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Zwei Werkzeuge zur Formoptimierung Friendship Systems hat Version 3.1 des Caeses/Friendship Framework veröffentlicht. Es erzeugt auf Basis parametrischer 3D-CAD-Modelle Varianten mit veränderter Geometrie und unterzieht sie Strömungssimulationen...

Mathematik im Browser

Die Software Mathematica für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Berechnungen und Visualisierungen steht zahlenden Kunden jetzt auch im Browser zur Verfügung, ohne lokale Installation. Laut Hersteller Wolfram Research bietet der Webdienst Mathematica Online nahezu alle Funktionen der Desktop-Version, trägt vorübergehend aber noch ein Beta-Label. Mit kleinen Einschränkungen muss man etwa bei interaktiven Elementen rechnen: Die würden nicht ganz so flott reagieren wie bei einer klassischen Mathematica-Installation, schreibt Firmenchef Stephen Wolfram in seinem Blog. Auf der anderen Seite stehen die online angelegten Mathematica-Dateien (Notebooks) auch auf Tablets oder Smartphones zur Verfügung und man kann sie anderen Nutzern zum gemeinsamen Bearbeiten freigeben. Der reine Online-Zugang zu Mathematica kostet zwischen jährlich 177 Euro (oder 18 Euro jeden Monat) für Privatanwender und jährlich 5300 Euro für Unternehmen. Mit dem Preis wachsen auch die Größe des enthaltenen Online-Speichers und die Zahl der Zugriffe auf das API des Datendienstes Wolfram Alpha.

Hinter Mathematica Online steckt die firmeneigene Cloud von Wolfram Research, auf der auch die „rechnende Wissensmaschine“ Wolfram Alpha läuft. Ihre Funktionen kann man derzeit auch über Twitter antesten – wer ein maximal 140 Zeichen langes Programm in der hauseigenen Wolfram Language an den Twitter-Account @WolframTaP (für „Tweet-a-Program“) schickt, bekommt als Antwort eine Kurznachricht mit eingebundener Grafik, die das Ergebnis zeigt. (pek)

Zwei Werkzeuge zur Formoptimierung

Friendship Systems hat Version 3.1 des Caeses/Friendship Framework veröffentlicht. Es erzeugt auf Basis parametrischer 3D-CAD-Modelle Varianten mit veränderter Geometrie und unterzieht sie Strömungssimulationen durch externe Solver, um die optimale Form etwa für Propeller, Schiffsrümpfe oder Sportwagen-Spoiler zu finden. Ein neuer integrierter Design Viewer soll den visuellen Vergleich von Formvarianten und deren Simulationsergebnissen in Falschfarbendarstellung erleichtern. Der Anwender kann dabei in die 3D-Darstellungen hineinzoomen und die Blickrichtung verändern. Das System soll außerdem die entscheidenden Variablen für die Formoptimierung automatisch identifizieren. Es importiert und exportiert jetzt zusätzlich CAD-Modelle in den Formaten SAT und STEP und liest Parasolid-Dateien ein. Der überarbeitete IGES-Konverter kommt auch mit beschnittenen Oberflächen klar.

Die Software läuft unter Windows ab Vista und unter Linux. Preise gibt es auf Anfrage, Studenten erhalten das Framework kostenlos. Ebenfalls gratis gibt es eine eingeschränkte Version mit dem Namen Caeses (CAE Software for Empowering Simulation), die auch professionell eingesetzt werden darf.

Auch die Anwendung Inspire des Herstellers SolidThinking widmet sich der Formoptimierung von Bauteilen. Version 2014 vereinfacht importierte CAD-Modelle auf Wunsch, indem sie Rundungen und Hohlkehlen entfernt oder Löcher schließt. Boolesche Operatoren kombinieren Teile oder stutzen sie zurecht. Die Anwendung erzeugt Bauteilvarianten, die wahlweise auf Steifigkeit oder geringes Gewicht optimiert sind, unterzieht sie Spannungsanalysen und exportiert das modifizierte Teil wieder als 3D-CAD-Datei. Preise gibt es auf Anfrage. (pek)

Effizienter konstruieren in 3D

Dassault Systèmes hat Version 2015 der 3D-CAD-Software SolidWorks veröffentlicht. Wie die vergangenen Releases bringt auch die neue Version keine Revolution, sondern eine Vielzahl Optimierungen. Sie gehen zum großen Teil auf Eingaben der Anwender zurück und sollten die Arbeit mit dem System schneller und effizienter machen.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählen editierbare kontextbezogene Symbolleisten. Sie tauchen bei rechtem Mausklick auf eine Funktion auf und lassen sich jetzt an die eigenen Arbeitsabläufe anpassen. Auswahlsets ermöglichen es, mehrere Elemente eines Modells zu markieren und diese Auswahl zu speichern, sodass sich das Set mit einem Mausklick wieder anwählen lässt.

Die neuen Krümmungskämme sind für komplexe Formen und Designoberflächen interessant. Ein Krümmungskamm besteht aus einer Reihe von Linien, die senkrecht zur Oberfläche des Modells stehen; die Länge der Linien ist proportional zum Grad der Krümmung an der entsprechenden Stelle. Sprünge in der Linienlänge zeigen damit Kanten im Modell an. So lassen sich stetige Oberflächen erzeugen.

