Ruhige Zeiten

Sonnenaktivität schwindet

Wissen | Hintergrund

Bild: NASA

Die Sonne befindet sich derzeit in ihrem Aktivitätsmaximum, es ist allerdings das schwächste seit rund 100 Jahren. Möglicherweise steht der Sonne in den kommenden Jahrzehnten eine lange Inaktivitätsphase bevor. Das hätte deutlich spürbare Auswirkungen auf die Weltraumtechnik, den Kurzwellenfunk und möglicherweise das Wetter.

Als Wissenschaftler vor rund 400 Jahren begannen, sich mit den Vorgängen auf der Sonne auseinanderzusetzen, legte diese sich erst einmal schlafen. Ganze 70 Jahre lang, von 1645 bis 1715, waren an den meisten Tagen keine Sonnenflecken zu sehen. Vom Maunderminimum, benannt nach dem englischen Astronomen, der die Ruhephase als erster als solche erkannte, ging die Sonne Anfang des 18. Jahrhunderts in eine Phase mäßiger Aktivität über, die 200 Jahre lang anhielt und regelmäßige Aktivitätszyklen mit einer Länge von rund 11 Jahren brachte. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wechselte die Sonne in eine Phase hoher Aktivität mit größeren Sonnenfleckenzahlen und häufigeren Ausbrüchen. Das höchste Maximum fand im Zyklus 19 in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts statt, die Zyklen 21 und 22 in den 80er und 90er Jahren fielen ebenfalls sehr hoch aus.

Damals waren heftige geomagnetische Stürme an der Tagesordnung, Kurzwellenverbindungen fielen mitunter tagelang komplett aus. Nordlichter waren häufig zu sehen, bisweilen auch in mittleren Breiten [1]. Seither hat die Aktivität der Sonne deutlich nachgelassen. Der Zyklus 23 Anfang des neuen Jahrtausends fiel schon deutlich niedriger aus und mit dem gegenwärtigen Zyklus 24 erreicht die Sonne nur noch das Aktivitätsniveau, das sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte [2]. ...

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