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Blog-System WordPress erweitern und optimieren

Praxis & Tipps | Praxis

Zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten machen WordPress zum Alleskönner: Plug-ins, Dienste und Einstellungen holen mehr aus dem Content-Management-System heraus und steigern die Performance Ihrer Website.

WordPress erzeugt nicht nur Blogs, sondern auch Vereinsauftritte, Portfolios oder Firmen-Websites. Die eingebauten Funktionen und vor allem unzählige Zusatzerweiterungen machen das Content-Management-System fit für viele Einsatzzwecke. Einige Plug-ins steigern auch die Geschwindigkeit der Site – das ist wichtig, denn kurze Ladezeiten machen Besucher glücklich und haben eine positive Auswirkung auf das Google-Ranking. Das wiederum bringt mehr Besucher, Likes und Feedback.

Über die Suche im Admin-Bereich der eigenen Site lassen sich geeignete Plug-ins finden, direkt installieren und aktivieren. Als Katalog dient ein umfangreiches Verzeichnis auf WordPress.org, in dem Nutzer Kommentare und Bewertungen hinterlassen. Doch nicht nur nachrüstbare Plug-ins kitzeln mehr aus dem CMS heraus; über das WordPress-API können externe Dienste die Arbeit mit WordPress erleichtern.

Ehe man das CMS aber ausbaut und ausreizt, sollte es auf einem festen Fundament stehen.

Seiten auf Vorrat

WordPress erzeugt Seiten über PHP-Skripte und liest Inhalte aus einer MySQL-Datenbank aus. Bei schwachen Servern und viel Traffic dauert das manchmal ein bisschen länger. Wenn das Browserfenster zu lange weiß bleibt, klicken ungeduldige Besucher aber schnell weiter und kommen nie wieder. Damit das nicht passiert, sollte dem CMS genügend PHP-Speicher zur Verfügung stehen. Die verwendeten Erweiterungen und Design-Themes geben den Ausschlag, wie viel Speicher die WordPress-Installation braucht, um rund zu laufen. Wie ressourcenhungrig das CMS gerade ist, meldet das Plug-in WP-Memory-Usage von Alex Rabe. Es zeigt im Admin-Bereich auch das eingestellte Limit des Servers an.

Bei einem Massenhoster mit begrenzten Ressourcen kann dem CMS schon mal die Puste ausgehen, wenn viele der gehosteten Sites gleichzeitig viele Besucher empfangen. Gerade ein günstiges Hosting-Angebot kann sich dann als ärgerlicher Flaschenhals erweisen. Ein Tool wie UptimeRobot überwacht die Abrufzeiten der Site in regelmäßigen Abständen. Das Überwachungsintervall lässt sich von 5 bis 120 Minuten einstellen. Die „Response Times“ in den Statistiken weisen darauf hin, ob sich ein Upgrade auf ein größeres Hosting-Paket oder der Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt.

Bei langen Ladezeiten hilft der Einsatz eines Caching-Framework wie W3 Total Cache von Frederick Townes. Es erzeugt statische HTML-Seiten, die WordPress anstelle dynamischer Inhalte ausliefert. Dies beschleunigt den Seitenaufbau und reduziert Datenbank-Abfragen. Die statischen Seiten legt das Caching-Tool auf dem Server ab.

Sinnvoll ist Caching auch dann, wenn sich die Seitenanfragen schlagartig häufen. Endlich werden die langen Abhandlungen über das Liebesleben von Vampirzombies gelesen – oder aber nicht, weil es WordPress nicht schnell genug schafft, die angeforderten Seiten zu erzeugen. Das kann passieren, wenn eine große Website unverhofft auf ein kleines Blog verlinkt („Slashdot-Effekt“). In einer solchen Stress-Situation starten Sie das Caching über die Navigationsleiste unter „Performance/General Settings“ mit einem Häkchen bei „Enable“. Zusätzlich bietet W3 unter anderem die Option, HTML-, CSS- sowie JavaScript-Quelltexte zu schrumpfen; dazu entfernt das Plug-in alle unnötigen Leerzeichen aus dem Code.