Eine echte Fleißaufgabe war es bisher, verkettete Bauteile wie eine Fahrradkette zu modellieren. Mit einer neuen Funktion namens Kettenmuster kann man eine Komponente entlang eines offenen oder geschlossenen Pfades vervielfältigen. Wählt man die richtigen Baugruppenverknüpfungen, lässt sich die Fahrradkette realistisch bewegen. Im Alltag hilft, dass man in SolidWorks 2015 Profile jetzt auf die Mitte der Schnittfläche ausrichten kann.

Das Modul zur Kostenermittlung berücksichtigt weitere Fertigungstechniken und zeigt auch für 3D-gedruckte Komponenten, Guss- und Kunststoffteile sowie für Schweißkonstruktionen schon während des Modellierens den Preis an. SolidWorks 2015 unterstützt die 3D-Druckertreiberschnittstelle von Windows 8.1 und exportiert Modelle auch als AMF, ein 3D-Druck-Datenformat auf XML-Basis.

Beim Zeichnen erleichtert es die neue Zeichnungszonen-Funktion, Ansichten und Beschriftungen auf dem Blatt zu arrangieren. Winkelmaße orientieren sich jetzt auf Wunsch auch an imaginären Linien wie der Senkrechten oder Waagerechten, lassen sich auf die äußere Seite spiegeln oder zum Maß des ergänzenden Winkels umwandeln. SolidWorks 2015 kostet je nach Ausstattung ab 7140 Euro. (Ralf Steck/pek)

Viermal Scannen in 3D

Die Software Skanect wurde als eine der zahlreichen Anwedungen bekannt, die aus Microsofts Kinect-Sensor einen 3D-Scanner machen. Version 1.7 erzeugt jetzt farbige 3D-Modelle alternativ über den Structure-Sensor der Firma Occipital, den man aufs iPad steckt. Mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln arbeitet dieses Tablet-Accessoire deutlich feiner als die Xbox- oder Windows-Kinect der ersten Generation – mit der aktuellen Kinect 2 arbeitet Skanect nicht zusammen. Die Anwendung kostet 118 Euro, eine funktionsreduzierte Version gibt es gratis. Mit ihr lassen sich 3D-Modelle zwar zum 3D-Druckdienstleister Sculpteo und auf die Online-Plattform Sketchfab übertragen, exportierte Dateien enthalten allerdings Oberflächen mit maximal 5000 Facetten.

Auch die 3D-Scan-Software ReconstructMe arbeitet mit dem Structure-Sensor von Occipital zusammen. Da in diesem Sensor wie in der Kinect der ersten Generation Technik des Herstellers PrimeSense steckt, kann er über dessen OpenNI-Treiberpaket angesprochen werden – und zwar ohne Umweg über ein iPad und WLAN. Wie es genau geht, beschreibt der ReconstructMe-Hersteller Profactor in seinem Blog (siehe c’t-Link).

Autodesk hat für seinen kostenlosen Fotogrammetrie-Webdienst 123D Catch eine passende Gratis-App für Android veröffentlicht. Sie assistiert dem Nutzer dabei, von einem Objekt ringsherum 24 Bilder zu schießen, aus denen dann eine Cloud-Anwendung auf den Servern von Autodesk ein farbiges 3D-Modell berechnet. Dieses kann man anschließend über den Browser als OBJ-, STL oder 3DP-Datei herunterladen und mit beliebiger 3D-Software weiter bearbeiten.

Artec stellt professionelle 3D-Handscanner samt maßgeschneiderter Software her. Jetzt können Software-Entwickler auf Basis eines Scan-SDK auch ihre eigenen Anwendungen für die Scanner der Firma entwickeln – das Software Development Kit soll beispielsweise den Zugriff auf einzelne Bilder vom Scanner und auf das Oberflächennetz erlauben. (pek)

Notizen

Version 12.5 der Software Statistica für die Datenanalyse ist jetzt als deutsche Fassung zu bekommen. Ein visuelles Werkzeug soll den Umgang mit komplexen SQL-Abfragen erleichtern. Daten können als Parallelkoordinatenplots visualisiert werden. Neue statistische Module erzeugen beispielsweise logistische Regressionsmodelle auf interaktive Weise. Die Preise beginnen bei 946 Euro.

Der Gebäudeplaner Ashampoo 3D CAD Architecture läuft in Version 5 auch als 64-Bit-Anwendung, soll Einsteigern mit einer Ribbon-Bedienoberfläche den Start in die Planung erleichtern und erlaubt, eigene 2D-Füllmuster anzulegen. Die Anwendung läuft unter Windows ab XP und kostet 80 Euro (Upgrade 30 Euro).

Die Bauteildatenbank TraceParts kann man jetzt auch vom Smartphone aus durchsuchen: Der Betreiber hat dazu eine kostenlose App für Android und iOS veröffentlicht. Die CAD-Modelle aus den von TraceParts eingebundenen Fertigteil-Online-Katalogen kann man direkt aus der App als Mail verschicken.

Service Pack 1 fügt dem CAD-Programm Kompas-3D V15 unter anderem einen Exportdialog für STL-Dateien hinzu, über den sich beispielsweise die Präzision bei der Umrechnung in Dreiecksflächen einstellen lässt.


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