Mobil bleiben

Wohin sich die Smartphone-Betriebssysteme entwickeln

Test & Kaufberatung | Test

Vor wenigen Jahren stritten Apple und Samsung noch darum, wer welche Wischgeste und welches Icon von wem abgeschaut hat. Inzwischen kupfern Microsoft, Apple und Google munter voneinander ab, und niemand beschwert sich mehr. Doch auch wenn die meisten guten Ideen somit überall zu finden sind, behalten Android, iOS und Windows Phone wichtige individuelle Stärken und Schwächen. Immerhin gelingt nun der Umstieg einfacher, auch weil die Korsetts der Ökosysteme nicht mehr so eng sitzen. Zeit für eine Neubewertung.

Rosige Zeiten für Smartphone-Nutzer: Wer sein System nicht wechseln möchte, bekommt mit dem nächsten Update die von der Konkurrenz abgeguckten Features nachgeliefert. Und wer doch wechseln möchte, schafft das immer einfacher.

Die Bedienkonzepte gleichen sich zunehmend an. Androids Notification-Center war ein smarter Weg, kurze Meldungen aus Apps an einer Stelle zu sammeln. Deshalb hat iOS das ebenfalls bekommen, Windows Phone 8.1 folgte. Wischtastaturen sind die beste Erfindung seit T9, wie Swype und Swiftkey seit Jahren unter Android zeigen. Microsoft baute sie in Windows Phone 8.1 ein, Apple erlaubt sie in iOS 8. Apples Sprachassistent Siri versucht neue Interaktionsmöglichkeiten, Google Now leistet teils mehr, teils weniger, Microsofts Cortana will aufholen, sitzt aber noch im Deutschunterricht.

Gleichzeitig schrumpft die Abhängigkeit vom jeweiligen Ökosystem. Anfangs war man darauf angewiesen, dass Apple, Google und Microsoft einen mit Musik, Filmen und Serien versorgen, doch mittlerweile gibt es genügend Anbieter, die das systemübergreifend hinbekommen. Musik-Flatrates mit Mobilzugang bekommt man für 10 Euro im Monat, Digitalbücher gibts bei Amazon für alle Mobilgeräte – die Marktmacht des Handelsriesen ist allerdings umstritten.

Das Gleiche passiert gerade bei Filmen und Serien: Watchever, Maxdome, Amazon Prime und ganz neu Netflix versorgen alle Geräte vom Fernseher über PCs und Tablets bis zum Smartphone – das zeigt der große Test auf Seite 120. Es bleiben die Zeitungen und Zeitschriften, von denen Apple mehr anbietet als die beiden anderen.

Spannende Smartphones gibt es mit allen drei Systemen, eine Auswahl bringen die Tabellen auf dieser und der nächsten Seite. Besonders groß ist aufgrund der vielen Hersteller die Vielfalt bei Android, aber auch Microsoft als derzeit einziger Windows-Phone-Hersteller hat ein breites Spektrum mit Preisen ab rund 100 Euro. Von Apple gibt es aber immer noch nichts unter 400 Euro.

Sicherheit

Durch die stetige Entwicklung stimmen viele der alten Vorurteile nicht mehr: Android ist unübersichtlich und schlecht zu bedienen? Das gilt nicht für moderne Apps, und außerdem verläuft man sich inzwischen auch schnell im Konfigurationsmenü eines iPhone. Das iPhone gibt es nur in einer Größe? Seit dem iPhone 6 und 6 Plus sind es derer vier. Nur Android hat ein echtes Dateisystem? Einerseits schränkt Google mit Android 4.4 den Schreibzugriff auf SD-Karten ein, andererseits verbessert Apple den Datenaustausch zwischen Apps. Die Gerätevielfalt erschwert das Programmieren für Android? Google bietet gute Werkzeuge dafür, und auch iOS-Programmierer müssen inzwischen sechs Displaygrößen teils in zwei Punktdichten unterstützen. Die wenigen Apps für Windows Phone? Na gut, aber immerhin schrumpfen die Lücken. ...

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