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Canonical macht OpenStack und Linux-Container

Ubuntu OpenStack integriert die aktuelle OpenStack-Version 2014.2 (Juno) in den Ubuntu Server. Mit der neuen Distribution soll man laut Canonical innerhalb von Minuten eine eigene OpenStack-Cloud aufsetzen können: Man installiert sie auf einem von mindestens sechs Rechnern mit je zwei Platten. Die anderen Rechner werden automatisch erkannt und mit Software versorgt (Canonical nennt das „Metal as a Service“, kurz MaaS). Storage, Software-Defined Networking und Hypervisor konfiguriert man über Canonicals Systemmanagement-Lösung Landscape.

Linux-Container, populär geworden durch die Docker-Plattform zum einfachen Erstellen, Verteilen und Betreiben von Containern, stellen isolierte Laufzeitumgebungen innerhalb des Host-Systems bereit. Sie benötigen weniger Ressourcen als virtuelle Maschinen mit komplettem Gast-Betriebssystem, nutzen allerdings mehr gemeinsame Ressourcen des Host-Betriebssystems als die VMs klassischer Hypervisoren. Dadurch sind sie weniger gut gegeneinander abgeschottet.

Mit dem Linux Container Daemon LXD möchte Canonical das ändern. Der Userspace-Daemon soll Container mit Hardware-Unterstützung so gut gegeneinander abschotten wie ein klassischer Hypervisor. Das Unternehmen verspricht zudem eine individuelle Netzwerkkonfiguration für jeden Container und Live-Migration von Containern übers Netzwerk. Trotzdem sollen Container leichtgewichtig bleiben, in Sekundenbruchteilen starten und zu Hunderten auf einem Server laufen. LXD soll in einem halben Jahr einsatzbereit sein, sich mit Docker-Containern vertragen und in OpenStack-Umgebungen laufen. (odi)

Desktop Cinnamon 2.4

Cinnamon, ein traditioneller Desktop mit Gnome-3-Unterbau, soll in der neuen Version 2.4 schneller reagieren und weniger RAM brauchen. Die Theme-Einstellungen zeigen nun eine bunte Übersicht der änderbaren grafischen Elemente; als Desktop-Hintergrund sind jetzt auch Diashows möglich. In dem neuen Konfigurationsmodul „Datenschutz“ lässt sich einstellen, ob und wie lange sich Cinnamon an kürzlich geöffnete Dateien erinnern soll. Cinnamon ist der Standard-Desktop des Ubuntu-Derivats Linux Mint, steht aber auch für viele andere Distributionen zur Verfügung. (lmd)

Update für RHEL 6 und Klone

Kurz nacheinander haben Red Hat, Oracle und das CentOS-Projekt die Version 6.6 ihrer Unternehmensdistributionen veröffentlicht. Red Hat Enterprise Linux 6.6 und die RHEL-Klone bringen neue und aktualisierte Treiber, können eine SSD als Cache für langsame Datenträger einbinden und integrieren die bislang unabhängig verkaufte Erweiterung für High Performance Networking. Die Leistung auf Systemen mit vielen CPUs und viel RAM, die Einbindung in ein Active Directory und der Betrieb als Gast unter Hyper-V wurden verbessert. (odi)

Open Source in den Ämtern

Kaum ist etwas Ruhe in die Debatte um eine mögliche Windows-Migration in der Stadtverwaltung München eingekehrt, steht ein anderes großes Linux-Desktop-Projekt vor dem Aus: Die niedersächsische Polizei möchte rund 12 000 Arbeitsplatzrechner von Linux und OpenOffice auf Windows und MS-Office umstellen. Man verfolge eine „Einplattformstrategie“, heißt es in einem Schreiben des Landespolizeipräsidenten Uwe Binias; „auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung“ werde man sich „entsprechend dem Landesstandard“ für Microsoft entscheiden. Details zu der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nannte das niedersächsische Innenministerium nicht. Bei der Einführung von Linux vor elf Jahren hatten die Behörden noch die geringen Kosten, den erhöhten Komfort und mehr Sicherheit als Gründe für Open-Source-Software genannt.

Die Berliner Finanzämter bereiten derweil die Umstellung von 6000 OpenOffice-Installationen auf MS-Office vor. Die Senatsverwaltung für Finanzen verspricht sich davon einen verbesserten Datenaustausch mit anderen Behörden in Berlin, im Bund und in anderen Bundesländern. Zu den anfallenden Migrations- und Lizenzkosten konnte der Sprecher der Senatsverwaltung keine konkreten Angaben machen. (odi)

Btrfs ist jetzt stabil

Seit Jahren wird das „Next Generation Filesystem“ Btrfs in der Linux-Welt als Nachfolger des derzeitigen Standard-Dateisystems Ext4 gehandelt. Mit integriertem RAID- und Volume-Management, Checksummen zur Absicherung der Daten, Copy on Write und Snapshots bietet Btrfs attraktive Eigenschaften, mit denen keines der produktiv nutzbaren Dateisysteme für Linux mithalten kann.

Allerdings gab es bislang keine klare Aussage der Entwickler zu seinem Reifegrad – auch wenn Btrfs mittlerweile nicht mehr als experimentell gekennzeichnet ist und sowohl das neue Suse Linux Enterprise 12 als auch OpenSuse 13.2 standardmäßig Btrfs verwenden (siehe Seite 58 und 62). Jetzt hat Btrfs-Entwickler Chris Mason das Dateisystem in einer Mail an heise open ausdrücklich als stabil bezeichnet. Allerdings ist laut Mason die Unterstützung für RAID 5 und 6 noch nicht reif für den Produktiveinsatz und die Performance bei Datenbank-Workloads schlechter als die von XFS und Ext4. (odi)

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