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Smartphones, Tablets und Notebooks auf der IFA

Tabelle: Samsung Galaxy Alpha

Die Internationale Funkausstellung in Berlin ist längst auch eine Gadget-Messe. Die Hersteller präsentieren hier Anfang September ihre mobilen Gerätschaften für das Weihnachtsgeschäft. Samsung wird voraussichtlich die vierte Generation seines Riesen-Smartphones mit Stiftbedienung Galaxy Note vorstellen. Das AMOLED-Display zeigt Gerüchten zufolge 2560 × 1440 Pixel. Sony bringt wohl das Xperia Z3 mit, den Nachfolger seines erst ein paar Monate alten Smartphone-Flaggschiffs Z2. Microsofts IFA-Einladung verspricht mindestens ein neues Windows-Smartphone.

Ein IFA-Exponat wurde schon Anfang August vorgestellt: Das Galaxy Alpha, das erste Samsung-Smartphone mit Metallrahmen. Es soll nur 6,7 Millimeter dick sein und 115 Gramm wiegen. Die Ausstattung inklusive Fingerabdrucksensor wirkt hochklassig, diesen Eindruck trübt die relativ niedrige Display-Auslösung von 1280 × 720 (siehe Tabelle). Es soll im Oktober für voraussichtlich rund 600 Euro in den Handel kommen.

Die spannendsten Tablets auf der IFA werden die Modelle mit Intels neuem Core-M-Prozessor mit Broadwell-Kern sein (siehe S. 24). Er soll Windows-Tablets ein bisschen schneller, flacher und ausdauernder machen als die aktuellen Core-i-Modelle und obendrein ohne Lüfter auskommen. Core-M-Tablets zum Ausprobieren könnte es bei Acer, Toshiba, Lenovo und Samsung geben. Asus hat seins schon im Juni angekündigt und zeigt es in Berlin wohl nur der Presse, denn einen Messestand hat Asus nicht.

Notebooks mit Broadwell-Prozessor kommen erst 2015 auf den Markt und werden ziemlich sicher nicht auf der IFA präsentiert, sondern erst im Januar auf der CES. Wahrscheinlich kann man einige Notebooks mit Microsofts „Windows 8.1 mit Bing“ testen, die weniger als 300 Euro kosten. In dieser Preisklasse wehrt sich Microsoft gegen Notebooks mit Googles Chrome OS, die sich in den USA immer besser verkaufen. Acer zeigt das lüfterlose Chromebook 13 mit ARM-CPU (Tegra K1) und mattem Display. Es soll im September für 300 Euro in den Handel kommen, gegen Aufpreis auch mit Full-HD-Auflösung. (cwo)

Samsung verschenkt Tablets für Amazon-Bewertungen

Die meisten Online-Shopper berücksichtigen Nutzerbewertungen beim Kauf. Kein Wunder, dass Hersteller bei Agenturen gefälschte Lobeshymnen im Dutzend bestellen können – heimlich, versteht sich. Immer beliebter wird nun ein anderer Trick: Geräte werden ganz offiziell für Rezensionen verschenkt. Das verstößt nicht gegen die Regeln der meisten Online-Shops, sorgt aber ebenfalls für Top-Bewertungen: Einem geschenkten Gaul 

Ein Beispiel ist Galaxy Tab S von Samsung. Mitte August stammte von insgesamt rund 80 Bewertungen auf Amazon.de mehr als die Hälfte von Nutzern, die das Android-Tablet gratis erhalten hatten. Dadurch stieg die Gesamtnote von 3,5 auf 4,0 Sterne.

Rund 20 Rezensionen stammten von Teilnehmern einer Testaktion von Samsung. Die meisten dieser Texte, aber nicht alle, enthalten den Hinweis, dass das Testgerät von Samsung gestellt wurde. Was die Autoren generell nicht verraten: Wenn sie zwei Rezensionen in Shops oder Preisvergleichen veröffentlichen, dürfen sie das 400 bis 600 Euro teure Gerät behalten. Laut den Teilnahmebedingungen sollen die „Tab-Tester“ Links zu ihren Rezensionen an Samsung schicken. Erst dann entscheidet sich, „ob die Aufgabe als erfüllt gilt“.

Samsung mag daran nichts Fragwürdiges erkennen. „Der Verbleib des Testgerätes beim Tester war selbstverständlich nicht von einer gegebenenfalls positiven Bewertung des Produkts abhängig“, betont der Hersteller gegenüber c’t. Jedenfalls bewerteten 15 der 20 beschenkten Tester das Tablet mit vollen 5 Sternen, der Rest vergab immerhin 4 Sterne. Macht im Schnitt 4,75 Sterne.

Rund 25 weitere Bewertungen stammten aus Amazon Vine. Für diesen „Club der Produkttester“ wählt Amazon die Mitglieder direkt aus, die Testgeräte lassen aber ebenfalls die Hersteller springen. Dem Galaxy Tab S haben Vine-Mitglieder im Schnitt 4,4 Sterne gegeben. Ihre Bewertungen sind farbig als Vine-Texte gekennzeichnet, aber der Leser erfährt auch hier nicht, dass die Autoren die Geräte geschenkt bekommen. Die Rezensenten, die das Tablet zumindest dem Anschein nach nicht gratis bekommen haben, bewerteten nur mit durchschnittlich 3,5 Sternen.

Einige Online-Shopper haben sich offenbar schon an Tricksereien der Hersteller gewöhnt. „Egal, welche öffentliche Bewertung man sich ansieht, man muss immer von gekauften Lobhudeleien ausgehen. Daher schaue ich mir immer nur die Verrisse an“, kommentiert ein heise-online-Leser. Den c’t-Test des Galaxy Tab S lesen Sie auf Seite 86. Wie immer haben wir die Testgeräte an Samsung zurückgeschickt. (cwo)

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