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Die neue KDE-Generation

Die KDE-Entwickler haben die Version 5 der KDE Frameworks und des Plasma-Desktops veröffentlicht. Die neue KDE-Generation setzt die Entwicklung vom integrierten Desktop Environment (KDE 3) zur Software Collection aus Plattform, Desktop und Anwendungen (KDE 4) weiter fort: Die Desktop-Oberfläche Plasma, der technische Unterbau KDE Frameworks und die KDE-Anwendungen werden jetzt weitgehend unabhängig voneinander entwickelt und veröffentlicht. Frameworks und Plasma haben im Juli den Sprung auf Version 5 gemacht, die KDE-Anwendungen bleiben vorerst bei KDE 4.

Die KDE Frameworks 5.0 stellen als Nachfolger der KDE Platform 4 eine Vielzahl von Funktionen bereit, auf denen der Plasma-Desktop und irgendwann auch die Anwendungen aufbauen. Dazu gehören plattformübergreifendes Multithreading, geräteunabhängiger Zugriff auf Hardware von der Grafikkarte übers Netzwerk bis zur Energieverwaltung, Lesen und Schreiben verschiedener Archivformate, Dateizugriff über Netzwerkprotokolle und eine allgemeine Plug-in-Architektur.

Wichtigste Neuerung neben der Umstellung auf Version 5.2 des GUI-Frameworks Qt ist die umfassende Modularisierung. Anwendungen müssen nur noch die Komponenten einbinden, die sie tatsächlich brauchen, was den Ressourcenverbrauch reduziert. Letztlich soll es so möglich werden, einzelne Komponenten der KDE Frameworks als Add-on zur Qt-Bibliothek in Qt-Anwendungen zu nutzen. Dazu sind die KDE Frameworks 5 wie Qt 5 auch plattformübergreifend angelegt.

Mit Plasma 5.0 ist jetzt auch die Desktop-Oberfläche auf Qt 5 und KDE Frameworks 5 portiert. Das neue Breeze-Theme sorgt für eine frische Optik mit einem klareren Design. Der Anwendungslauncher Kickoff wurde neu gestaltet, der Systemabschnitt in der Leiste am unteren Bildschirmrand entrümpelt. Die Unterstützung für hochauflösende Displays soll verbessert sein.

Als „Converged Workspace Shell“ soll Plasma 5 eine einheitliche Oberfläche für unterschiedliche Gerätetypen werden, die im laufenden Betrieb beispielsweise von einer touch-optimierten Tablet-Oberfläche auf einen traditionellen Desktop umschalten kann, wenn Tastatur und Maus angeschlossen werden. Derzeit ist allerdings nur der Desktop-Modus implementiert. (odi)

Echtzeit-Linux in Nöten

Der leitende Entwickler der Echtzeiterweiterungen für den Linux-Kernel, Linutronix-Chef Thomas Gleixner, hat sich über mangelnde Unterstützung beklagt. Unternehmen und die Open-Source-Community würden nur wenig zur Weiterentwicklung der Echtzeit-Patches beitragen, obwohl es offenbar großes Interesse daran gäbe; zumindest würden viele große Firmen der Computer-Industrie in den Download-Logs auftauchen. Unterstützung käme aber fast nur von Red Hat.

Im sogenannten RT-Zweig des Linux-Kernels werden Patches gesammelt, mit denen sich Linux für Echtzeitaufgaben wie die Steuerung von Industrieanlagen eignet. Eigentlich sollten die Echtzeit-Patches Teil des Standard-Kernel werden; das kann laut Gleixner jedoch in absehbarer Zeit nicht geschehen, da dafür die Ressourcen fehlen. Zudem könnte es sein, dass bei der Portierung der Patches auf neuere Kernelversionen Funktionen entfallen müssten. (odi)

Deepin 2014: Linux aus China

Das chinesische Ubuntu-Derivat Deepin ist eine benutzerfreundliche Distribution mit dem selbst entwickelten Deepin Desktop Environment 2.0. Ein Dock am unteren Bildschirmrand bietet die wichtigsten Programme zum Start an, über einen Launcher erreicht man die restlichen Anwendungen. Ungewöhnlich ist das Deepin Control Center zur Systemkonfiguration, das am rechten Bildschirmrand ausklappt.

Deepin 2014 bringt neue Anwendungen, darunter Deepin Movie, Deepin Translator und Deepin Boot Maker. Optimierungen der Compiz-basierten Oberfläche sollen deren Ressourcenhunger zügeln, von einem Einsatz in einer virtuellen Maschine raten die Entwickler trotzdem ab. Deepin 2014 steht über die Projekt-Website zum Download bereit. (lmd)

CrossOver 13.2

Mit seiner neuen Crossover-Version 13.2 will Codeweavers die Installation von Windows-Software unter Linux weiter vereinfachen. Dazu bringt CrossOver jetzt zahlreiche Softwarepakete mit, die zur Installation von unterstützten Windows-Programmen erforderlich sind und die bislang aus dem Internet heruntergeladen werden mussten. Die Zahl der unterstützten Anwendungen wurde erweitert. Einen Überblick gibt die Kompatibilitätsdatenbank des Herstellers.

CrossOver 13.2 kostet je nach Dauer des Hersteller-Supports ab 32 Euro. Mit einer kostenlosen Testversion lässt sich überprüfen, wie gut die eigenen Windows-Programme damit funktionieren. (lmd)

LinuxCon Europe mit Linus Torvalds

Vom 13. bis 15. Oktober findet im CCD Congress Center Düsseldorf die diesjährige LinuxCon Europe statt. Eine der Keynotes wird Linux-Erfinder Linus Torvalds halten – ein seltenes Ereignis: Torvalds ist bekannt dafür, dass er nur ungern Vorträge auf Konferenzen hält.

Wer sich für Torvalds' Arbeitsplatz interessiert: Die Linux Foundation hat auf YouTube eine „Linus Torvalds Guided Tour of His Home Office“ veröffentlicht. Sie finden das Video über den c’t-Link. (odi)

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