Willkommen in der Virtualität

Virtual-Reality-Brille Oculus Rift DK2

Test & Kaufberatung | Kurztest

Die zweite Entwicklerversion der Oculus-Brille verspricht mit besserem Display und Headtracking ein noch realistischeres Eintauchen in virtuelle Welten.

Bereits die erste Oculus Rift machte Furore: Einfach Brille aufsetzen und komplett in künstliche Welten abtauchen. Anders als bei den bislang erhältlichen Videobrillen füllt das von zwei Lupenlinsen vergrößerte Display fast das gesamte Gesichtsfeld aus. Zusätzlich werden die Kopfbewegungen durch Sensoren in die computergenerierte Welt übernommen.

Die größten Kritikpunkte an der ersten Entwicklerversion („Developer Kit 1“, kurz „DK1“) waren der arg pixelige Bildeindruck und die bei schnellen Kopfbewegungen verschmierte Darstellung. ...

Kommentar: Facebook und Oculus – locker bleiben!

Als Mark Zuckerberg zwei Milliarden US-Dollar für die Entwickler der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift auf den Tisch legte, ließen deren Fans alle Hoffnung fahren. Facebook genießt in gewissen Kreisen inzwischen einen höchst zweifelhaften Ruf und schickt sich an, Microsoft als das offizielle Evil Empire zu beerben.

Man darf sich fragen, ob das Wehklagen im Falle einer Übernahme durch Google auch so laut gewesen wäre. Zuckerberg verfolgt mit der Übernahme eine Strategie, die Google – übrigens trotz des niedlichen Firmenmottos auch so ein Kandidat für das Microsoft-Erbe – seit Jahren erfolgreich vorexerziert: Innovative Start-ups übernehmen, hochpäppeln und dann mal gucken, was passiert. Das klappt nicht immer, aber im besten Fall kommt so etwas wie Android dabei raus.

„Vielleicht ist es ganz gut, dass Oculus die Brille mit einem so starken Partner im Rücken ausentwickeln kann.“

Im Falle von Oculus VR muss man kein Insider sein, um das Potenzial der Brille zu erkennen – zumindest für die Computerspielbranche dürfte Oculus Rift ein Game Changer sein. Wer die Brille einmal aufgehabt hat, sieht das sofort. Erst die Rift wird dem oft missbrauchten Label „Virtual Reality“ wirklich gerecht. Die Aussichten für den Computerspielmarkt alleine rechtfertigen schon das Zwei-Milliarden-Investment.

Auch jenseits der Daddelei birgt das System viel Potenzial: Visualisierung in der Planungsphase, zu Ausbildungszwecken, in der Telemedizin. Es ist eine vielseitige Plattform, die Facebook da jetzt hat. Zuckerberg ist Nerd genug, um das zu wissen. Als Unternehmer hat er genug Kapital, um Oculus zur Serienreife und in Masse auf den Markt zu bringen. Und seine Investoren sind schlau genug, sie erst mal machen zu lassen. Das neue DK2 sollte Anlass genug für weiteren Vertrauensvorschuss sein.

Mit Facebooks Finanzkraft kann Oculus direkt große Stückzahlen und das nötige Marketing stemmen, wenn die Rift serienreif ist. Das ist wichtig, denn mit Sony steht ein alter Hase der Elektronik- und Spielebranche bereit, die junge Konkurrenz plattzumachen. Deshalb sollten auch die Oculus-Fans ein bisschen Gelassenheit aufbringen und es begrüßen, wenn jemand neue Technik nicht der alten Garde zum Fraß überlassen will. Lasst sie mal machen. (vbr)

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