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OLEDs flexibel und gedruckt

Samsung macht Ernst mit den organischen Displays: Das koreanische Unternehmen hat seine bislang getrennten Bereiche LCD und OLED zusammengelegt, um die organischen Schirme besser zu vermarkten. Ende 2013 wird das Unternehmen nach eigenen Angaben das 500-millionste AMOLED produzieren – allein in diesem Jahr fertigte Samsung 200 Millionen organische Displays.

Auf einer Veranstaltung für Analysten gab der Hersteller zu erkennen, dass er OLEDs als die führende Displaytechnik vor allem im Mobilbereich sieht. Während biegsame Displays aktuell keinerlei Marktbedeutung haben, rechnet Samsung damit, dass schon in fünf Jahren 40 Prozent aller Mobildisplays flexibel sein werden. 2015 will das Unternehmen faltbare Schirme ins Programm nehmen, die ein Smartphone per Ausklappen zum Tablet machen. Für tragbare Displays – Smartwatches und andere Wearables – entwickelt Samsung zunächst biegsame OLEDs.

Für organische Displays mit Pixeldichten unter 250 ppi kann Samsung nach eigenen Angaben herkömmliche Subtrate aus amorphem Silizium nutzen. Erst für feinere Auflösungen müssen Techniken wie LTPS (Low Temperature PolySilicon) und IGZO (Indium Gallium Zink Oxid) her. Samsung setzt hier auf die Polisiliziumtechnik, während Hersteller wie LG und Sharp Oxid-Halbleiter favorisieren.

Die Zukunft sehen viele OLED-Hersteller in der Drucktechnik: Wenn man die organischen Leuchtschichten drucken kann, statt sie aufwendig im Vakuum per Gasentladung zu beschichten, würde das die Massenfertigung deutlich billiger machen und auch größere Displays erlauben. Bisher liegt die maximale Größe eines in einem Stück produzierten OLED bei Diagonalen von 1,40 Metern (55 Zoll) – das reizen Samsung und LG mit ihren OLED-Fernsehern bereits voll aus.

Panasonic hatte im Januar 2013 auf der CES ein erstes OLED-TV mit gedruckten Leuchtschichten gezeigt, das in Zusammenarbeit mit Epson entstanden ist. LG will auf diesem Gebiet offenbar mit Merck zusammenarbeiten. Der Darmstädter Weltmarktführer bei Flüssigkristallen feilt seit geraumer Zeit in einem eigenen Forschungszentrum an organischen Leuchtmaterialien und beliefert LG bereits damit. Außer pulverisierten Stoffen will Merck künftig in Flüssigkeit auflösbares organisches Material herstellen und eigene Produktionsverfahren für gedruckte OLEDs entwickeln. (uk)

4K-Filme per Streaming

Bislang sind Videos und Filme in ultrahoher Auflösung noch Mangelware. Von Sony werden auf der bislang nur in den USA erhältlichen Medienfestplatte FMP-X1 gerade mal zehn UHD-Filme angeboten. Auf Youtube findet man vor allem stark komprimierte Demovideos und Filmtrailer in Ultra HD, im Kino liefen bislang eine Handvoll 4K-Filme. Damit Industrie und Zuschauer vom 4K-Trend profitieren können und sich Ultra-HD-Fernseher in den Wohnstuben lohnen, müssen allerdings mehr Inhalte her.

Amazon sieht das offenbar ähnlich: Der Versandhändler will künftig alle seine Serien in 4K-Auflösung (3840 × 2160 Pixel) produzieren. Zwar hat Amazon eine Informationsseite über 4K online gestellt, wie genau die ultrahochauflösenden Videos übermittelt werden sollen, geht daraus aber nicht hervor.

Wahrscheinlich wird Amazon die ultrahochauflösenden Serientitel über seinen Streaming-Dienst Amazon Instant Video zeigen. Die in diesem Jahr gestarteten Amazon-Serien „Betas“ und „Alpha House“ sind in den USA bislang ausschließlich über die firmeneigene Streaming-Plattform zu sehen; in Deutschland und Großbritannien laufen sie über die Amazon-Tochter Lovefilm. Ob die 4K-Auflösung nur der US-Dienst Amazon Instant Video beherrschen wird oder auch Lovefilm, ist noch offen. Zu den für 2014 angekündigten 4K-Pilotfilmen gehört das Endzeit-Drama „The After“ von Akte-X-Erfinder Chris Carter sowie die Comedy-Serie „Mozart in the Jungle“ von Roman Coppola.