Weiteres Finetuning erledigen Sie unter „Page Cache“: Dort lässt sich einstellen, dass auch von den RSS-Feeds und Error-Seiten statische Kopien angelegt werden. Zudem kann man das Caching für eingeloggte User ausschalten, damit der Administrator immer eine frische Version vor Augen hat.

Content auslagern

Richtet sich Ihre Website an ein internationales Publikum, können Sie statische Inhalte in ein Content Delivery Network (CDN) auslagern. Besucher aus Europa erhalten die Daten dann von europäischen Servern und Amerikaner von Servern aus den USA. Die verkürzten Wege zwischen Server und Browser beschleunigen den Seitenaufbau. Auch wenn der eigene Webhoster nicht der schnellste ist und Sie einen Besucheransturm erwarten, finden Teile Ihrer Website in einem CDN kurzfristig ein neues Zuhause. Das können beispielsweise die statischen Seiten des Cache-Plug-in sein.

Der Anbieter MaxCDN verlangt für seinen Service je nach Menge der übertragenen Daten zwischen 9 (100 GByte) und 300 US-Dollar (1 TByte) im Monat. Statische Inhalte wie Bilder oder JavaScript-Code können Sie in „Pull Zones“ auslagern, damit sie vom CDN ausgeliefert werden. Wenn Sie W3 Total Caching verwenden, können Sie das Plug-in direkt mit MaxCDN verbinden; im Menüpunkt „Performance/CDN“ tragen Sie dazu den „Authorization Key“ von MaxCDN ein.

Ein weiterer CDN-Dienst ist CloudFlare, der im Unterschied zu MaxCDN auch ein kostenloses Konto im Angebot hat. Das reicht für kleine Foto-Blogs mit wenig Traffic. Mehr Performance versprechen Pro- und Business-Accounts, die monatlich 20 beziehungsweise 200 Dollar kosten. CloudFlare rechnet pro Website ab und nicht per GByte wie MaxCDN. Für WordPress steht das Plug-in CloudFlare zur Verfügung.

Feuriger Rucksack

Um Bilder auszulagern, hat WordPress mit Photon ein eigenes CDN im Angebot. Weil das Original auf Ihrem Server liegen bleibt, taugt der Service nicht zur Entlastung knappen Speichers. Photon ist Bestandteil der Plug-in-Sammlung Jetpack, deren Nutzung einen kostenlosen Account bei WordPress.com voraussetzt. Der selbst ernannte „magische Bilder-Service“ schneidet Bilder passend zurecht und verspricht eine schnelle Auslieferung. Wenn Sie eine neue Datei über die WordPress-Mediathek hochladen, landet sie zunächst auf dem eigenen Webspace. Von dort kopiert das CMS die Datei anschließend in das Content Delivery Network auf wp.com. Die URLs passt WordPress automatisch an, damit die Bilder von wp.com geladen werden. In der Beitragsansicht des Admin-Bereichs steht aber weiterhin der Originalpfad. Photon lässt sich also jederzeit abstellen, ohne dass im Blog nur noch Textwüsten zu sehen sind.

Außer Photon stecken im prall gefüllten Raketenrucksack 32 weitere Zusatzfunktionen. Sie erweitern eine WordPress-Installation um Features, die sonst nur bei WordPress.com gehosteten Blogs zur Verfügung stehen. Enthalten sind beispielsweise ein Statistik-Modul, eine einfache Rechtschreibkorrektur, ein Link-Verkürzer sowie die Möglichkeit, Einträge via E-Mail zu posten. An- und abschalten kann man die einzelnen Funktionen über die Menüleiste unter „Jetpack/Einstellungen“; hier nehmen Sie auch die Konfiguration der einzelnen Tools vor.

