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Internet Explorer ohne Windows nutzen

Microsoft hat eine Cloud-Variante des Internet Explorer vorgestellt, mit der Entwickler auch auf anderen Plattformen den Browser nutzen können: RemoteIE. Entwickler von Web-Applikationen sollen damit schon vor dem eigentlichen Erscheinen der nächsten Windows-Ausgabe ihre Anwendungen testen können. Aktuell steht die Windows 10 Technical Preview als RemoteIE zur Verfügung. Microsoft will den Browser parallel zu kommenden Windows-Ausgaben aktualisieren. Der Browser läuft dabei auf einem Rechner in Microsofts Cloud; Entwickler greifen per Azure RemoteApp darauf zu, das für Mac OS X, iOS und Android zur Verfügung steht. Benötigt wird zudem ein Microsoft-Account. Die Performance der Cloud-Version entspreche laut Microsoft nicht einem lokalen Client, da vor allem die GPU-Beschleunigung fehlt. Eine Session darf maximal 60 Minuten dauern, bei 10 Minuten Inaktivität schaltet Microsoft die Verbindung ab. (jo)

Schläge gegen Tauschbörsen

Mehrere Schläge gegen die Filesharing-Szene: Mit zwei groß angelegten Razzien hat die Polizei die Wohnung von Verantwortlichen der Tauschbörsen KinoX.to und Boerse.bz durchsucht. Nur bei der Aktion gegen die Betreiber von Boerse.bz waren rund 400 Polizisten im Einsatz. In 14 Bundesländern wurden insgesamt 121 Wohnungen durchsucht und laut Polizeiangaben wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt.

Die Behörden werfen den mutmaßlichen Verantwortlichen des Forums vor, „in erheblichem Ausmaß“ urheberrechtlich geschütztes Material bei diversen Filehostern hochgeladen und es so rund 2,7 Millionen Nutzern zum kostenlosen Herunterladen bereitgestellt zu haben. „Den Betreibern oder Verantwortlichen von Boerse.bz wird vorgeworfen, dass sie eine Provision von diesen Filehostern erhalten haben“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch Nutzer sollen eine Provision bekommen haben, in Einzelfällen bis zu mehreren tausend Euro.

Die Ermittlungen gehen auf Recherchen und einen Strafantrag der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) zurück. Der „Vollsortimenter“ Boerse.bz ist das, was die GVU ein „strukturell urheberrechtsverletzendes Online-Angebot“ nennt. Rechtlich gesehen ist den Board-Betreibern, die Links zu Dateien auf Filehostern veröffentlichen, alleine nicht beizukommen. Doch schauen Behörden und Justiz genauer hin, wenn sich Verbindungen zwischen den Boards und den Sharehostern nachweisen lassen. (jo)

10 Jahre Firefox

„Hunderte von Programmierern entwickeln gemeinsam einen revolutionären Internet-Browser. Sie arbeiten ehrenamtlich und schenken ihn der ganzen Welt.“ Am 9. November 2004 erschienen in der New York Times und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ganzseitige Anzeigen für einen neuen Browser: Firefox 1.0.

Ziel war es, die Stagnation im Web zu überwinden, für die seinerzeit ein alles überschattender Internet Explorer nach dem Ende des großen Browser-Krieges gesorgt hatte. Dieses Ziel hat der von der Mozilla-Stiftung herausgebrachte Firefox erreicht. Ausweislich der Browser-Statistiken ist er der Marktführer, wenn auch nicht mehr mit dem großen Abstand zur Konkurrenz wie früher. Am Marktanteil knapst vor allem Googles Chrome.

Firefox war von Anfang an für Windows, Mac OS und Linux verfügbar. 2011 erschien die erste Firefox-App für Android-Systeme. Der Browser ist auch der Motor und Namensgeber von Mozillas Mobilsystem Firefox OS, das sich vor allem in Lateinamerika verbreitet. Wer will, kann auf Basis des quelloffenen Firefox auch seinen eigenen Browser bauen, wie es etwa die Telekom mit der kürzlich veröffentlichten Version 7.0 ihres eigenen Browsers getan hat.

