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Ruckelfrei spielen – demnächst sogar in 4K?

Gamer kennen das Problem: Mit zunehmender Geschwindigkeit und mehr Bilddetails bricht die Framerate ein – die Monitoranzeige ruckelt. Nvidia, AMD und nun auch die VESA wollen künftig GPU und Display im Gleichtakt laufen lassen und so der Ruckelei ein Ende setzen. AMD setzt auf das kürzlich standardisierte Verfahren der VESA, Nvidia will dagegen mit G-Sync einen eigenen Standard etablieren.

Mit Adaptive-Sync der VESA (Video Electronics Standards Association), das ab sofort Teil des DisplayPort 1.2a ist und auf dem auch AMDS FreeSync beruht, sollen LCDs ihre Bildwiederholfrequenz dynamisch an die Bildausgabe der Grafikkarte anpassen und immer dann neue Bilddaten in die Pixelelektronik schreiben, wenn die GPU ein neues Bild gerendert hat – unabhängig davon, ob diese 140 Frames pro Sekunde (fps) liefert oder nur 20.

Technisch soll das Ganze durch Anpassung der vertikalen Synchronisation, genauer über das Blanking-Intervall als Teil der Bildlaufzeit realisiert werden. Adaptive-Sync- respektive FreeSync-kompatible Displays nutzen den DisplayPort 1.2a und intern ein vergleichbares Protokoll: Für Notebooks den embedded DisplayPort (eDP) und bei Monitoren den Internal DisplayPort (iDP) beziehungsweise den sogenannten Direct Drive Monitor (DDM) – beide Monitorvarianten sind aktuell sehr rar beziehungsweise nicht verfügbar. AMD rechnet deshalb frühestens in einem halben Jahr mit FreeSync-kompatiblen Geräten.

Nvidia ist mit seinem proprietären G-Sync – das ebenfalls an der vertikalen Synchronisation dreht – anscheinend deutlich fixer. So hat Acer jüngst einen G-Sync-kompatiblen Monitor angekündigt: Der XB280HK zeigt 3840 × 2160 Pixel, hat eine Diagonale von 28 Zoll respektive 71 Zentimeter und soll bei der Bildwiedergabe weder Ruckler noch Latenzen erzeugen. Um die adaptive Bildsynchronisation mit GeForce-GTX-Karten kümmert sich im XB280HK ein G-Syc-kompatibles Modul – es übernimmt die Skalierung der am DisplayPort eingehenden Videosignale fürs LCD-Panel. Das Modul ersetzt offenbar die interne LVDS-Ansteuerung und übernimmt dabei quasi den Part des VESA-standardisierten eDP beziehungsweise iDP. Ob allerdings tatsächlich eine komplett ruckel- und latenzfreie Taktung zwischen Monitordarstellung und GPU-Ausgabe erreicht werden kann, scheint fraglich.

Der Grund: Insbesondere bei 4K-Auflösung mit 3840 × 2160 Bildpunkten können die von der GPU berechneten Frames erheblich einbrechen – im c’t-Spieletest von 4K-Monitoren (c’t 10/14, S. 124) sackten die fps selbst mit Top-Grafikkarten unter 30, mitunter schafften die GPUs je nach Spiel gerade mal 10 Frames in der Sekunde. Nvidia hat für G-Sync Wiederholfrequenzen von 30 bis 144 Hz spezifiziert.

Ruckeln oder flimmern

An diesen Spannen könnten gerade schnelle Gaming-LCDs scheitern, denn deren Flüssigkristall ist auf flinke Zustandswechsel getrimmt. Wenn ihr Bild nur alle 33 oder gar 100 Millisekunden aktualisiert wird, hat sich die Helligkeit der Bildpunkte bereits leicht verändert – entsteht dadurch unangenehmes Bildflirren, hat man den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. In der Acer-Mitteilung zum XB280HK heißt es „Eliminates screen tearing and minimizes stutter and input lag“ – komplett ruckel- und latenzfrei laufen Games mit dem G-Sync-Monitor demnach nicht.

Die Helligkeit des nichtspiegelnden XB280HK soll sich über einen großen Bereich verstellen lassen. Als Einblickwinkel spezifiziert Acer 170 Grad horizontal und vertikal – das deutet auf ein TN-Panel hin. Das Display ist seitlich drehbar und in der Höhe verstellbar, als Anschlüsse stehen DisplayPort 1.2 und ein USB-Hub mit vier Peripherieanschlüssen bereit. Der XB280HK soll hierzulande noch im zweiten Quartal ausgeliefert werden – also spätestens am 30. Juni. Einen Preis nennt Acer noch nicht.

Neben Acer hat auch Asus G-Sync-kompatible Monitore in der Pipeline: Der VG249QE zeigt Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) und 24 Zoll (61 cm) in der Diagonale. Allerdings rechnet Asus Deutschland nicht vor dem dritten Quartal mit dem Monitor.