Neben Amazon arbeitet angeblich auch die Online-Videothek Netflix an 4K-Streaming. Das Unternehmen hat in diesem Jahr unter anderem die von Kritikern hochgelobten Drama-Serien „House of Cards“ und „Orange is the New Black“ produziert.

Während es an 4K-Inhalten noch kräftig mangelt, kommen immer mehr Ultra-HD-TVs zu verträglichen Preisen auf den Markt. So sollen ab Ende Dezember unter der Marke Blaupunkt zwei UHD-TVs für 600 Euro mit einem Meter Diagonale (39 Zoll, B39A401TC-UHD) beziehungsweise für 950 Euro mit 1,27 Metern Diagonale (50 Zoll, B50A401TC-UHD) erhältlich sein. Beide sind allerdings sehr einfach ausgestattet, ihnen fehlt eine Netzwerkanbindung und damit auch HbbTV.

Der chinesische Display-Spezialist Changhong hat ebenfalls ein UHD-TV im Programm: Der UHD55B6000IS zeigt knapp 1,40 Meter in der Diagonale (55 Zoll) und kommt derzeit für 2000 Euro in den Handel. Er ist mit Netzwerk, HbbTV, 3D-Funktion, freiem Browser, integriertem Medienplayer und TV-Apps deutlich besser ausgestattet. In einer ähnlichen Preisregion liegen die Ultra-HD-TVs von Hisense (siehe Test in c’t 25/13, Seite 64)

Angesichts der neuen Konkurrenz haben auch die etablierten Hersteller ein wenig an der Preisschraube gedreht. So tauchte kürzlich ein Ultra-HD-Fernseher von LG mit 1,40 Metern Diagonale (55 Zoll) für 2800 Euro auf – allerdings als Aktionsangebot. Samsungs 55-Zöller UE55F9000 gibt es im Online-Handel für knapp 3000 Euro und Toshibas 58L9363DG, ein 58-zölliges UHD-TV mit 1,47 Metern Diagonale, findet man ebenfalls für unter 3000 Euro.

Und auch für 2014 stehen die Zeichen gar nicht schlecht: Da werden voraussichtlich fast 10 Prozent aller weltweit verkauften Fernsehdisplays die ultrahohe Auflösung nutzen. Der Löwenanteil der UHD-Fernseher stammt dann von chinesischen Herstellern wie Changhong oder Hisense. Von den koreanischen Hersteller Samsung und LG kommen demnach nur 20 Prozent aller 4K-TVs, von japanischen Produzenten wie Sony und Panasonic lediglich 15 Prozent. Allerdings dürften die meisten chinesischen Hersteller für ihren heimischen Markt produzieren, sodass hierzulande weiterhin die bekannteren Marken mit UHD-Fernsehern dominieren werden. (jkj/uk)

Futuristische Datenbrille für 3000 Dollar

Das Startdatum für die Consumerversion von Googles Datenbrille Glass steht noch nicht einmal fest, da kündigt Meta, der wohl ambitionierteste Konkurrent für Googles Datenbrille Glass, eine fertige Brille und 500 Apps an: Im Juni 2014 soll die Meta Pro für 2985 US-Dollar erhältlich sein.

Während Google Glass nur ein kleines Bildchen im peripheren Sichtfeld aufspannt, soll die Meta-Brille einen großen Teil des Sichtfeldes ausfüllen – der Hersteller nennt einen Blickwinkel von 40 Grad. Die Meta Pro hat für jedes Auge ein Brillenglas, die Auflösung soll bei 1280 × 720 Pixeln liegen. Dank einer eingebauten Tiefenkamera soll es auch möglich sein, virtuelle 3D-Objekte im Raum darzustellen, die man mit der Hand manipulieren kann – Iron Man lässt grüßen. Die Brille ist mit einer kleinen Box verbunden, in der eine Intel-I5-CPU, 4 GByte RAM und eine 128-GByte-SSD steckt. Die Akkukapazität gibt Meta mit 32 Wattstunden an. Zum Vergleich: Im iPad Air steckt ein Akku mit 32,9 Wattstunden.

