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10 Gigabit/s über Telefonkabel

Der für Ende 2014 erwartete ITU-Standard G.fast beschreibt, wie man über maximal 100 Meter lange Kupferdoppeladern 1 GBit/s für Hin- und Rückrichtung zusammen erreicht. Damit sollen Provider die letzten Meter vom Bordstein (Fiber-to-the-Curb, FTTC) oder aus dem Gebäudekeller (Fiber-to-the-Building/Premises, FTTB/FTTP) per Telefonkabel bis in die Wohnung überbrücken. An dieser Technik arbeiten unter anderem das Fraunhofer-Institut ESK, der Chiphersteller Innoroute sowie Lantiq im Forschungsprojekt FlexDP. Dort heißt der Übergang von der Glasfaser zur Kupferdoppelader Distribution Point (FTTdp) und sitzt entweder kurz vor der Haustür in einem Verteilerkasten oder im Keller.

Der Provider-Ausrüster Alcatel Lucent plant mit XG-Fast die nächste Geschwindigkeitsstufe. Mit vergrößertem Frequenzbereich (bis 500 statt 212 MHz) und Übertragung über beide Adernpaare der üblicherweise verlegten Wohnungsanschlüsse waren im Labor über 30 m insgesamt 10 GBit/s, also 5 GBit/s pro Richtung zu verzeichnen. (ea)

QNAP lässt virtuelle Maschinen auf dem NAS laufen

Virtualization Station ist eine Software-Erweiterung, mittels der sich virtuelle Maschinen (VMs) auf NAS-Geräten von QNAP ausführen lassen. Die Virtualization Station ist als Hosted Hypervisor für das NAS-Betriebssystem QTS 4.1 ausgelegt. Über das Management-Interface lassen sich VMs anhand von Vorlagen im Handumdrehen mit unterschiedlichen Hardware-Anforderungen erzeugen, zum Beispiel hinsichtlich der Arbeitsspeichergröße.

Laut Hersteller lassen sich verschiedene Betriebssysteme und Anwendungen isoliert voneinander auf dem Server einrichten und parallel betreiben. Die Virtualization Station ist unter anderem für Windows, Unix und Linux ausgelegt. Ferner kann sie diverse VM-Formate und Virtual Appliances etwa vom VMware Marketplace oder Bitnami importieren, Snapshots anlegen, dedizierte Bandbreite zuteilen und anderes mehr. Die Bedienung der VMs erfolgt über Web-Browser.

Die Virtualization Station ist im App-Center von QNAP für diese NAS-Geräte-Serien mit x86-Prozessoren erhältlich: TS-ECx80 Pro, TS-ECx80U-RP, TS-ECx79U-RP, TS-x79U-RP, TS-ECx79U-SAS-RP, SS-ECx79U-SAS-RP, TS-x51 und TS/SS-x53 Pro. Später sollen die Serien TS-x53 Pro/SS-x53 Pro hinzukommen. (dz)

Netzagentur erhöht Breitband-Mindestanforderung

Laut einer Regel der Bundesnetzagentur galt ein Ausbaugebiet bisher schon als ausreichend versorgt, wenn die Hälfte der Haushalte über 1-MBit/s-Zugänge am Internet angeschlossen ist. Mitte Juli hat die Agentur diese Grenze auf Antrag des Telekom-Wettbewerbers EWE Tel auf immerhin 30 MBit/s angehoben.

Insgesamt gelten daher ab September 2014 für die Deutsche Telekom drei neue Regeln:

Wenn Haushalte über einen Kabelverzweiger (KVz) im Durchschnitt nur Bandbreiten unter 30 MBit/s im Down- und 5 MBit/s im Upstream erhalten, muss die Telekom auf Antrag eines Wettbewerbers einen zusätzlichen KVz näher an den Teilnehmern errichten, um so höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Bisher war die Telekom nur dazu verpflichtet, wenn weniger als 1 MBit/s (Downstream) und 128 kBit/s (Upstream) zu erreichen waren.

Die Telekom muss einen Schaltverteiler auf dem Hauptkabel zwischen Vermittlungsstelle und den nachfolgenden Kabelverzweigern außerhalb des Nahbereichs rund um die Vermittlung einrichten (also ab 550 Meter Kabellänge), wenn Kunden dadurch noch mit 30 MBit/s versorgt werden können. Bislang war dies auch nur möglich, wenn Haushalte über die auf dem Hauptkabel folgenden Verzweiger weniger als 1 MBit/s im Down- / 128 kBit/s im Upstream erhalten haben.

Und die dritte Regel legt fest, dass sobald ein näher gelegener Kabelverzweiger vorhanden ist, die Telekom die Leitungen der entsprechenden Hausanschlüsse auf den näher gelegenen KVz umlegen muss. Viele Haushalte sind nur aus historischen Gründen an einem bestimmten KVz angeschlossen und daher langsamer ans Internet angebunden als möglich. (dz)

Firmware-Updates für neuere Thecus-NAS

Thecus hat ein Firmware-Update für alle NAS-Modelle veröffentlicht, die mit ThecusOS 5 oder 6 laufen. Je nach Modell kommen neue Funktionen hinzu, etwa mehrere RAID-Volumes und RAID-Verschlüsselung oder es werden mehr USV-Typen unterstützt. Wichtiger ist aber der Patch gegen den OpenSSL-Heartbleed-Bug. Nutzer von ThecusOS 6 nutzen dessen Online-Upgrade-Funktion, die anderen müssen die Firmware manuell herunterladen und installieren (siehe Link). (ea)

OpenWRT kriegt natives IPv6

Den Mitte Juli veröffentlichten Release Candidate zur Version 14.07 (Barrier Breaker, siehe Link) haben die Entwickler des Open-Source-Routerbetriebssystems OpenWRT gründlich renoviert: Neben dem Kernel 3.10 als Basis gibt es nun mit Procd einen neuen Daemon für System-Events, der unter anderem hotplug2, busybox-klogd und -syslogd sowie den Watchdog ersetzt.

Bei IPv6 hat OpenWRT nicht nur Client- und Server-Funktionen für die Adresszuweisung bekommen (Stateless per Router Advertisement, Stateful per DHCPv6, inklusive Präfix-Delegation), sondern auch Unterstützung für DS-Lite. Das neue IPv6-Multihoming kann nützlich werden, wenn man über den DSL-Anschluss einen gelegentlich wechselnden Präfix hat und parallel einen Tunnel mit statischem Präfix über einen Provider wie SixXS betreiben will. (ea)

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