Früher sollte der RoG Swift PG278Q eintrudeln: Der 27-Zoll-Monitor (68 cm) aus Asus’ Gaming-Serie Republic of Gamers zeigt 2560 × 1440 Bildpunkte und soll am DisplayPort ebenfalls G-Sync-kompatibel sein. Asus hat ihn erstmals auf der CES im Januar vorgestellt. Sein 120-Hz-Panel mit 350 cd/m2 Leuchtdichte ist höhenverstellbar und drehbar, die Grauschaltzeiten sollen bei nur 1 Millisekunde liegen. Damit dürfte der Monitor nicht nur Nvidia-Fans ansprechen. Preislich könnte der RoG bei 800 Euro liegen – auf der CES wurde er mit 800 US-Dollar angepriesen. Genaueres konnte uns Asus aber weder zum Preis noch zur Verfügbarkeit des PG278Q sagen. (uk)

Office-Monitor mit 5:4-Format

Das klassische Monitor-Format von 4:3 oder 5:4 hat noch immer einige treue Anhänger – zumindest unter gewerblichen Nutzern. Beispielsweise auf Leitständen oder bei Kassensystemen reicht der Platz für Displays im 16:9-Format oft nicht aus und viele günstige und kleine Full-HD-Schirme nutzen TN-Panels mit starker Blickwinkelabhängigkeit.

Mit dem S1933 will Eizo diese Nutzer bedienen: Der 19-Zöller (rund 48 cm) mit 1280 × 1024 Bildpunkten hat ein mattiertes IPS-Panel, sodass sich auch aus größeren Einblickwinkeln die Bildqualität gar nicht oder nur unwesentlich verschlechtern dürfte. Eizo verspricht beim handlichen S1933 eine mittlere Leistungsaufnahme von lediglich 12 Watt, bei maximaler Display-Helligkeit von 250 cd/m2 benötigt der Schirm 24 Watt. Sofern man den Helligkeitssensor aktiviert, der die Schirmhelligkeit automatisch an das Umgebungslicht anpasst, dürfte man diesen Maximalwert eher selten erreichen.

Neben der DVI-D-Schnittstelle für den Digitalbetrieb steht auch eine Sub-D-Buchse für analoge Signale bereit. Will man die im S1933 integrierten Lautsprecher nutzen, muss man den Ton mit einem Klinkenkabel zum Monitor übertragen. Wie bei Office-Monitoren üblich, rüstet Eizo den 19-Zöller mit einem Standfuß aus, auf dem sich das Display neigen, drehen und um 10 Zentimeter in der Höhe verstellen lässt. Der S1933 ist ab sofort für 270 Euro inklusive fünfjähriger Garantie erhältlich. (spo)

Virtual-Reality-Brille von Samsung

Nachdem Virtual Reality lange Zeit ein Nischenthema war, wittern nun auch die großen Unterhaltungs-Elektronikhersteller Morgenluft: Nach Sony („Project Morpheus“) will nun laut übereinstimmender Berichte des Technik-Blogs Engadget und des Magazis Business Insider auch Samsung eine Virtual-Reality-Brille auf den Markt bringen.

Die Samsung-Brille soll mit der nächsten Generation der Galaxy-Mobilgeräte des Herstellers zusammenlaufen. Es heißt, dass Samsung ein OLED-Display verwenden will – das würde für satte Schwarzwerte und hohe Bildkontraste sorgen. Weitere Details gibt es nicht. So ist bislang noch unklar, ob Mobilgerät und Virtual-Reality-Brille per Kabel oder drahtlos miteinander kommunizieren. Wann das Gerät in die Läden kommt, steht ebenfalls in den Sternen.

Spannend wird nun, welches Unternehmen die erste VR-Brille auf den Markt bringt. Ausgelöst wurde der aktuelle Virtual-Reality-Hype vor rund zwei Jahren von dem (damals) kleinen Unternehmen Oculus, das seitdem mit unterschiedlichen Entwickler-Versionen seiner Rift-Brille für Furore sorgt. Im März übernahm Facebook das Unternehmen überraschend für 2,3 Milliarden US-Dollar – laut Oculus brauche man viel Geld für einen Marktstart der Consumer-Version der Brille. Einen Termin dafür hat das Unternehmen aber noch nicht genannt. (jkj)

Google-Glass: In Zukunft modischer?

Google legt seine Datenbrille Glass in die Hand einer Marketing-Expertin mit Erfahrung in der Mode-Branche. Zur Chefin des Glass-Projekts wurde Ivy Ross ernannt, die zuvor bei den Mode-Labels Calvin Klein und Gap sowie dem Optik-Giganten Bausch & Lomb gearbeitet hat. Bislang hatten bei dem Projekt eher Techniker wie Google-Mitgründer Sergey Brin und Entwickler Babak Parviz das Sagen.

