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Schülerwettbewerb: Mikroelektronik für intelligente Städte

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) und der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) haben Ende Oktober in Frankfurt die Sieger des Schülerwettbewerbs „Invent a Chip“ gekürt. Die Nachwuchsinitiative richtet sich an Jugendliche der Klassen 8 bis 13 und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Smart Cities“. Entwickelt werden sollten Ideen und Konzepte für elektronische Verbesserungen rund um das Leben in der intelligenten Stadt von morgen.

Den ersten Platz unter den rund 2500 Teilnehmern und 3000 Euro Siegprämie sicherten sich vier Schüler der 12. Jahrgangsstufe der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Sie erfanden den „Smart Moving Detector“, ein System, das insbesondere Seh- und Hörbeeinträchtigte bei Straßenüberquerungen auf leise Elektrofahrzeuge aufmerksam machen soll. Dazu überwachen an einem Gürtel befestigte Ultraschallsensoren die nähere Umgebung. Eine Steuereinheit berechnet Richtungen und Geschwindigkeiten sich nähernder Fahrzeuge und warnt Nutzer gegebenenfalls durch intensiver werdende Gürtel-Vibrationen.

Platz 2 (2000 Euro) ging an einen 15-jährigen Schüler des Kurpfalz Gymnasiums Mannheim. Er hat ein sensor- und tastengesteuertes Belüftungssystem für Badezimmer entwickelt, das bei geringem Energieverbrauch vor Schimmelbildung schützt.

Ein mit Bodenfeuchtigkeits-, Licht- und Temperatursensor ausgestatteter „Pflanzenretter-Chip“ mit Anbindung an eine Optimalwert-Datenbank brachte einem Geschwisterpaar vom Ludwig-Leichhardt-Gymnasium in Cottbus den dritten Platz und 1000 Euro ein.

Den mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis des BMBF für das Projekt mit der größten Industrierelevanz bekamen zwei Schüler vom Gymnasium Bad Königshofen zugesprochen. Ihr auf Wärmebildtechnik beruhendes „Intelligent Traffic System“ lässt sich unter anderem dazu nutzen, Straßenlaternen bedarfsabhängig ein- und auszuschalten sowie Betriebsabläufe von Bus- und U-Bahnsystemen zu optimieren. (pmz)

2,5 Milliarden Euro für Big-Data-Forschung

Die EU-Kommission investiert in den kommenden fünf Jahren 500 Millionen Euro aus dem europäischen Forschungsförderprogramm Horizon 2020 in eine neue öffentlich-private Partnerschaft (Public-Private-Partnership, PPP), um den Rückstand Europas im Bereich Big Data aufzuholen. Zusätzliche zwei Milliarden Euro wollen die Mitglieder der „Big Data Value Association“ (BDVA) einbringen. Zu dieser Non-Profit-Organisation gehören derzeit 24 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem europäischen Datenverarbeitungssektor.

„Daten sind Antrieb und Grundlage für die Wirtschaft der Zukunft. Organisationen jeder Art, vom Bauernhof bis zur Fabrik, vom Labor bis zur Werkstatt, benötigen Daten als Bausteine, um leistungsfähiger zu werden“, erklärte die scheidende EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, bei der Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung mit der BDVA. Erklärtes Ziel ist, dass bis 2020 rund 30 Prozent des weltweiten Big-Data-Marktes auf europäische Anbieter entfallen und in Europa 100 000 neue Arbeitsplätze in der Datenverarbeitungsbranche entstehen sollen.

Zu den Aufgaben der neuen „Big Data Value PPP“, die Anfang 2015 an den Start geht, gehört unter anderem die Entwicklung neuer Techniken und Dienste zur Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen durch Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Auch sollen neue Big-Data-Geschäftsmodelle für die Bereiche Energie, Fertigung und Gesundheit entworfen werden. Aufbauen will man zudem „sichere Umgebungen“ für das „Experimentieren mit privaten und öffentlich zugänglichen Daten“. Sie sollen als Gründerzentren und Plattformen zur Qualifizierung und Entwicklung nachahmenswerter Verfahren dienen.

Der „Big Data Value Association“ gehören von deutscher Seite bisher unter anderem folgende Unternehmen und Forschungseinrichtungen an: SAP, Siemens, Software AG, Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer-Gesellschaft, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Der Verband steht eigenen Angaben zufolge weiteren Interessenten offen. (pmz)

Wissenschaftler wehren sich gegen Gehirnjogging-Irreführung

Computerspiele, die mit der Behauptung vermarktet werden, ältere Menschen könnten damit ihre allgemeine geistige Leistungsfähigkeit steigern und der Demenz vorbeugen, sind nach übereinstimmender Einschätzung von Wissenschaftlern nur leere Versprechen. „Es gibt keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass kommerzielle Gehirnjogging-Spiele den alterungsbedingten Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit vermindern oder umkehren“, heißt es in einer Erklärung, die mehr als 70 international renommierte Kognitions- und Neurowissenschaftler auf Initiative der Stanford University und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung unterzeichnet haben.

Mit übertriebenen und irreführenden Behauptungen würden Hersteller solcher Produkte lediglich die Ängste älterer Menschen vor drohenden kognitiven Verlusten ausnutzen, konstatieren die Experten. Zwar gelte auch für Gehirnjogging-Spiele, dass bessere Resultate erzielt werden können, wenn man viel spielt – doch das beziehe sich nur auf die Spiele selbst und nicht auf die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit.

„Wer körperlich aktiv ist, am sozialen Leben teilnimmt und ein geistig anregendes Leben führt, hat bessere Chancen, geistig gesund zu altern“, betont Ulman Lindenberger, Direktor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. (pmz)

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