Lüfterlose Spezial-PCs

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Lüfterlose Spezial-PCs Schiffe sind wegen Feuchtigkeit, Vibrationen und Störungen auf den elektrischen Leitungen ein unwirtlicher Ort für Computer. Den lüfterlosen Mini-PC SBOX-100-QM87 hat IEI Technologies genau auf solche Bedingungen...

Schiffe sind wegen Feuchtigkeit, Vibrationen und Störungen auf den elektrischen Leitungen ein unwirtlicher Ort für Computer. Den lüfterlosen Mini-PC SBOX-100-QM87 hat IEI Technologies genau auf solche Bedingungen zugeschnitten. Demnach reichen die Kühlrippen auf dem 29 cm × 22,5 cm × 7,5 cm großen Gehäuse aus, um die maximal 37 Watt Abwärme des Mobilprozessors Core i5-4400E abzuführen. Der betreibt seine beiden Kerne mit 2,7 bis 3,3 GHz. Zwei SO-DIMM-Slots nehmen bis zu 16 GByte RAM auf. Für Massenspeicher gibt es eine CFast-Schnittstelle sowie Platz für einen RAID-Verbund aus zwei 2,5"-SATA-SSDs. Den zulässigen Temperaturbereich spezifiziert IEI mit –15 bis +55 °C.

Mit Radar- und Navigationssystemen verbinden den PC insgesamt fünf serielle Schnittstellen nach den im maritimen Bereich noch weit verbreiteten Standards RS-232/422/485. Vier davon sind sogar bis 2,5 kV isoliert. Das gilt auch für die beiden CAN-Bus-Anschlüsse. Einer der beiden LAN-Ports ist bis immerhin 2 kV isoliert. Auch die Spannungsversorgung (9 bis 36 V, DC) erfolgt isoliert. Das schützt den PC vor Störungen durch Funkgeräte und Co. im Bordnetz oder auf den Datenleitungen von Schiffen. Für Eingabegeräte und andere Peripherie stehen noch eine Reihe gängiger PC-Schnittstellen wie USB 2.0 und 3.0, Audio, DVI, HDMI und VGA bereit. Über Letztere kann der SBOX-100-QM87 bis zu drei Displays parallel betreiben. Bei ICP-Deutschland soll die Basisversion des SBOX-100-QM87 ab November 1700 Euro kosten.

Der NUVO-3100VTC von Neousys ist hingegen auf den Einsatz in Landfahrzeugen ausgelegt. Auch hier dient das 21 cm × 16,5 cm × 5,9 cm große Gehäuse als Kühlkörper. Den vollen Temperaturbereich von –25 bis +70 °C erreicht der NUVO-3100VTC aber nur, wenn man per Software-Konfiguration auf Prozessorleistung verzichtet. Als CPUs sind der 45-Watt-Vierkerner Core i7-3610QE und der 35-Watt-Doppelkerner Core i5-3610ME erhältlich.

Von anderen Mini-PCs hebt sich der NUVO-3100VTC durch seine vier Gigabit-Ethernet-Ports ab, die jeweils 25,5 Watt per PoE an Geräte weiterreichen. Außerdem hat er 4 × USB 3.0, je 2 × USB 2.0 und RS-232/422/485 sowie je vier digitale Ein- und Ausgänge. Bis zu drei Displays versorgt der PC über 1 × DVI-I und 2 × DisplayPort. Eines der beiden 2,5"-SATA-Laufwerke lässt sich über einen Hot-Swap-Rahmen im laufenden Betrieb wechseln.

Versorgen kann man den PC dank Weitbereichseingang mit 8 bis 35 V Gleichspannung, also direkt aus den 12- respektive 24-V-Bordnetzen von Fahrzeugen. Auch eine Kopplung an das Zündschloss (Ignition Power Control) ist vorgesehen. Beim deutschen Distributor Acceed kostet der NUVO-3100VTC je nach Ausstattung zwischen 1070 und 1670 Euro.

Noch kleiner und damit für die Integration in eigene Elektronik gedacht ist unterdessen das Pico-ITX-System HYPER-BT von IE Technology. Dessen 10 cm × 7,2 cm großer Metallrahmen dockt auf der Unterseite der Platine an und kühlt so den Atom-Prozessor aus Intels Bay-Trail-Familie. Erhältlich ist die Platine mit diversen CPUs; die Palette reicht vom 1,46-GHz-Single-Core Atom E3815 bis zum 2-GHz-Quad-Core Celeron J1900 oder anders ausgedrückt von 5 bis 10 Watt TDP. In den einzigen SO-DIMM-Slot kann man maximal 8 GByte RAM stecken.

Weil es auf der Rückseite nur Platz für je 1 × VGA, USB 2.0, USB 3.0 und LAN gibt, braucht man zusätzliche Adapter, um den Stiftleisten noch 2 × USB 3.0, 2 × RS-232, PS/2, DisplayPort, HDMI sowie DVI zu entlocken. Aus der 12-Volt-Versorungsleitung soll der HYPER-BT rund 16 Watt ziehen. Die Betriebstemperatur darf zwischen –20 und 60 °C liegen. Beim deutschen Distributor Compmall kostet der HYPER-BT in der kleinsten Konfiguration knapp 300 Euro. (bbe)

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