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Chrome 36: Bessere Desktop-Benachrichtigungen

Version 36 des Chrome-Web-Browsers bringt Verbesserungen der Desktop-Benachrichtigungen und des Designs der Incognito-Umgebung mit. Die Linux-Variante hat einen App-Launcher bekommen; zudem sollen „viele Änderungen unter der Haube“ die Stabilität und Leistung verbessern. Die Entwickler haben außerdem 26 Sicherheitslücken geschlossen, darunter eine Lücke im Zusammenhang mit Same-Origin-Regeln bei SVG-Daten (Scalable Vector Graphics). Mehr sichtbare Änderungen gibt es für Web-Entwickler: Erweitert wurde die Unterstützung für Web Components durch die Möglichkeit, HTML-Dokumente in andere einzufügen. Durch diese HTML Imports können Entwickler ihre Apps stärker modularisieren. JavaScript-Programme können mit Hilfe der Methode Object.observe() auf Änderungen an Objekten reagieren. Diese Methode soll auch Einzug in eine kommende Version von ECMAScript finden.

Durch den Einsatz des Web Open Fonts Format 2.0 für dynamisch geladene Schriften sollen Websites schneller laden. WOFF 2.0 verwendet eine andere Komprimierung als die Vorversion, was die Größe der von Google bereitgestellten Fonts zwischen 12 und 60 Prozent verringert.

(Christian Kirsch/dbe)

Google+ kippt Klarnamenzwang

In seinem sozialen Netzwerk erlaubt Google künftig auch Pseudonyme. Bislang mussten Mitglieder unter ihrem echten Namen auftreten. Mit der Klarnamenspflicht habe Google eine Community echter Menschen aufbauen wollen. Das Unternehmen wisse aber, dass auf diese Weise viele Nutzer ausgeschlossen wurden. Google habe dann den Benutzern von Google+-Seiten gestattet, beliebige Namen anzugeben. YouTuber durften ihre Pseudonyme ebenfalls zu Google+ mitnehmen.

Google sei bekannt, dass Benutzer schon länger eine Änderung der Namens-Policy wünschen. Die unklare Regelung habe bisher zu „unnötigerweise schwierigen Erfahrungen“ für einige Nutzer geführt. Dafür entschuldigt sich das Unternehmen. (jo)

Telekom: Preselection und Call-by-Call müssen bleiben

Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass die Telekom ihren Kunden auch künftig den Zugang zu alternativen Netzbetreibern per Call-by-Call oder dauerhaft per Preselection ermöglichen muss. Obwohl es verbreitet Flatrate- und Bündelangebote gebe, stellten diese Möglichkeiten für bestimmte Kundengruppen immer noch eine wichtige Option dar, befand die Behörde. Diese Dienste lassen sich nicht nur mit herkömmlichen Anschlüssen der Telekom (analog und ISDN) nutzen, sondern auch mit deren VoIP-Anschlüssen. Ihre Tarife für Festnetzanschlüsse muss sich die Telekom weiterhin von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen und bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen. Lediglich bei Großkundenverträgen mit einem Umsatz von über 500 000 Euro im Jahr entfällt die Pflicht. Die Telekom habe hier „keine beträchtliche Marktmacht mehr“ inne, so die Bundesnetzagentur. (uma)

Der tägliche Blick in den Spam-Ordner ist Pflicht

Wer seinen E-Mail-Account im geschäftlichen Verkehr nutzt, muss seinen Spam-Ordner täglich durchsehen, um versehentlich als Werbung aussortierte E-Mails zu erkennen und zurückzuholen. Dies hatte das Landgericht Bonn bereits am 10. Januar entschieden und das Urteil nun veröffentlicht (Az. 15 O 189/13). Beklagter des Verfahrens war ein Rechtsanwalt, der die Klägerin in einem Gerichtsverfahren vertreten hatte. Der Anwalt hatte es versäumt, an seine Mandantin eine E-Mail der Gegenseite weiterzuleiten, wodurch Vergleichsverhandlungen gescheitert waren und ein erheblicher Schaden entstand.

Der Beklagte führte vor Gericht dazu aus, dass die E-Mail versehentlich „in den Spam-Ordner seines E-Mail-Kontos gelangt“ sei. Er habe erst nach einem Telefonat drei Tage nach Zugang Kenntnis von dieser Mail erhalten und leitete die Nachricht erst nach über einer Woche weiter. Das Landgericht Bonn verurteilte den Juristen zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von rund 90 000 Euro. Indem er den Vergleichsvorschlag der Gegenseite in der E-Mail verspätet weitergab, habe er seine anwaltlichen Pflichten verletzt. Der Anwalt führe seine E-Mail-Adresse auf seinem Briefkopf und stelle sie dadurch als Kontaktmöglichkeit bereit. Er sei daher dafür verantwortlich, „dass ihn die ihm zugesandten E-Mails erreichen“. Die Tatsache, dass ihn die Nachricht der Gegenseite erreicht habe, sei zumindest im vorliegenden Fall unstreitig.

Grundsätzlich müsse der Inhaber eines geschäftlichen E-Mail-Accounts mit aktiviertem Spam-Filter die in den Spam-Ordner aussortierten Mails täglich durchsehen, um versehentlich aussortierte Nachrichten zu erkennen und darauf zu reagieren, meint das Gericht. (Joerg Heidrich/dbe)

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