Während die 3000-Dollar-Pro-Variante im retro-futuristischen Tropfenbrillen-Design nebst Computerbox daherkommt, kann man für 667 US-Dollar auch die Entwicklerversion Meta.01 vorbestellen. Diese muss man an den eigenen Rechner anschließen, für unterwegs eignet sie sich also nicht. Außerdem beträgt die Displayauflösung der Meta.01 offenbar nur 960 × 540 Pixel; sie basiert auf der in c’t 24/12 getesteten Moverio-Brille von Epson. (jkj)

Google-Glass: Unbemerkt knipsen

Google will seiner Glass durch ein Update beibringen, dass Nutzer per Zwinkern Fotos schießen können. Bislang musste man entweder laut die Befehle „Ok Glass, take a picture“ aussprechen oder die Auslösetaste auf dem rechten Glass-Bügel drücken, um ein Foto zu machen. Die neue Zwinker-Funktion soll sogar funktionieren, wenn das Glass-Display ausgeschaltet ist, was Privatsphäre-Verteidigern besonders auf die Palme bringen dürfte. Google betont, dass es sich nur um eine experimentelle Funktion handele.

Das XE12-Update rüstet außerdem einen Lockscreen nach, der mit Wisch- und Tippgesten am Brillenbügel aktiviert wird. Für den hauseigenen Messenger Hangouts gibt es nun eine Glass-App. Entfernt hat Google den Gast-Modus zum Vorführen, der alle persönlichen Daten ausblendet. Laut Google soll noch vor Weihnachten eine iOS-Version der „MyGlass“-Smartphone-App veröffentlicht werden; bislang gab es diese nur für Android. Mit MyGlass lassen sich zum Beispiel WLAN-Passwörter eingeben, Glass-Anwendungen installieren oder der Displayinhalt der Glass aufs Smartphone streamen. (jkj)

Multifunktionsdrucker mit Vorlagenwender

Der Multifunktionsdrucker Canon Pixma MX725 scannt mit seinem duplexfähigen Vorlageneinzug bis zu 35 Blatt beidseitig ein und kann die digitalisierten Dokumente sogleich faxen. Der Neuzugang in Canons MX-Modellserie bürotauglicher 4-in-1-Multifunktionsgeräte dürfte dank seiner fünf Einzeltinten – zu den drei Grundfarben und dem pigmentierten Schwarz kommt eine Patrone mit Foto-Schwarz – anders als viele andere Bürogeräte auch Fotos in guter Qualität ausgeben. Canon will außer XL-Patronen für Text-Schwarz eine XXL-Patrone mit einer Reichweite von 1000 Seiten anbieten.

Der Scanner erreicht laut Hersteller mit 4800 × 2400 dpi eine für Büromodelle ungewohnt hohe optische Auflösung. Einen Touchscreen gibt es anders als bei Canons Heimgeräten nicht, man bedient den MX725 stattdessen über ein Tastenfeld. Menüs und Vorschaubilder zeigt das 6,2-cm-Farbdisplay. Über Ethernet und WLAN (IEEE 802.11n) kommuniziert der Multifunktionsdrucker mit PCs im Netzwerk, Cloud-Diensten und Smartphones – für Androiden gibt es dazu die App Pixma Printing Solutions, iOS-Geräte nutzen AirPrint. Der Canon Pixma MX725 soll im Januar 2014 für 170 Euro in den Handel kommen. (rop)

75 Millionen für VR-Brille Oculus Rift

Von der Kickstarter-Klitsche zum Konzern – das US-Unternehmen Oculus, Erfinder der Rift-Virtual-Reality-Brille, bekommt eine heftige Geldspritze und kann damit viele Mitarbeiter einstellen: Internet-Urgestein Marc Andreessen und seine Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz investieren 75 Millionen US-Dollar. Mit dem Geld wollen die Kalifornier ihre Brille, die bislang nur in einer Entwicklerversion mit geringer Bildschirmauflösung erhältlich ist (Test in c’t 10/13), bis zum geplanten Massenstart Ende 2014 stark verbessern. Laut der US-Website The Verge plant Oculus unter anderem „Komplett-Headtracking“. Damit werden anders als beim derzeitigen Modell nicht nur Bewegungen des Kopfes ausgewertet, sondern auch die Position des Körpers im Raum. Dadurch soll der Aufenthalt in der virtuellen Realität nicht mehr zu Übelkeit führen. Jene Übelkeit ist nach Ansicht vieler Experten das größte Hindernis eines möglichen Massenerfolgs. Auch bei unseren Experimenten in der c’t-Redaktion hatten etliche Kollegen mit Unwohlsein zu kämpfen.

Die aktuelle Oculus benötigt einen per HDMI oder DVI angeschlossenen Rechner. Künftige Versionen sollen dagegen auch autonom laufen, möglicherweise mit einem integrierten Android-System – in den Jobangeboten auf oculusvr.com sind mehrere Android-Entwicklerstellen ausgeschrieben. (jkj)

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