Jetpack aktiviert auch das JSON-API, über das externe Dienste auf WordPress zugreifen. Einer davon ist Postbot, der die Bild-Betankung von WordPress erleichtert und dazu auf die JSON-Schnittstelle des CMS zugreift [1]. Damit die Bilder gut zur Geltung kommen, bringt Jetpack ein schickes „Bilder-Karussell“ mit. Es zeigt Fotos in voller Fenstergröße an und blendet außer Kommentaren auf Wunsch auch Zusatzinformationen ein, die als EXIF-Daten in das Bild eingebettet sind. Jetpacks „Gekachelte Galerie“ ordnet Bilder so in einem Raster an, dass durch unterschiedliche Bildformate keine hässlichen Lücken entstehen. Es ist also kein Problem, Landschaftsaufnahmen im Querformat mit Porträts im Hochformat zu vermischen. Das Kachel-Layout ersetzt die Standard-Galerie von WordPress, wenn Sie in den allgemeinen Einstellungen unter „Medien“ die Option „Alle Galeriebilder in einem coolen Mosaik anzeigen“ aktivieren. Zur Verarbeitung der Bilder greift Jetpack auf Photon zurück, selbst wenn das Modul nicht aktiviert ist. Die Fotos landen also in jedem Fall auf den Servern von WordPress.

Wenn das Bild nach dem Upload doch nicht passt, fehlt bei WordPress ärgerlicherweise die Möglichkeit, das Foto einfach zu ersetzen. Stattdessen muss der Nutzer erst das Bild löschen und die neue Version hochladen, diese neu benennen und dann in den Beitrag einbinden – ein ziemlicher Aufwand. Abhilfe schafft die Erweiterung Enable Media Replace von Måns Jonasson: Sie ergänzt die Medienübersicht um die simple Option „Datei ersetzen“. Ein Foto, das in gediegenem Schwarzweiß doch besser wirkt als in poppigen Farben, ist damit schnell ausgetauscht. Der Dateityp muss bleiben: Ein Katzen-GIF kann also kein Katzen-JPG ersetzen.

Blog statt Dia-Abend

Wenn Karussell und Kacheln zur Präsentation von Bildern nicht reichen, sollten Sie sich NextGen Gallery anschauen. Mit zehn Millionen Downloads gehört die Fotoverwaltung zu den beliebtesten WordPress-Erweiterungen überhaupt. Die kostenlose Basis-Version verfügt über sechs Galerie-Typen, darunter einfache Fotoalben oder eine Slideshow mit verschiedenen Überblendeffekten. Die Pro-Variante von NextGen kostet 50 US-Dollar und bietet neben zusätzlichen Vorlagen eine Lightbox, die Fotos über das gesamte Browserfenster streckt. Die Kachelgalerie „Masonry“ sieht eleganter aus als das Jetpack-Pendant und verzichtet auf einen externen Dienst wie Photon. Wer seine Bilder zu Geld machen will, muss 100 US-Dollar in das kürzlich erschienene NextGen Gallery Plus investieren; es verfügt über ein E-Commerce-Modul. Beim Bezahlen der beiden kostenpflichtigen Versionen schließen Sie ein Jahresabo ab. Die Pro- und Plus-Varianten des Plug-in sind nach Ablauf des Abos weiterhin nutzbar, erhalten aber keine Updates mehr.

NextGen verwaltet die Fotos unabhängig von der WordPress-Medienverwaltung, weshalb die hochgeladenen Bilder dort nicht auftauchen. Das hat einen folgenschweren Nachteil: Wenn Sie das Plug-in abschalten, zerschießt das alle angelegten Galerien. Die Fotos sind dann nicht mehr zu sehen, liegen aber weiterhin auf Ihrem Webspace – nach dem Einschalten der Erweiterung ist alles wieder gut. Den Upload von Fotos und das Erstellen von Alben nehmen Sie über den Menüpunkt „Galerie“ vor; dieser erscheint nach der Plug-in-Aktivierung. In einen Eintrag fügen Sie in NextGen erstellte Foto-Alben über den visuellen Texteditor mit dem grünen Icon ein. Einer schönen Foto-Site steht somit nichts mehr im Weg.

