Weniger ist leider mehr

Der holprige Weg zum Heimkino mit Ultra-HD

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Glaubt man den Herstellern von Audio/Video-Receivern, so steht uns mit der neuesten Gerätegeneration dank Unterstützung von 4K mit bis zu 60 Hertz und voller Farbauflösung eine gleichermaßen ulrahochaufgelöste wie sorgenfreie Videozukunft bevor. Doch der Reality-Check zeigt: Auch wer sich gerade erfolgreich durch das aktuelle Buzzword-Gestrüpp wie HDMI 3.0, HDCP 2.2 und 4:4:4-Farbabtastung gekämpft hat, dem können noch böse Fehlkäufe passieren.

Audio/Video-Receiver sind über ihre ursprüngliche Rolle als Surround-Sound-Verstärker im Heimkino deutlich hinausgewachsen. Heute geben sie ebenso Inhalte von USB-Speichermedien, vom Heimserver und von Onlinediensten wieder – und dienen vielen Anwendern vor allem als flexible Schaltzentrale zwischen Zuspielern und TV, dank der man weniger Strippen ziehen muss und bequem zwischen mehreren Quellen hin- und herschalten kann.

Wer sich heute einen AV-Receiver fürs Heimkino anschaffen möchte, tut dies mit Blick auf 4K beziehungsweise Ultra-HD. Er erwartet, dass diese Vielseitigkeit beim Übergang von Full- zu Ultra-HD nicht auf der Strecke bleibt. Doch da gibt es noch unerfreulich viel Optimierungspotenzial.

Anschluss gesucht

Video: Nachgehakt

Der „Nachschub“ an externen Settop-Boxen, die der AV-Receiver managen muss, dürfte auch weiterhin nicht versiegen – ganz im Gegenteil: So gehen in den nächsten Monaten noch weitere Videodienste in Deutschland an den Start – unter anderem Ende November Wuaki.tv –, die sicherlich nicht alle von jedem Fernseher mit einer passenden TV-App direkt unterstützt werden. Auch beim terrestrischen Fernsehen stehen mit DVB-T2 weitreichende Änderungen bevor, die die Empfangstechnik in den meisten aktuellen TVs überfordern wird. Und vor allem Ultra-HD alias 4K mit einer Auflösung von bis zu 4096 × 2160 Pixeln wird für einen Schwung neuer Settop-Boxen sorgen: So sollen etwa Weihnachten 2015 die ersten Player für 4K-Blu-rays in den Läden stehen, zudem dürfte der Pay-TV-Sender Sky für seine geplanten Live-Sportübertragungen in vierfacher Full-HD-Auflösung auf ein eigenes Empfangsgerät setzen. Am Fernseher dürften da die Anschlüsse wieder einmal viel zu schnell ausgehen, womit wiederum die Stunde der AV-Receiver als HDMI-Umschalter schlägt.

Ist von Anschlüssen die Rede, ist heute praktisch nur noch das digitale High Definition Multimedia Interface (HDMI) gemeint, über das Zuspieler Bild und Ton gemeinsam anliefern. Auch die Receiver-Hersteller konzentrieren sich auf diese Anschlüsse – weshalb man folgerichtig hochwertige analoge Videoanschlüsse nur noch bei Modellen im oberen Preissegment findet, ebenso wie mehr als zwei optische Digitaleingänge (SPDIF) und überhaupt mal einen elektrischen (koaxialen) Digitaleingang für den Ton. Auch ein Phonoeingang, an dem sich ein Plattenspieler ohne Entzerrer-Vorverstärker anschließen lässt, ist mittlerweile fast ein High-End-Feature. ...

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