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Modellieren in 3D

SpaceClaim Engineer ist – anders als der Name vermuten lässt – ein 3D-Programm, das sich explizit an Anwender ohne fundierte CAD-Ausbildung richtet. Version 2014 bringt 3D-Objekte iterativ auf ein gewünschtes Zielvolumen, Polygone in Oberflächennetzen verwandelt sie in NURBS-Flächen. Bei der parametrischen Modellierung soll SpaceClaim Engineer eng mit Excel zusammenarbeiten – Formeln und Berechnungen für Modellparameter kann man bequem in die Tabellenkalkulation auslagern. Die Software importiert 3D-PDFs. Komplexe Modelle sollen dank Multi-Threading parallelisiert und dadurch mit einer Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent aufgebaut werden. Einzelteile färbt die Anwendung auf Wunsch in kontrastierenden Tönen ein, damit sie sich visuell leichter voneinander unterscheiden lassen. Ergänzt um das Add-in Dynamics for SpaceClaim der Firma Algoryx Simulation bringt die Software über eine Physik-Engine mechanische Systeme in Bewegung, sodass man deren Einzelteile vorab auf Funktion, Oberflächenkontakte, Kollisionen und auftretende Kräfte prüfen kann. Die erzeugten Animationen sollen sich zudem in den Renderer Luxion Keyshot exportieren lassen, der daraus fotorealistische Videos berechnet. Preise gibt es auf Anfrage. (pek)

Wolkenfabrik und programmierte Architektur

CAD- und CAM-Programme gelten zwar als klassische Schwergewichtsanwendungen für Workstations. Der Hersteller Autodesk arbeitet aber schon seit zwei Jahren an einem umfassenden Cloud-Programm mit dem Namen Autodesk 360, bei dem der Kern der jeweiligen Anwendung auf den Servern des Herstellers läuft. Auf seiner Hausmesse in Las Vegas hat er als Teil dieses Cloud-Angebots Autodesk CAM 360 vorgestellt – eine CNC-Programmierplattform, die im Browser läuft. Darin steckt Technik der im Jahr 2012 von Autodesk übernommenen Firma HSMWorks. Die kann man allerdings alternativ auch weiterhin als klassische Erweiterung für CAD-Werkzeuge anderer Hersteller beziehen: Autodesk hat gerade Version 2014 von HSMWorks für SolidWorks herausgebracht, mit neuem API und einer erweiterten Maschinenauswahl für die Fertigungssimulation. HSMWorks ist ab sofort verfügbar, die Cloud-Fabrik CAM 360 hingegen soll erst im neuen Jahr und voraussichtlich gegen eine monatliche Gebühr zu benutzen sein, ähnlich wie der Online-3D-Modellierer Fusion 360 (c’t 17/13, S. 44) oder die schon länger verfügbaren Cloud-Angebote für die Simulation und das Product-Lifecycle-Management (PLM). Das Basiskonto bei Autodesk 360 ist kostenlos, bietet 5 GByte Online-Speicherplatz und den Zugang zu einer Art sozialem Netz für Projektteams, die Dateien austauschen und gemeinsam nutzen wollen.

Den mobilen Gebäudemodellierer Autodesk FormIt (c’t 3/13, S. 58) kann man jetzt zum einen als Beta-Version im Browser ausprobieren, zum anderen ist die kostenlose iPad-App jetzt für iOS 7 optimiert. Außerdem bekommt man FormIt als Android-App (siehe c’t-Link). Weit komplexere Gebäudemodelle erzeugen die Werkzeugprototypen DesignScript und Dynamo, die Autodesk kürzlich zu einer grafischen Programmierumgebung für geometrische Formen verschmolzen hat. Damit konstruiert der Anwender seine Bauprojekte nicht mehr direkt, sondern klickt in einer grafischen Ansicht Operatoren und Verbindungen zu Skripten zusammen, aus denen die Software 3D-Modelle und Konstruktionsdaten für stützende Strukturen und äußere Hüllen der programmierten Architektur berechnet. Das soll die Fantasie entfesseln und beispielsweise organisch verdrehte Wabenfassaden planbar machen. (pek)

Notizen

Die Messdatensoftware IPEmotion fügt in Version 2013.2 erfassten geografischen Koordinaten weitere Daten hinzu, etwa die gefahrene Geschwindigkeit eines Fahrzeugs. Die Software läuft unter Windows; Preise nennt der Hersteller auf Anfrage.

Magics ist eine Software des Herstellers Materialise zur Vorbereitung von 3D-Druckdaten. Version 18 soll neue und verbesserte Schnitt- und Maßwerkzeuge bieten, mit denen man beispielsweise Mindestwandstärken und ISO-Toleranzen prüft.

Die Konstruktionsrechner-Sammlung DXFcalcs Suite besteht in Version 2014 aus den drei Einzelprogrammen GrafiCalc Elements, ToleranceCalc und SectionCalc. Damit lassen sich mechanische Konstruktionen skizzieren, simulieren und prüfen sowie Kenngrößen wie Querschnitte und Toleranzen berechnen. Das Paket kostet bei DataCAD 237 Euro.

Der herstellerunabhängige Anwenderverband für numerische Simulation NAFEMS veranstaltet am 20. und 21. Mai in Bamberg zum zweiten Mal eine deutschsprachige Konferenz. Abstracts als Bewerbungen für Fachvorträge aus Industrie, Forschung und Anwendung können noch bis zum 7. Februar eingereicht werden.

Der 3D-Webdienst Digital Forming bietet die nötige Infrastruktur, um eigene 3D-Entwürfe als individualisierbare 3D-Druckvorlagen zu vertreiben: Man lädt seine 3D-Vorlage hoch und legt fest, bei welchen Details Kunden noch selbst Hand anlegen dürfen – Digital Forming erzeugt dann eine Browser-Anwendung für die Bestellung, die man in die eigene Webseite einbettet, und vermittelt 3D-Druckdienstleister. Das Basis-Angebot ist kostenlos, die Pro-Version kostet 450 englische Pfund pro Monat.

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