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Server-Mainboard mit 64-Bit-ARM-SoC für 1700 Euro Die britische Firma SoftIron hat ein Server-Mainboard mit dem X-Gene-Prozessor von Applied Micro (APM) entwickelt. Zunächst war die teurere Version 64-0800 mit der Octo-Core-Version des...

Server-Mainboard mit 64-Bit-ARM-SoC für 1700 Euro

Die britische Firma SoftIron hat ein Server-Mainboard mit dem X-Gene-Prozessor von Applied Micro (APM) entwickelt. Zunächst war die teurere Version 64-0800 mit der Octo-Core-Version des 40-Nanometer-SoCs lieferbar, die 1950 US-Dollar kostet. Das entspricht inklusive Umsatzsteuer rund 1700 Euro. Vor September will SoftIron eine zweite Charge dieser Boards ausliefern, später folgt die billigere Quad-Core-Version 64-0400.

Die Micro-ATX-Mainboards verlangen eine 12-Volt-Versorgung mit 7 A Belastbarkeit, kommen also mit weniger als 84 Watt aus – inklusive zweier ECC-Speicherriegel (DDR3L-1600), einer PCIe-3.0-x8-Karte und bis zu vier SATA-6G-SSDs. Laut SoftIron sind bis zu 128 GByte RAM möglich, dazu wären aber zwei LR-DIMMs mit je 64 GByte nötig, von denen eines zirka 2800 Euro kostet.

Der APM X-Gene APM883208 mit 2,4 GHz enthält nicht bloß vier oder acht ARMv8-Kerne vom Typ Cortex-A57, sondern auch Netzwerk-Controller. Auf dem SoftIron 64-0800 stehen ein 10-Gigabit-Ethernet-(SFP-) und zwei 1-GbE-Ports bereit, ein weiterer dient der Fernwartung. Dafür ist ein zusätzlicher ARM Cortex-M3 zuständig. Vier weitere ARMv5-Kerne stellen Kryptobeschleuniger bereit. Als Betriebssysteme sind ARMv8-Versionen von Ubuntu und Fedora vorgesehen.

APM hat selbst betont, dass erst die 2015 erwartete, zweite X-Gene-Generation aus der 28-Nanometer-Fertigung das volle Potenzial der ARMv8-SoCs zeigen wird; bisher geht es eher um Plattformen für Tests und Software-Entwicklung. (ciw)

Häufig Pannen bei Magnetband-Backups

Die Datenrettungsfirma Kroll Ontrack rät zum vorsichtigen Umgang mit Magnetbändern, die als Backup- und Archivmedien noch weit verbreitet sind. Nach eigenen Angaben erhält Kroll Ontrack jährlich rund 300 Anfragen von Firmen, die nicht mehr auf ihre „Tapes“ zugreifen können. Kroll Ontrack hat nach eigenen Angaben 250 Firmen nach ihren jeweiligen Erfahrungen mit der seit Jahrzehnten bewährten und pro Terabyte recht günstigen Magnetbandtechnik befragt. Demnach hatte mehr als ein Drittel der Befragten schon einmal Schwierigkeiten mit dem Auslesen, in mehr als 10 Prozent der Fälle gingen Daten verloren. Nach anderen Untersuchungen haben Bandkassetten vom Typ LTO mehr als 90 Prozent Marktanteil. Die zugehörigen Laufwerke nennt man wegen der seriellen Aufzeichnung auch Streamer.

Laut Kroll Ontrack rühren viele Probleme von zu langer Nutzung alter Kassetten her. Nicht selten sind Pannen bei sehr alten Medien: Moderne Streamer können stets nur wenige ältere LTO-Generationen lesen. Für alte Laufwerke mit SCSI-Anschluss fehlt heute oft der passende Rechner oder die Backup-Software läuft auf modernen Betriebssystemen nicht mehr. Bei langer Lagerung der Bänder kommt es auf konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit an. (ciw)

SSDs für Business-Rechner

Seit sich Samsung, Sandisk und Micron/Crucial im SSD-Preiskampf beharken, sind Intel-SSDs für „Client“-Rechner etwas aus dem Blickfeld geraten – aber es gibt sie noch: Mit der neuen Serie SSD Pro 2500 zielt Intel auf Business-PC und Profi-Notebooks, die typischerweise auch mit einem Q-Chipsatz bestückt sind und unter Windows Pro laufen. Solche Geräte sind länger lieferbar, werden aber auch lange genutzt – für die Pro 2500 gewährt Intel 5 Jahre Garantie. Mit der eingebauten AES256-Verschlüsselung und einer Schlüsselverwaltung per TCG Opal oder Microsoft eDrive können Firmen ihre Daten schützen: Self-Encrypting Drives (SEDs) nach eDrive-Spezifikation kann Windows 8/8.1 Pro für BitLocker nutzen. Die Vorteile: Die Verschlüsselung belastet nicht den Hauptprozessor und stört auch nicht die SSD-Performance beim Schreiben, weil sie der SSD-Controller selbst ausführt.

Die SSD Pro 2500 nutzt einen SATA-6G-Controller und kommt in mehreren Bauformen: Im 2,5-Zoll-Gehäuse mit 7 Millimetern Bauhöhe und als m.2-Kärtchen mit 6 und 8 Zentimetern Länge. Es gibt Varianten mit 120, 180, 240, 360 und 480 GByte Kapazität, die m.2-Typen fassen je nach Länge höchstens 240 oder 360 GByte. Das Lesen schaffen die SSDs mit bis zu 540 MByte/s (48 000 IOPS), das Schreiben mit höchstens 490 MByte/s (80 000 IOPS). Im Leerlauf mit Link Power Management begnügen sich die Pro-3500-Typen mit 55 Milliwatt, in Tablets und Hybriden mit DevSleep-Unterstützung sind 5 mW möglich. (ciw)

Server-Verwaltung mit RFID-Tags

In größeren Rechenzentren mit vielen Racks sollen RFID-Tags helfen, einzelne Server, Storage-Geräte, Switches oder Patch-Felder zu finden. Rittal nennt das System Dynamic Rack Control (DRC), es wird über die Rack-Steuereinheit Computer Multi Control (CMC III) ins Verwaltungsnetz eingebunden und lässt sich mit Remote-Management-Software wie RiZone 3.5 nutzen. Außer den Funketiketten, also den RFID-Tags, die man an die Geräte klebt, ist eine lange Antenne mit eingebauten LEDs ein wichtiger Bestandteil von DRC. Der Antennenstreifen wird im Rack nahe den Montagelöchern für die Einschubgehäuse angebracht. Die Antenne erkennt Tags in der Nähe jedes einzelnen Montagelochs, von denen pro Höheneinheit (1 HE = 4,5 Zentimeter) drei vorhanden sind. Ebenso viele LEDs sitzen im Antennenstreifen.

Die Leuchtdioden lassen sich nutzen, um die Position eines bestimmten Gerätes im Rack zu zeigen – das erleichtert Technikern die Arbeit. Auch Steckdosenleisten mit integrierter Mess- und Steuerungselektronik (Power Distribution Units, PDUs) lassen sich einbeziehen: Die Fernwartungssoftware markiert daran auch die Steckdose(n), an denen das gesuchte Gerät angeschlossen ist. Vorteil der RFID-Etiketten: Sie arbeiten ohne eigenen Netzwerk- oder Stromanschluss und sind fest mit dem Gerät verbunden – folgen ihm also, wenn es an einen anderen Ort umgesetzt wird. (ciw)


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