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Linux Mint 17 „Qiana“ mit HiDPI-Support

Clement Levebvre und seine Mitstreiter haben Version 17 ihrer Distribution Linux Mint veröffentlicht. „Qiana“ wird wie seine technische Basis Ubuntu 14.04 LTS bis 2019 mit Updates versorgt. Nach der derzeitigen Planung sollen auch die kommenden Mint-Versionen bis 2016 auf Ubuntu 14.04 aufsetzen. Die Entwickler wollen sich dadurch Freiraum schaffen, um verstärkt an der Mint-spezifischen Software zu arbeiten. Linux Mint 17 ist zunächst in zwei Varianten mit den Desktops Cinnamon und Mate verfügbar; Versionen mit anderen Desktops sollen folgen.

In der neuen Version haben die Linux-Mint-Macher diverse Werkzeuge zur Systemverwaltung verbessert. So soll das Update-Tool in Mint 17 schneller arbeiten. Es zeigt jetzt für jedes Paket an, ob es sich um ein normales Update oder um einen Sicherheits-Patch handelt, wobei für sicherheitsrelevante Updates eine eigene Update-Strategie definiert werden kann.

Die Einstellungswerkzeuge für die Sprache, das Powermanagement und den Screensaver wurden ebenso wie das Tool zur Verwaltung der Softwarearchive überarbeitet. Der Treibermanager installiert neue Treiber jetzt nicht nur aus dem Netz, sondern auch von der DVD. Der Login-Manager soll besser mit mehreren Monitoren zurechtkommen.

Der Mint-eigene Desktop Cinnamon liegt in Version 2.2 bei. Seine technische Basis ist Gnome 3.8, allerdings ersetzt Cinnamon die Gnome Shell durch eine traditionelle Oberfläche mit Panel und Startmenü. Die neue HiDPI-Unterstützung in Cinnamon soll GUI-Elemente auf hochauflösenden Bildschirmen in einer sinnvollen Größe darstellen – leider gibt es nur die Einstellungen automatisch, normal und doppelte Größe. Bei vielen Elementen des Desktops klappt die vergrößerte Darstellung, aber schon die Fensterleisten werden nicht mehr vergrößert dargestellt.

Ansonsten gab es bei Cinnamon 2.2 kleinere Änderungen: So lassen sich Anwendungen jetzt direkt aus dem Startmenü heraus deinstallieren. Befindet sich der Mauszeiger über der Fensterleiste, kann man mit dem Mausrad die Transparenz des Fensters einstellen. Mate, ein Fork von Gnome 2, wurde in der neuen Version 1.8 lediglich in Details verbessert.

In einem ersten Test zeigten sich noch kleinere Ungereimtheiten: In den Systemeinstellungen beispielsweise führte die Backspace-Taste immer in die Übersicht aller Einstellungen zurück, auch wenn man sie in einem Texteingabefeld nutzt. Bei der HiDPI-Konfiguration wird man sich bei vielen Displays Abstufungen zwischen 100 und 200 Prozent wünschen – da sind Gnome und Unity weiter. Das Einspielen von Updates erfolgte quälend langsam, auch bei Verwendung schneller deutscher Mirror der Paketarchive. Bricht man das Einspielen von Updates ab, beendet sich der Update-Manager kommentarlos.

Linux Mint 17 „Qiana“ steht auf linuxmint.com zum Download bereit. Die Distribution lässt sich auch auf UEFI-Systemen installieren, Secure Boot muss allerdings deaktiviert werden. (odi)

Grafik-Software

Pinta ist eine übersichtliche Bildbearbeitung, die mit Ebenen, verschiedenen Zeichen- und Selektionswerkzeugen sowie diversen Effekten und Farbkorrekturmöglichkeiten alle wesentlichen Bearbeitungsfunktionen mitbringt. Die neue Version 1.5 hat eine Schnittstelle für Erweiterungen erhalten; auf github.com/PintaProject finden sich bereits erste Add-ons im Quelltext, die beispielsweise Unterstützung für WebP oder den Upload auf Websites nachrüsten. Zukünftig soll ein Community-Repository Erweiterungen zur bequemen Installation bereitstellen.

Der mächtige Raw-Converter RawTherapee unterstützt in der neuen Version 4.1 mehr Kameras und HDR-Bilder im DNG-Fließkomma-Format. Die Fokusmaske und das Werkzeug zum Konvertieren eines Farbbildes in Schwarzweiß wurden verbessert, das neue Pipettenwerkzeug zeigt die Position einzelner Pixel auf Gradationskurven an. RawTherapee 4.1 steht in Versionen für Linux, Mac OS X und Windows auf rawtherapee.com zum Download bereit. (lmd)

Versionsverwaltung Git 2.0

Das ursprünglich von Linus Torvalds entwickelte verteilte Versionskontrollsystem Git bringt in Version 2.0 Änderungen im Verhalten einiger häufig genutzter Funktionen. So schiebt der Befehl git push ohne Angabe eines Branch nicht mehr alle passenden Branches auf den Git-Server, sondern nur noch den aktuellen. Auch bei git add gab es kleinere Änderungen; die Optionen von git grep wurden dem grep-Kommando angeglichen. Der Code zum Zugriff auf Mercurial- und Bazaar-Repositories mit Git wurde in unabhängige Plug-ins ausgelagert. (odi)

Gnuaccounting erkennt elektronische Rechnungen

Dank der freien Java-Bibliothek Mustang kann die Finanzverwaltung Gnuaccounting 0.8.5 Metadaten in PDF-Dokumenten schreiben und lesen, die eine automatisierte Verarbeitung von elektronischen Rechnungen erlauben. Mustang implementiert den vom Bitkom unterstützten Standard ZUGFeRD, der die elektronischen Rechnungsdaten im XML-Format in PDF-Dokumente einbettet. (mid)

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