WordPress als Festung

Kein anderes CMS ist so beliebt wie WordPress. Ein Marktanteil von 60 Prozent fordert allerdings Hacker heraus und solche, die es werden wollen. Eine der simpelsten Methoden, sich Zugang zum Admin-Bereich zu verschaffen, sind Brute-Force-Attacken auf das Log-in-Formular. Dabei probieren Bots stumpf verschiedene Kombinationen von Nutzernamen und Passwörtern aus.

Vermeiden Sie grundsätzlich die vorgegebenen und typischen Angaben und verwenden Sie als Nutzernamen weder „admin“ noch „webmaster“ im Zusammenhang mit einem schwachen Passwort. Das mindert die Chance eines Glückstreffers beim Log-in. Hacker probieren bei Angriffen auch gern Vornamen als Nutzernamen aus.

Zusätzlichen Schutz vor Brute-Force-Angriffen liefert das Plug-in Limit Login Attempts, indem es die möglichen Anmeldeversuche beschränkt. Tippt jemand zum fünften Mal das falsche Passwort ein, wird seine IP-Adresse für einen frei bestimmbaren Zeitraum gesperrt. Außerdem ist es möglich, die Sperrzeit auf 24 Stunden und länger auszuweiten, wenn eine bestimmte Anzahl an Sperrungen erreicht wurde. Auf Wunsch protokolliert das Plug-in die Anmeldeversuche samt ungekürzter IP-Adresse. Datenschutzrechtlich ist das allerdings problematisch, weil die erfassten Daten nicht automatisch aus dem Protokoll gelöscht werden. Erst ein Klick auf „Protokoll zurücksetzen“ entfernt die gesammelten Informationen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann den Log-in-Prozess um eine Zwei-Phasen-Authentifizierung erweitern. Hierfür eignet sich das Plug-in Google Authenticator. Der Zugang zum Admin-Bereich von WordPress ist dann nur noch mit einer Smartphone-App möglich. Diese erzeugt einen Code, den man beim Log-in eingeben muss – zusätzlich zum Benutzernamen und dem Kennwort. Dieses Mehr an Sicherheit verlangsamt allerdings das Einloggen.

Alles sicher?

Gängige Sicherheitsmaßnahmen bündelt All In One WP Security and Firewall in einer umfangreichen Erweiterung. Sie schützt gegen Angreifer, erkennt Spam-Kommentare, überprüft die Schreibrechte und legt Backups an. Das Plug-in passt auch auf, dass kein Account mit dem Benutzernamen „admin“ existiert, und achtet außerdem darauf, dass der Log-in-Name nicht mit dem Autorennamen identisch ist. Dieser steht nämlich öffentlich einsehbar auf dem Blog.

Nach der Einrichtung nistet sich die Verwaltung als Menüpunkt „WP Security“ in der Navigationsleiste ein. Ein Dashboard zeigt, wie es um die Sicherheit Ihrer Website steht: Das „Security Strength Meter“ illustriert als Messuhr, wie gut WordPress abgesichert ist. Verspielte Admins sammeln Punkte mit jeder kleinen Schutzmaßnahme; der mögliche Highscore liegt bei 425. Die ersten 70 Punkte gibts, wenn Sie über vier Schalter im Dashboard die wichtigsten Sicherheitsfunktionen aktivieren. Das sorgt für einen Grundschutz. Die zusätzlichen Optionen und Einstellungen, die mit „Basic“ gekennzeichnet sind, können Sie bedenkenlos aktivieren, ohne dass die Site kaputtgeht. Bei den Kennzeichnungen „Intermediate“ und vor allem „Advanced“ sollten Sie wissen, was Sie tun, und die Hilfetexte lesen. Während der Admin am Herzen von WordPress operiert, zeigt der „Maintenance Modus“ den Besuchern einen Hinweis, dass gerade gearbeitet wird.

