Haswell-EP-Maschinen der großen Server-Hersteller

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Haswell-EP-Maschinen der großen Server-Hersteller Am 8. September hat Intel die Baureihe Xeon E5-2600 v3 für Server und Workstations mit zwei CPU-Fassungen und DDR4-Hauptspeicher vorgestellt. Die Server-Hersteller bestücken damit neue, teilweise...

Am 8. September hat Intel die Baureihe Xeon E5-2600 v3 für Server und Workstations mit zwei CPU-Fassungen und DDR4-Hauptspeicher vorgestellt. Die Server-Hersteller bestücken damit neue, teilweise deutlich verbesserte Geräte. Sie bringen bis zu 36 Prozessorkerne mit 72 Threads, höhere Rechenleistung per AVX2-Code, mehr Effizienz und über 1,5 TByte Hauptspeicher.

Die unter dem Codenamen Haswell-EP entwickelte CPU-Familie (siehe S. 140) umfasst Xeons mit 4 bis 18 Cores in TDP-Klassen von 55 bis 145 Watt (Workstations: bis 160 Watt) und ergibt mit dem Chipsatz C610 beziehungsweise C612 (Wellsburg) die Plattform Grantley. Sie zielt auf die meistverkauften Server, nämlich jene mit zwei CPU-Fassungen (Sockets). Es gibt sie in Tower-, Rack- und Blade-Bauformen mit zahlreichen Ausstattungsvarianten. Cisco, Dell, HP, IBM und Lenovo haben ihre Haswell-Versionen schon angekündigt, Server-Barebones und Mainboards kommen unter anderem von Asrock, Gigabyte, Supermicro und Tyan. Boards findet man nun häufiger mit Onboard-Adaptern für 10-Gigabit-Ethernet (10GbE) – gängig bleibt freilich zwei- bis viermal 1GbE.

Bei der PCI-Express-Anbindung hat sich im Vergleich zum Vorgänger Ivy Bridge-EP (Xeon E5-2600 v2) nichts geändert, jede CPU stellt 40 PCIe-3.0-Lanes bereit. Flash-Speicher kommt jetzt öfter auch in Form von 1,8-Zoll-SSDs oder als NVMe-SSD zum Einsatz. Nach Intel hat auch HGST eine NVMe-SSD-Serie angekündigt – ob die SN100 ebenfalls PCIe 3.0 unterstützt wie die Intel-Produkte, ist noch offen. Die NVMe-SSDs gibt es als PCIe-Steckkarten oder im 2,5-Zoll-Format für Backplanes mit SFF-8639-Steckern; diese übertragen außer vier PCIe-Lanes alternativ auch zwei SAS-Kanäle oder SATA, je nach Hostadapter. Die bei Desktop-Rechnern jetzt kommenden M.2-Fassungen für PCIe-SSDs mit 2 oder 4 Lanes sind in Servern selten, man findet sie etwa auf einigen Boards von Intel und je zwei in Lenovos ThinkServer RD550, RD650 und dem Tower-Modell TD350.

Beim RAM wächst die Kapazität zunächst zögerlich: Im Prinzip unterstützt Haswell-EP außer den schon bei DDR3 möglichen 4-Gigabit-Chips nun auch DDR4-SDRAMs mit 8 GBit, aber die sind noch nicht auf dem Markt. So qualifizieren viele Server-Hersteller erst einmal RDIMMs und LRDIMMs mit höchstens 64 GByte, also mit derselben Kapazität wie bisher, bloß als DDR4. Intel erlaubt aber auch, die 16 DIMM-Slots des Mainboards S2600CW2 mit 128-GByte-LRDIMMs zu füllen, was 2 TByte ergibt. Auf Boards mit 24 Speicherfassungen – drei an jedem der vier Kanäle jedes Prozessors – wären also 3 TByte möglich, etwa beim Supermicro X10DRC-LN4+. Das gibt derzeit aber keine Firma frei und die nötigen Module dürften sehr teuer sein, wenn sie dann endlich lieferbar sein werden.

Fernwartung

Die x86-Server-Marktführer HP (ProLiant Gen9) und Dell (13. Generation PowerEdge) heben verbesserte Fernwartungsfunktionen hervor. So sollen sich mehr Einstellungen ohne aufwendige Zusatzsoftware oder separaten Management-Server direkt per IPMI 2.0 steuern lassen oder über den Webserver, der auf dem Baseboard Management Controller (BMC) des Servers läuft. Dell verspricht auch mehr Diagnosefunktionen, die ohne die Installation eines Software-„Agent“ im laufenden Betriebssystem auskommen; dazu gehören etwa Statusinformationen der RAID-Hostadapter. Fernwartung ohne Agent ist auch wichtig für Server, auf denen ein Hypervisor läuft.

Apropos RAID: Der integrierte SAS-Controller im Intel-Chipsatz ist verschwunden, stattdessen bindet der C612 jetzt über zwei integrierte AHCI-Controller zehn SATA-6G-Ports an (6+4). Die meisten Server-Hersteller löten aber SAS-(12G-)Controller – oft von LSI (Avago) – aufs Board oder verkaufen optionale Hostadapter. Für Software-defined Storage unterstützen diese einen Pass-Through-Modus, denn hier übernimmt die Software das Kommando, etwa VMware vSAN oder Hyper-V mit Storage Spaces. Einige Firmen offerieren besondere Konfigurationen für das „hyperkonvergente“ Server-Storage-System VMware EVO:RAIL. Auch für OpenStack gibt es zertifizierte Systeme, dabei kooperieren beispielsweise Red Hat und Cisco.

Cisco hat innerhalb weniger Jahre die Spitzenposition bei den Blade-Servern erkämpft und stellt das Haswell-EP-Blade UCS B200 M4 vor, aber auch Rack-Server mit 1 und 2 HE, nämlich UCS B220 M4 und B240 M4. Die Besonderheit des Unified Computing System (UCS) sind spezielle Adapter und Switches mit 40-GBit/s-Ports (80 GBit/s pro Server), die sich flexibel und automatisiert für Netzwerk und Storage nutzen lassen.

IBM bestückt die Rack-Server System x3550 M5 und x3650 M5 sowie einige FlexSystems mit Haswell-EP. Vom Blade-System Nextscale nx360 M5 gibt es auch eine Version mit Flüssigkeitskühlung, ebenso wie vom HP Apollo 8000. IBMs x86-Server-Geschäft wechselt demnächst zu Lenovo. (ciw)

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