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LESEPROBE

Frei und grundsolide

Debian GNU Linux 7.6 Wheezy

Test & Kaufberatung | Test

Grundsolide und rundum ausgereift ist die Debian-Distribution, wenn die Entwickler sie veröffentlichen. Dank grafischem Installer und Systemkonfiguration ist sie auch für Desktops zu Hause und in Firmen gut geeignet – wenn man sich nicht gerade einen neuen Rechner gekauft hat.

Freiheit ist bei Debian GNU Linux das zentrale Schlagwort, dem sich alles unterordnet. Die Entwickler achten penibel darauf, dass sämtliche in der Debian-Distribution enthaltene Software frei ist – und zwar frei im Sinne der besonders strengen Debian Free Software Guidelines (DFSG). Selbst die Open Source Initiative (OSI) setzt für die als frei eingestuften Software-Lizenzen nicht so hohe Hürden wie das Debian-Projekt. So muss nicht nur der Quellcode verfügbar und frei änderbar und die Weitergabe erlaubt sein, auch darf der Einsatzbereich nicht beschränkt werden. Selbst den Ausschluss einer kommerziellen oder militärischen Nutzung akzeptiert das Debian-Projekt nicht.

Dieses Prinzip verletzten die Debian-Entwickler auch dann nicht, wenn es für sie selbst und die Anwender unbequem wird – etwa weil sich die Distribution durch den Verzicht auf frei verfügbare, aber eben nicht nach den DFSG freien Firmware-Dateien auf manchen Rechnern nicht oder nur eingeschränkt installieren lässt, wenn man nicht zuvor die benötigten Dateien auf einen USB-Stick herunterlädt. Als Download-Quelle dient dabei regelmäßig das Repository non-free, das sich auf fast jedem Debian-Mirror findet und auch von den Debian-Entwicklern betreut wird, aber eben nicht zur offiziellen Debian-Distribution zählt und somit auch nicht von den Installationsmedien eingebunden wird. Immerhin suchen sowohl der grafische als auch der Textmodus-Installer standardmäßig nach einem Speichermedium mit zusätzlicher Firmware. Die DFSG sind auch der Grund, warum Debian die Secure-Boot-Funktion moderner UEFI-Firmware nicht unterstützt: Man müsste neben den Quellen den Signaturschlüssel des Bootloaders veröffentlichen, der Microsoft gehört. ...


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