Das „Security Points Breakdown“ gibt Handlungsanweisungen, etwa dass der Datenbank-Präfix geändert werden sollte. Der lautet standardmäßig wp_; das Plug-in ändert den Namen auf Wunsch in sechs zufällige Zeichen um. Zuvor sollte man lieber ein Backup der Datenbank anlegen.

Bedrohung von innen

Nicht nur Hacker sind eine Bedrohung, sondern auch Datenverluste. Um einem plötzlichen Datenbank-Tod vorzubeugen, helfen regelmäßige Backups. WordPress bietet unter „Werkzeuge/Export“ eine einfache Export-Funktion. Sie überführt alle Einträge, Seiten und Kommentare sowie die angelegten Kategorien und Schlagwörter ins eigene WXR-Format („WordPress eXtended RSS“). Bilder und Multimedia-Inhalte müssen Sie separat sichern; sie liegen standardmäßig im Ordner „wp_content/uploads“ und können mit einem FTP-Programm übertragen werden.

Bequem und automatisch sichert BackUpWordPress alle Daten – so muss man sich darum keinen Kopf mehr machen. Nach der Installation finden sich Einstellungsmöglichkeiten unter „Werkzeuge/Backups“. Hier können Sie festlegen, ob nur die Datenbank oder auch weitere Dateien gesichert werden sollen und wie oft. Möglich sind stündliche bis monatliche Absicherungen. Auf Wunsch können Sie sich via Mail informieren lassen, wenn ein neues Backup vorliegt; ist die gesicherte Datei kleiner als 10 MByte, wird sie der Nachricht angehängt. Zusätzlich liegt das Archiv mit den gesicherten Daten auf dem Server; auf dessen Ordner haben nur Sie Zugriff. Wie weit diese Sicherung in die Vergangenheit reichen soll, können Sie ebenfalls bestimmen. Die Premiumversion der Erweiterung schiebt die gesicherten Dateien zusätzlich in die Cloud, also etwa zu Dropbox, Google Drive oder anderen Diensten. Dieser Zusatz-Service kostet einmalig 24 US-Dollar.

Wer suchet, der findet

Wenn man sich die Finger wund schreibt und wunderbare Blog-Einträge postet, will man auch gefunden, gelesen – und vielleicht sogar geliebt werden. Doch was Google nicht findet, existiert im Prinzip nicht. Der Suchmaschine kann man ein bisschen nachhelfen: Google XML Sitemaps von Arne Brachhold erzeugt eine Sitemap, die die Struktur der Website abbildet. Die Liste führt alle Unterseiten einer Site auf; gerade bei großen Website-Projekten mit vielen Rubriken ist eine solche Karte sinnvoll. Sie erleichtert die Arbeit von Crawlern, die Suchmaschinen-Betreiber durchs Netz schicken, um Inhalte zu indexieren. Die Sitemap informiert die Suchmaschinen außerdem, wenn es neue Inhalte etwa in Form eines frischen Blog-Eintrags gibt. In den Einstellungen des Plug-ins können Sie auch Seiten eintragen, die nicht von WordPress erzeugt werden. Außerdem ist es möglich, Einträge und Kategorien auszuschließen – etwa Geschichten, die nur Familienmitglieder interessieren.

Doch eine Sitemap allein reicht nicht, um mehr Besucher zu kriegen. Die ausgeklügelte Webseiten-Optimierung für Suchmaschinen (SEO) ist ein regelrechter Sport. Suchmaschinen honorieren gute Inhalte und regelmäßige Postings. Darüber hinaus stehen für WordPress diverse SEO-Erweiterungen bereit, um den Suchmaschinen die Site schmackhafter zu machen. Diese Tools ergänzen den Quelltext etwa um Suchbegriffe, Beschreibungen und andere Metadaten, die Crawlern helfen, Seiten einzuordnen. Auch die URLs spielen eine wichtige Rolle; sie sollten den Inhalt der Seite umreißen und keine kryptischen Variablen enthalten. Die Adresse /wordpress/warum-zombies-cooler-sind-als-vampire/ verrät mehr über den Beitragsinhalt als /wordpress/?p=2342. Auch das wirkt sich positiv aufs Ranking aus.

