und bis zum Erreichen der TDP. Kurzum: Bei Volllast takten sie sicherlich erheblich niedriger.

Allerdings setzt AMD ohnehin darauf, dass bei Spielautomaten und digitalen Werbetafeln (digital Signage), in der medizinischen Bildverarbeitung sowie der Industrieautomation viel Arbeit auf die Grafikeinheit entfällt. Für diese Märkte führt der Chef von AMDs Embedded-Sparte Scott Aylor an, dass die R-Serie in den Disziplinen „Compute“, „Grafik“ und „Performance pro Watt“ einzigartig sei. Dabei geht er implizit davon aus, dass die Algorithmen einerseits sehr gut parallelisierbar sind und andererseits bereits für die Hybrid System Architecture (HSA) portiert wurden – etwa auf OpenCL. Für Standardsoftware trifft das derzeit allerdings nicht zu. Die läuft nach wie vor primär auf der CPU und oft genug sogar nur auf einem einzigen Kern derselben. Dann dürfte aus dem von AMD mit dem BasemarkCL ermittelten 46-prozentigen Vorsprung des RX-427BB gegenüber einem Core i7-4765T ein deutlicher Rückstand werden.

Damit sieht es im Embedded-Markt letztlich ähnlich aus wie bei Desktop-PCs: Kommt es auf reine CPU- oder gar Single-Thread-Performance an, hat Intel die Nase vorn. Bei grafiklastigen Benchmarks oder mit OpenCL-Software punktet AMD. (bbe)

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