Die Alles-Abspiel-Box

XBMC Media Center auf Raspberry Pi, Android & Co.

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USB-Stick ans LCD-TV gestöpselt, aufs Sofa hingefläzt und „Play“ gedrückt. Pause. „Unbekanntes Format“ – Hmpf! Nichts ist nerviger, als ein ach so smarter Fernseher, der sich weigert, den Wunschfilm abzuspielen. Wir zeigen, wie Sie dem Format-Terror mit der freien Medienzentrale XBMC und Hardware ab 35 Euro ein Ende setzen.

Wenn sich auf dem PC irgendeine Audio- oder Videodatei nicht abspielen lässt, greift man typischerweise zum VLC media player, damit klappts eigentlich immer. Das liegt daran, dass der VLC das freie Multimedia-Framework FFmpeg nutzt, das für fast alle erdenklichen Audio- und Videoformate Decoder enthält – ständig kommen weitere hinzu. Unterhaltungselektronik beschränkt sich dagegen auf eine Handvoll verbreitete Formate, bei Videos etwa MPEG-1/-2, MPEG-4, MPEG-4 AVC (H.264) und WMV/VC-1. Und selbst die können Blu-ray-Player, Settop-Boxen und Mobilgeräte nur abspielen, weil spezielle Multimedia-Prozessoren die Audio- und Videoströme Hardware-beschleunigt dekodieren. Ohne die Schützenhilfe der DSPs sind die verwendeten ARM- oder MIPS-CPUs viel zu lahm. Deshalb kann man in der Regel keine neuen Formate nachrüsten. Dass es auch mit ARM-Prozessoren besser klappen kann, zeigt der billige Kleinstrechner Raspberry Pi. Immer wieder heißt es: „Nimm doch einen Raspi, der hat alle meine Abspielprobleme gelöst“.

Video: XBMC Media Center auf Raspberry Pi, Android & Co.

In diesem Artikel zeigen wir, was damit wirklich geht und wo die Grenzen sind. Darüber hinaus zeigen wir exemplarisch die günstigsten Hardware-Alternativen für diejenigen auf, die weniger oder gar keine Kompromisse eingehen wollen. Zum Raspberry Pi gesellen sich zwei Android-Boxen mit Quad-Core-ARM-CPUs (Minix’ Neo X7 und Orbsmart S82, der sogar 4K-Material abspielt) sowie zwei x86-Varianten auf Basis von Intels „Next Unit of Computing“ (NUC). Alle fünf Geräte sind nicht größer als ein Stapel CD-Hüllen, also klein genug, um hinter dem Fernseher zu verschwinden. Von der Geräuschentwicklung her taugen sie für den Wohnzimmer-Einsatz. Raspberry Pi und die Android-Boxen sind lüfterlos, die beiden NUCs arbeiten mit weniger als 0,2 Sone unauffällig leise. Eine möglicherweise angeschlossene USB-Festplatte wird sie im Betrieb meist übertönen.

Wir haben allen Probanden eine Kollektion diverser gängiger Video- und Audioformate vorgesetzt; die betagten DivX 3.11, DV und MPEG-1 jeweils in Standardauflösung (SD), Motion JPEG (zum Beispiel von einigen Digitalkameras), MPEG-2, MPEG-4, VP8 und WMV/VC-1 bis Full HD (1920 × 1080) sowie MPEG-4 AVC (H.264), das neue High Efficiency Video Coding (HEVC, H.265) und Googles Webvideo-Codec VP9 jeweils bis 4K. Das für stereoskopische 3D-Inhalte gedachte MVC fehlt in der Tabelle auf Seite 108, weil XBMC es momentan noch nicht unterstützt, wohl aber andere Stereoskopie-Formate (SbS, TaB, Anaglyphen, Zeilensprung). Alle gängigen Audio/Video-Container wie AVI, MP4, MOV, MKV, M2TS et cetera beherrscht XBMC aus dem Effeff. Audioformate stellen generell geringere Anforderungen, doch auch hier gab es einige Überraschungen. ...

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Die Alles-Abspiel-Box

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c't 17/2014, Seite 106 (ca. 7 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. XBMC Media Center – schick und vielseitig
  2. Plattformen von Raspberry Pi über Android bis x86
  3. Android mit vier Kernen
  4. x86 als Rettung?
  5. Fernsteuern mit IR, HDMI CEC und App
  6. Add-ons – XBMC aufrüsten
  7. Fazit
  8. Nützliche XBMC-Erweiterungen
  9. OpenELEC installieren

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  • Ein Blick in die mit Cover Art versehene Musikdatenbank von XBMC
  • Legt man für Filme, TV-Serien, Musikvideos et cetera den Inhalt fest, durchsucht XBMC auf Wunsch Online-Datenbanken nach Bildern, Inhaltsangaben und mehr.
  • Hat man eine zum Beispiel im Fernsehen aufgenommene Serie hinzugefügt, kann man über das Kontextmenü Bilder und Inhaltsangaben für ein ganzes Verzeichnis abrufen.
  • Mit den Fernbedienungs-Apps (hier Official XBMC Remote) hangelt man sich deutlich bequemer als mit einer Standardfernbedienung durch große Sammlungen.
  • Mit Yatse stöbert man im Serienarchiv – Inhaltsangabe inklusive.
  • Läuft Musik, wechseln im Hintergrund der Oberfläche schicke Visualisierungen.

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Infos zum Artikel

Kapitel
  1. XBMC Media Center – schick und vielseitig
  2. Plattformen von Raspberry Pi über Android bis x86
  3. Android mit vier Kernen
  4. x86 als Rettung?
  5. Fernsteuern mit IR, HDMI CEC und App
  6. Add-ons – XBMC aufrüsten
  7. Fazit
  8. Nützliche XBMC-Erweiterungen
  9. OpenELEC installieren
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