Guck mal, Google!

Eine kostenlose SEO-Komplettlösung versprechen die Macher des WordPress SEO Plugin. Auf GitHub kann man die Entwicklung verfolgen und Verbesserungen einreichen. Support gibt es allerdings nur für Käufer der Premium-Version; sie kostet jährlich 90 US-Dollar pro Site und bietet einige Zusatzfunktionen. Konfiguriert wird das Plug-in über die Hauptmenüleiste unter „SEO“. Eine kleine Tour führt die Funktionen vor und erklärt, was alles möglich ist. In der Beitragsansicht steht der Bereich „WordPress SEO“ zur Verfügung, wo Sie ein „Focus Keyword“ festlegen. Dieses Stichwort umreißt das Ziel des Eintrags und soll helfen, dieses Thema beim Schreiben nicht aus den Augen zu verlieren. Die Entwickler erlauben nur ein einziges Stichwort, weil ein guter Post genau ein Thema behandle. Im Idealfall gibt ein Nutzer diesen Begriff bei Google ein und landet direkt auf Ihrem Eintrag, der sich mit der Thematik befasst. Eine Snippet-Vorschau veranschaulicht, wie der Beitrag in den Google-Suchergebnissen ausschauen könnte, inklusive Titel und Meta-Beschreibung. Die Seiten-Analyse durchleuchtet den Text und gibt Tipps zur Verbesserung – zumindest in Bezug auf SEO. Verschwurbelte Sätze in schlechter Grammatik erkennt das Tool nicht.

Im Reiter „Social“ optimieren Sie den Eintrag für die Veröffentlichung bei Facebook und Google+. Viele Nutzer finden Inhalte inzwischen nicht nur über Suchmaschinen, sondern verstärkt beim Flanieren auf Facebook. Ein bebilderter Eintrag, den Sie im sozialen Netz teilen, fällt stärker ins Auge als reiner Text. Das SEO-Plug-in erlaubt den Upload eines Bildes, das ausschließlich auf Facebook zum Einsatz kommt. Ist kein solches Bild definiert, sucht Facebook auf der Seite nach Grafiken und verwendet diese eigenmächtig. Im ungünstigsten Fall ist das ein Werbebanner.

Um Besucher zur Verbreitung Ihrer Seiten und Blog-Einträge zu animieren, stattet das Modul Sharing des bereits erwähnten Jetpack-Plug-in die Webseiten mit Teilen-Buttons der sozialen Netzwerke aus. Außerdem lassen sich Facebook, Twitter, Tumblr und andere Dienste so mit WordPress verbinden, dass neue Beiträge automatisch geteilt werden. Wer Jetpack nicht nutzt, kriegt die Teilen-Funktionen mit David Neals Plug-in Simple Share Buttons auf seine Site.

Nachgemessen

Ob die Optimierungen geholfen haben und mehr Besucher auf die Site locken, verraten Statistik-Dienste wie das populäre Google Analytics. Für dessen kostenlose Nutzung ist ein Google-Konto erforderlich. Das WordPress-Plug-in Google Analyticator bindet die Statistiken in das Dashboard von WordPress ein und ergänzt den Seitenquelltext automatisch um den nötigen JavaScript-Tracking-Code. Besonders praktisch ist das, wenn Sie öfter mal das Aussehen der Site wechseln: Sie müssen sich dabei keinen Kopf um die Besuchererfassung machen. Weil Google die IP-Adressen der Besucher erfasst und deren Nutzerverhalten auswertet, ist eine Datenschutzerklärung nötig. Die Besucher erfahren darin, welche Daten Google sammelt und was mit ihnen passiert. Google stellt für sein Analyse-Tool die Erweiterung _anonymizeIp bereit, die im Tracking-Code die IP maskiert. Dann werden keine personenbezogenen Daten erzeugt. Besuchern sollten Sie in der Datenschutzerklärung aber auch die Möglichkeit zum vollständigen Opt-Out bieten, etwa durch einen Verweis auf die Browser-Erweiterung zur „Deaktivierung von Google Analytics“. Vorlagen für eine solche Erklärung bieten diverse Rechtsanwälte im Internet an (siehe c’t-Link).

