Saftschlucker

Notebook-Stromverbrauch überwachen und optimieren

Praxis & Tipps | Praxis

Jeder Mobilcomputer besteht aus vielen Einzelteilen, die je nach Nutzungsweise unterschiedlich viel Leistung aufnehmen. Wer den Akku ausreizen möchte, muss wissen, an welchen Schrauben zu drehen sich lohnt.

Segen und Fluch zugleich ist das extrem dynamische Verhalten moderner Notebook-Bauteile. Unter Last saugen leistungsfähige Multi-Core-Prozessoren und Grafikchips kräftig am Energiespeicher. Sobald sie jedoch ihre Arbeit erledigt haben, drosseln sie ihren Stromdurst enorm. Wie lange der Akku in der Praxis durchhält, hängt deshalb außer von der individuellen Nutzung auch von den Stromsparfähigkeiten der eingebauten Teile und der Konfiguration des Mobilrechners ab. Tipps zur Laufzeitverlängerung wirken nicht bei jedem Notebook gleichstark. Wer für seine ganz persönliche Situation und Vorlieben das Beste aus dem Akku herauskitzeln möchte, muss deshalb wissen, wo er ansetzen sollte und wie er Veränderungen rasch und sicher bewertet.

Großverbraucher

Moderne Notebooks enthalten mehr Komponenten als typische Desktop-PCs, wie die Grafik auf Seite 115 zeigt. Wenn der Gerätehersteller keine groben Fehler gemacht hat – dazu unten mehr –, dann sind die größten Einzel-Stromschlucker normalerweise das Display beziehungsweise seine Hinterleuchtung (Backlight), der Hauptprozessor und der Grafikprozessor. In den meisten Notebooks steckt keine separate GPU, stattdessen sitzt sie mit im AMD- oder Intel-Prozessor. Ist ein separater Grafikchip eingebaut, schaltet er sich üblicherweise nur dann zu, wenn kräftige 3D-Beschleunigung vonnöten ist oder wenn er als Rechenwerk mithelfen soll.

In der Summe treiben aber auch viele sparsame Komponenten den Verbrauch hoch. Rechnet man der Einfachheit halber mit zehn Baugruppen, die jeweils bloß 0,15 Watt schlucken, ist man schon bei 1,5 Watt. Wenn das Notebook im Mittel etwa 8 Watt zieht, woraus sich bei einem 52-Wattstunden-Akku 6,5 Stunden Laufzeit ergeben, entsprechen 1,5 Watt 19 Prozent.

Es ist sehr schwierig, durch eine Optimierung dieser vielen Kleinverbraucher die Akku-Laufzeit nennenswert zu verlängern. Selbst wenn man mit langwierigem Gefummel jeden einzelnen um 50 Prozent drosseln könnte, wären insgesamt nicht mehr als 10 Prozent längere Steckdosen-Freiheit möglich. Folglich konzentriert man sich besser auf die großen Einzelverbraucher. ...

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weiterführende Links

Weitere Bilder

  • Die Windows-„Leistungsüberwachung“ kann bei Notebooks mit „Smart Battery“ die Leistungsaufnahme anzeigen.
  • BatteryMon zeigt im Akkubetrieb die Entladeleistung als „Discharge Rate“, hier also zirka 9 Watt.
  • HWMonitor zeigt die Leistungsaufnahme bei aktuellen Intel-Prozessoren an.
  • Der Task-Manager zeigt einen Schätzwert der CPU-Auslastung – absolut genau geht es nicht, dafür sind das Display und der Mensch zu träge bei mehren Milliarden CPU-Taktzyklen pro Sekunde.
  • Samsung begrenzt bei diesem Notebook im voreingestellten Energiesparplan die Prozessorleistung im Akkubetrieb.
  • Nvidia erlaubt bei Notebooks mit der GPU-Umschaltung „Optimus“ auch manuelle Eingriffe.

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