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Dem Druck der Masse nachgeben

Editorial „Sehen und gesehen werden“, Christof Windeck über Wildkameras, c’t 13/14, S. 3

Sie schreiben: „Datenschutz ist eine mühselige Sache, weil alle mitmachen müssen“ – das ist richtig. Und wie Sie ebenfalls richtig erkannt haben, wollen eben nicht alle mitmachen. Urlaubsschnappschüsse landen bei Facebook und Flickr und werden vom Nutzer gleich selbst getaggt. Ich bin auch ein solcher Nutzer. Ich filme auch fleißig mit meiner Google-Glass-ähnlichen Videobrille und stelle viele dieser Videos natürlich ins Netz.

Vor 25 Jahren, auf den Straßen in Leipzig und Ost-Berlin, riefen die Menschen „Wir sind das Volk“. Heute ruft das Volk „Datenschutz ist uns egal, wir wollen uns sozial vernetzen“. Die c’t kann natürlich weiter gegen den Willen des Volkes wettern. Aber wenn Sie so einsichtig sind, wie es damals in Ost-Berlin Mielke und Schabowski waren, geben Sie dem Druck der Masse lieber nach.

Eberhard Blocher

Nicht aus Steuern finanziert

Zum Leserbrief von Harald Guggenmos, c’t 13/14, S. 10

Die Telekom legt die Entgelte für Leistungen gegenüber ihren Mitbewerbern nicht selbst fest. Sie muss als reguliertes Unternehmen ihre Kalkulation der Bundesnetzagentur (BNetzA) vorlegen. Diese entscheidet dann über die tatsächliche Höhe. Der an die Telekom fließende Anteil kann nicht allzu hoch sein, wenn Mitbewerber Telefon- und Internet-Flat mit bis zu 6 MBit/s für rd. 20 /Monat anbieten und davon noch überleben können.

Die zitierte „Deutsche Post“ war eine Einrichtung der DDR. Die monatliche Grundgebühr lag zu jener Zeit nach meiner Erinnerung bei 27,50 DM. Die Deutsche Bundespost teilte sich organisatorisch und haushaltstechnisch in Postdienst (Briefe, Pakete), Postbankdienst und Fernmeldedienst. Der Postdienst arbeitete defizitär; der Fernmeldedienst erzielte Gewinne, die teilweise zum Ausgleich der Verluste des Postdienstes dienten. Die verbleibenden Verluste wurden tatsächlich durch Zuschüsse aus Steuergeldern kompensiert. Der Ausbau des Kommunikationsnetzes wurde zu keiner Zeit mit Steuergeldern finanziert. Hierzu musste der Fernmeldedienst Anleihen „begeben“, die recht ansehnlich verzinst wurden. Die noch laufenden Anleihen musste bei ihrer Gründung die Telekom übernehmen und zurückzahlen sowie noch für einige Jahre Verluste der Post AG ausgleichen. Des Weiteren: im Zuge der Digitalisierung musste die Telekom fast das komplette Fernkabelnetz mit der vor- und nachgelagerten Technik erneuern und erweitern, wie sonst sollten heute die enormen Datenmengen über Trägerfrequenzsysteme der 60er-Jahre übertragen werden?

Siegfried Aust-Hartwich

Selbst gebastelt flexibler

Klein, aber oho!, Kompakte Rechner und PC-Barebones mit vielen Schnittstellen, c’t 13/14, S. 100

Mein Mini-PC-Bauvorschlag für die c’t-Redaktion, absolut lautlos, fix und variabel bestückbar: Ich verwende das 80-Euro-Gehäuse Akasa Euler mit integrierten Kühlrippen, darin einen Core i3-4330T (35 Watt) auf dem Asus-Mainboard H81T, gespeist von einem 19-Volt-Netzteil von Leicke. Es lassen sich eine mSATA-SSD und ein 2,5-Zoll-Laufwerk einbauen sowie zwei Speichermodule. Stromverbrauch: ruhender Desktop zirka 11 bis 14 Watt bei richtigen Treibern und BIOS-Setup-Einstellungen. Volllast etwa 60 Watt, dann wird das Gehäuse ziemlich warm – aber das kommt in der Praxis selten vor. Nachteile: Das Gehäuse ist ziemlich schwer, besitzt keine zusätzlichen USB-Ports und darf nicht abgedeckt werden. Es lässt sich aber mit einer VESA-Halterung hinter den Monitor hängen. Kosten: Etwa 500 Euro inklusive 8 GByte RAM und 250-GByte-SSD, aber ohne Betriebssystem.

Andreas Gläser

Teufelswerk Powerline

Spurwechsel, WLAN-Powerline-Adapter vergrößern die Funkabdeckung daheim, c’t 13/14, S. 108

Es ist immer wieder sehr bedauerlich, dass Sie über den unsäglichen Powerline-Technikschrott berichten, ohne ein Wort über die eklatanten Nebenwirkungen. Bei Powerline-Adaptern werden hochfrequente Signale (2 bis 68 MHz und höher) auf ungeschirmte Stromleitungen gelegt. Diese verhalten sich bei diesen Frequenzen wie große Antennen, die die Signale weiträumig abstrahlen.

Durch diese Adapter werden andere Funkdienste (z. B. Radiorundfunk, Amateurfunk, Flugfunk etc.) gestört! Folge daraus kann sein, dass die Bundesnetzagentur mit ihrem Messwagen vor der Tür steht und diese Adapter außer Betrieb nehmen muss. Im Gegensatz dazu sendet z. B. WLAN nur in den dafür vorgesehenen Frequenzbereichen und stört so keine Funkanwendungen Dritter.

Ernstzunehmende Computer- und Technikzeitschriften sollten alles tun, um über die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Technik aufzuklären, und sich ganz klar gegen diese Technik aussprechen.

Manuel Gerhardt

Das Störpotenzial von Powerline-Datenübertragung haben wir zuletzt ausführlich in c't 2/11, Seite 84 thematisiert (siehe c’t-Link). Seither ist die absolute Zahl gemeldeter Störungen von 16 auf 20 pro Jahr angestiegen, angesichts 6000 bis 7000 Meldungen pro Jahr aber weiterhin extrem niedrig. In keinem Fall hat die Bundesnetzagentur eine Anordnung zur Abschaltung ausgesprochen, alle Powerline-Störungen ließen sich unkompliziert beseitigen.

Verunsicherung

Wandelbare Verwaltungsmaschine, Das leistet die „Management Engine“ in Intel-Chipsätzen, c’t 13/14, S. 138

Ihr Artikel zur Intel-ME hat mich einigermaßen verunsichert. Bisher fühlte ich mich als Linux-only-User einigermaßen auf der sicheren Seite. In meinem PC werkelt ein Core i5-750 auf einem Gigabyte-Board GA-P55A-UD3 mit Lubuntu 12.04 – damit gehört er wohl zum Kreis der Verdächtigen.

Mir ist es aber nicht gelungen, irgendeinen Hinweis auf die in Ihrem Artikel erwähnten Schnittstellen zu entdecken. Auch ein versuchsweiser Win-7-Start brachte nichts zum Vorschein, was Ihr Artikel erwähnte.

Ob Linus und seine Mitstreiter das immer gleich entdecken würden? Der OpenSSL-Bug lässt mich da zweifeln. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie auch mal in diese Richtung forschen könnten. Im Kontext mit NSA & Co. ist mir da äußerst unwohl.

W. Narr

Im P55-Chipsatz auf dem GA-P55A-UD3 ist das ME-Interface nicht in der aktuellen Form vorhanden.

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