Eine Open-Source-Alternative zu Google Analytics ist Piwik, für das es mit WP-Piwik auch ein Plug-in gibt. Es bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie Google. Das Besondere an Piwik: Es verspricht datenschutzkonformes Tracking. Allerdings muss man Piwik zusätzlich auf dem Webspace installieren und einrichten, was aber nicht allzu kompliziert ist.

Wer nicht so viele Details wissen will und besonderen Wert auf Datenschutz legt, findet in Sergej Müllers Statify einen Datensammler, der weder IP-Adressen speichert noch verarbeitet. Cookies hinterlässt das Tool auch keine. Statify weist Seitenaufrufe und deren Verlauf aus, zeigt die meistgeklickten Inhalte sowie Referrer an – mehr nicht.

Konfliktbewältigung

Bei dem großen Angebot an Plug-ins ist es reizvoll, möglichst viel auszuprobieren. Doch zu viele Erweiterungen können das System auch ausbremsen: Die Macher von WordPress empfehlen, auf die Beeinträchtigung der Performance durch Plug-ins zu achten. Dazu lassen sich Erweiterungen bequem über den Admin-Bereich an- und ausschalten, um dann die Auswirkungen auf die Site zu betrachten. Wenn Ihre Installation lahmt, sollten Sie zunächst alle Erweiterungen ausschalten und nach und nach reaktivieren. Auf diese Weise sehen Sie, wann es hakt und welches Plug-in daran schuld sein könnte.

Probleme kann es etwa geben, wenn sich Plug-ins in die Quere kommen. Größere Erweiterungen wie die Jetpack-Sammlung enthalten beispielsweise Funktionen, für die es auch separate Plug-ins gibt. Sind Letztere zusätzlich aktiv, können Konflikte entstehen.

Das Plug-in P3 zeigt als „Plugin Performance Profiler“, welches Plug-in den Laden aufhält. Nach der Installation befindet sich das Tool im Hauptmenü unter „Werkzeuge“. Ein Klick auf „Start Scan“ startet die Messung. Ein Tortendiagramm veranschaulicht, welche Erweiterungen welchen Anteil an den Ladezeiten der Website ausmachen. Das Tab „Detailed Breakdown“ schlüsselt auf, welche Teile der Site am längsten brauchten – vielleicht ist gar kein Plug-in der Bremsklotz, sondern ein zu komplexes Design-Theme. Die Ergebnisse treffen nicht immer exakt zu, da auch externe Aktivitäten die Messergebnisse beeinflussen, erklärt Entwickler Kurt Payne. Daher ist es sinnvoll, über einen längeren Zeitraum hinweg Messungen vorzunehmen, um einen Trend erkennen zu können.

Ob ein Plug-in was taugt, sehen Sie auch in den Bewertungen im Plug-in-Verzeichnis auf WordPress.org. Die dortigen Profil-Seiten der Entwickler zeigen zudem, wer hinter den Programmzeilen steckt. Oft gibt es Verweise zur „Social Coding“-Plattform GitHub, die einen transparenten Einblick in den Entwicklungsprozess gestattet. Die umtriebige Entwickler-Community macht den Reiz an WordPress aus: Das Verzeichnis ist kein einsamer Plug-in-Friedhof – für jedes gestorbene Projekt gibt es mindestens einen aktuellen Ersatz. (dbe)

Literatur
  1. [1] Daniel Berger, Schnelllader, WordPress-Blogs mit Postbot befüllen, c’t 12/14, S. 168

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weiterführende Links

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