Die Personalie ist der bisher deutlichste Hinweis auf die Vorbereitung einer breiten Markteinführung der Datenbrille. Das sehr futuristische Aussehen der Glass kommt zwar bei Technikfreaks an, die breite Masse mag es aber lieber dezenter, vermuten jedenfalls Marktbeobachter. So zitiert die US-Website deezen.com den renommierten Designer Marc Newson mit den Worten: „[Glass] sieht ziemlich dämlich aus, ein bisschen wie ein Segway-Roller: Die Technik ist fantastisch, aber du siehst aus wie ein kompletter Idiot, wenn du damit rumfährst.“

Erst vor Kurzem hatte Google den Verkauf der Glass – noch als Teil der Beta-Phase für Entwickler – in den USA freigegeben. Die vorhandenen Datenbrillen werden dort abverkauft, solange der Vorrat reicht. Für den Massenmarkt dürfte die Glass zumindest noch ein bisschen überarbeitet werden. (vbr/jkj)

Zenimax verklagt Oculus

Der Spieleentwickler Zenimax hat Klage gegen Oculus VR und dessen Mitgründer Palmer Luckey eingereicht. Der Vorwurf lautet auf Diebstahl von Betriebsgeheimnissen; außerdem sollen Schutzrechte von Zenimax verletzt worden sein.

Der Streit entbrannte an Spiele-Entwickler John Carmack. Carmack ist einer der Gründer von id Software, die seit 2009 zu Zenimax gehören; er verließ das Unternehmen endgültig im November 2013. Drei Monate zuvor hatte er bereits als Technikchef bei Oculus angeheuert. Seit 2012 hätten er und andere id-Mitarbeiter die Entwicklung der VR-Brille von Oculus substanziell unterstützt, lautet die Klageschrift. Dabei sollen patentgeschützte Techniken, Programmcodes und ähnliches Know-how aus dem Besitz von Zenimax eingeflossen sein – trotz Verschwiegenheitsvereinbarung.

Ohne diese Schützenhilfe wäre Oculus Rift kaum so schnell zu einer funktionalen Beta gekommen, argumentiert Zenimax. Die im März dieses Jahres bekannt gegebene Übernahme von Oculus durch Facebook sieht Zenimax als Bestätigung für den hohen Wert seines verletzten geistigen Eigentums. Der Übernahmedeal hatte ein Volumen von rund 2,3 Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro).

Oculus hat die Vorwürfe, die vor wenigen Wochen erstmals öffentlich erhoben wurden, rundheraus zurückgewiesen. Auch Carmack verwahrte sich dagegen, via Twitter teilte er unter anderem mit, dass Oculus nicht eine Zeile von dem Code nutze, den er damals für Zenimax geschrieben habe.

Oculus hat aber auch eine erfreulichere Personalie zu vermelden: Das Unternehmen konnte Adrian Wong, einen der leitenden Entwickler des Google-Glass-Projekts, für sich gewinnen. (axk/jkj)

Kleiner 4K-Monitor mit viel dpi

Nach Dell bietet nun auch NEC einen 4K-Monitor an, der mit einer Diagonalen von 24 Zoll (61 cm) auch auf kleineren Schreibtischen Platz findet. Da der EA244UHD die 3840 × 2160 Pixel der UHD-Auflösung auf einer kleineren Fläche unterbringt, löst er mit 185 dpi (Dots Per Inch) feiner auf als die meisten aktuell erhältlichen 4K-Displays.

Für das IPS-Panel des EA244UHD verspricht NEC große Einblickwinkel und einen großen Farbraum – demnach sollten wie bei Wide-Color-Gamut-Displays üblich vor allem Rot- und Grüntöne besonders satt aussehen. Für den 4K-Betrieb mit einer Bildwiederholrate von 60 Hz stehen zwei DisplayPort-Eingänge bereit. Darüber lassen sich auch Signale mit einer Farbtiefe von 10 Bit zuspielen; per HDMI sind derzeit nur 8 Bit möglich. Intern rechnet das Display unabhängig vom gewählten Eingang mit einer Genauigkeit von 14 Bit, um eine natürliche Wiedergabe sehr feiner Farb- und Helligkeitsunterschiede zu gewährleisten.

Darüber hinaus lässt sich der Schirm auch über zwei HDMI- und zwei DVI-Buchsen ansteuern, wobei durch die geringere Bandbreite die Bildwiederholrate bei 4K auf 30 Hz beschränkt bleibt. Einer der HDMI-Eingänge unterstützt auch den MHL-Standard: Man kann den Bildinhalt MHL-fähiger Smartphones auf den 24-Zöller spiegeln. Dank integrierter Lautsprecher gibt der EA244UHD dabei auch den Ton aus.

Als weitere Extras bietet der 24-Zöller einen USB-3.0-Hub mit drei Ports. Er lässt sich auf seinem Standfuß drehen, neigen und in der Höhe verstellen, ein Helligkeitssensor passt auf Wunsch die Leuchtdichte des Displays automatisch an die Lichtverhältnisse der Umgebung an. Die maximale Helligkeit beziffert NEC auf 350 cd/m2, was auch für sehr helle Räume ausreicht. Der Kontrast soll 1000:1 betragen.

Der EA244UHD soll ab Juni für 1500 Euro erhältlich sein. Sein Listenpreis liegt zwar 400 Euro über dem des gleichgroßen UHD-Monitors von Dell, doch dafür ist NECs EA244UHD auch deutlich besser ausgestattet als Dells UP2414Q. (spo)

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