Im Rahmen der Geburtstagsfeierlichkeiten hat Mozilla eine Version seines Browsers speziell für Entwickler veröffentlicht. Sie enthält die experimentelle Erweiterung Valence (früher: Firefox Tools Adapter), mit der Entwickler Seiten und Anwendungen außer mit den Gecko-Browsern auch mit Chrome auf Android- and Safari auf iOS-Systemen bearbeiten können.

(Detlef Borchers/jo)

„Google-Gebühr“ in Spanien

Google und andere Suchmaschinenbetreiber müssen in Spanien vom kommenden Jahr an erstmals eine Abgabe an Verlage und Autoren zahlen, wenn sie deren Texte in Auszügen verwenden. Eine entsprechende Reform des Gesetzes über geistiges Eigentum tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Sprecher oppositioneller Parteien und auch Vertreter der Kulturszene kritisierten, dass die neue Regelung die Freiheiten einschränke und nur die großen Kommunikationsunternehmen begünstige.

Google teilte unterdessen mit, man sei „enttäuscht“. „Wir glauben, dass Dienste wie Google News dazu beitragen, dass die Seiten der Herausgeber mehr Besucher bekommen“, zitiert die Nachrichtenagentur Efe einen Google-Sprecher.

Dass Regelungen wie das spanische Gesetz den Verlagen schaden können, zeigen die Entwicklungen in Deutschland. Hier hatte aufgrund des Leistungsschutzrechts Google bei den Portalen des Axel-Springer-Verlags zeitweise nur die Überschriften angezeigt. Das habe zu einem Traffic-Minus von fast 40 Prozent geführt, so der Verlag. Er habe daher Google wieder erlaubt, auf die Inhalte aller Angebote des Verlags mit Textauszügen und Vorschaubildern zu verweisen. (jo)

Facebook: Mehr Behördenanfragen

Im ersten Halbjahr 2014 haben Behörden weltweit insgesamt knapp 35 000 Anfragen an Facebook gerichtet, um Nutzerdaten zu erlangen – ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Deutschland wurden 2537 Anfragen zu 3078 Nutzerkonten gestellt. Zu knapp 34 Prozent von ihnen hat Facebook laut seinem dritten Transparenzbericht Daten herausgegeben.

Manchmal stellen Behörden im Rahmen offizieller Untersuchungen Datenanfragen über Personen, die Facebook nutzen, erläutert das Social Network. Die meisten Anfragen beziehen sich auf strafrechtliche Fälle wie Raubüberfälle oder Entführungen. In vielen dieser Fälle beziehen sich die Behördenanfragen auf allgemeine Nutzerinformationen wie Name und Nutzungsdauer. Andere Anfragen beziehen sich auf protokollierte IP-Adressen oder Kontoinhalte.

„Jede einzelne Anfrage, die wir erhalten, wird auf rechtliche Angemessenheit geprüft“, beteuert Facebook. „Wir fordern eine detaillierte Darlegung der rechtlichen und sachlichen Grundlagen ihrer Anfrage, und wir weisen diese ab, wenn wir Rechtsmängel oder eine übermäßig breite oder vage Informationsanforderung feststellen.“ (jo)

Online-Notizen

Facebook hat einen eigenen Onion-Dienst im Tor-Netz aufgesetzt, um sein soziales Netz auch über das Anonymisierungsnetz zugänglich zu machen. Ab sofort kann man Facebook mit einem Tor-Client unter https://facebookcorewwwi.onion direkt im Tor-Netz erreichen.

Die Telekom stellt durch ausschließlich nationales Routing sicher, dass E-Mails zwischen ihren Privatkunden Deutschland nicht verlassen. Das gelte allerdings nur, wenn beide Nutzer Kunden der Telekom seien.

Google hat die Container Engine gestartet, einen Cloud-Dienst zur Nutzung der Container-Verpackungstechnik Docker innerhalb der Rechen-Cluster des Unternehmens (siehe auch c’t 17/14, S. 146). Zudem hat Google Preissenkungen für etliche Cloud-Dienste bekannt gegeben.

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