Wegweiser in die blaue Zukunft

Bluetooth 4.1 steht vor der Tür

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Bluetooth 4.0 Low Energy alias Bluetooth Smart hat den Durchbruch geschafft: Praktisch alle neuen Smartphones unterstützen die stromsparende Funktechnik – egal, ob sie mit Android, iOS oder Windows Phone laufen. Um up to date zu bleiben, gibt es nun Version 4.1. Alle neuen Herausforderungen löst diese aber auch nicht.

Fast 500 Millionen Bluetooth-Smart-Geräte sollen schon verkauft worden sein, bis 2018 erwartet die Branche, 3 Milliarden Geräte abzusetzen – darunter Wearables, Sportelektronik und Spielzeug, die man ans Handy koppelt, und sogenannte „Beacons“, die als kleine Funkfeuer zusammen mit Smartphone und App Indoor-Lokalisation und gezielte Werbung ermöglichen. Doch die aktuelle Low-Energy-Version (LE) von Bluetooth stößt mittlerweile an verschiedenen Stellen an ihre Grenzen.

Einige davon will die zuständige Bluetooth Special Interest Group (SIG) mit der Spezifikation 4.1 durchbrechen, zu der passende Chips jetzt serienreif sind. Panasonic teilte auf der ersten europäischen Bluetooth-Smart-Konferenz in Amsterdam mit, Produkte mit SoC-Modulen der sogenannten 1740er-Reihe in den kommenden Monaten auf dem Markt zu erwarten. Auch Android unterstützt in der kommenden Version „L“ bereits Bluetooth 4.1; passende Smartphones sind aber noch nicht in Sicht.

Das Update auf die abwärtskompatible Version 4.1 weicht unter anderem die Einteilung der LE-Geräte in die Kategorien „Bluetooth Smart Ready“ und „Bluetooth Smart“ auf. Eigentlich sagen diese Bezeichnungen nur aus, ob ein Gerät neben LE auch den klassische Bluetooth-Funk beherrscht (Smart Ready) oder lediglich die neue LE-Variante (Smart); zur ersten Gruppe gehören Smartphones, zur zweiten Smartwatches und Sensoren, etwa Herzfrequenzmesser. In der Praxis sorgt dieses Konstrukt jedoch für ein starre Rollenverteilung: Smartwatch und Brustgurt verbinden sich jeweils mit dem Handy, nicht aber direkt miteinander. Mit Bluetooth 4.1 kann ein Gerät hingegen zur gleichen Zeit sowohl als Peripherie als auch als Hub fungieren. So ließe sich eine Smartwatch bauen, die Werte von einem Bluetooth-Smart-Herzfrequenzsensor sammelt und gleichzeitig als Anzeige fürs Smartphone dient.

Bluetooth 4.1 soll Herstellern zudem eine bessere Kontrolle über das Aufbauen und Aufrechterhalten von Bluetooth-Verbindungen ermöglichen. Dafür wurde das Zeitintervall, in dem sich Geräte nach einer Trennung automatisch wieder vernetzen können, von rund 30 Sekunden auf 3 Minuten vergrößert. Adidas erläuterte ein mögliches Szenario anhand seines „miCoach Smart Ball“: Solange dieser mit dem Smartphone in Verbindung steht, kann er problemlos die über eingebaute Sensoren gesammelten Werte live übertragen. Wird er jedoch außerhalb der Funkreichweite von circa 10 Metern weggetreten, bricht die Verbindung ab. Dann ist es an dem Ball, automatisch die weiteren Daten zwischenzuspeichern – um diese beim erneuten Kontakt zum Handy nachzuliefern und danach die Live-Übertragung der Werte fortzusetzen. ...

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