Keine leichte Entscheidung

Das richtige Tablet für Couch, unterwegs und Arbeit finden

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Die Bandbreite bei Tablets ist enorm: Man kann nur 50 oder über 2000 Euro ausgeben und findet nahezu jede Display-Größe zwischen 6 bis 15 Zoll. Mit Android, iOS und Windows buhlen zudem drei immer ähnlicher werdende Systeme um die Gunst der Kunden. Wenn man erst mal weiß, was man will, gibt es für jede Aufgabe das passende Tablet.

Tablets sind eine tolle Erfindung. Einerseits sind sie anspruchslos, weil sie unterwegs wie daheim wenig Platz wegnehmen, sich ohne Umstände vom Bett auf die Couch mitnehmen lassen; und als Eingabegerät die Finger reichen. Andererseits sind Tablets mächtig, da sie gleichzeitig die Rollen von Notebooks, Smartphones, eBook-Reader und gedruckten Zeitschriften übernehmen können.

Wie gut sie das tun, hängt jedoch von ihrer Größe, der Performance und dem Betriebssystem ab. Ein kleines Kindle Fire HD mit 6-Zoll-Display und langsamem ARM-Prozessor spielt in einer anderen Liga als der 15-Zoll-Klotz HP Envy 15 x2 mit Core M (siehe S. 102). Um Oma die Fotos vom letzten Urlaub zu zeigen und die Bluetooth-Lautsprecher zu füttern, reicht vielleicht schon ein kleines, billiges Tablet vom Grabbeltisch. Wer mehr damit anstellen will, dem sind Eigenschaften wie Ausdauer und Prozessorleistung wichtiger.

Dabei sind Tablets nicht für jede Aufgabe die richtige Lösung. In einigen Bereichen liegen spezialisierte Geräte vorn: Wer hauptsächlich Bücher liest, der wird womöglich mit einem eBook-Reader glücklicher – der ist leichter und ausdauernder als jedes Tablet. Wer sowohl zu Hause als auch unterwegs hauptsächlich schreibt, der weiß die Tastatur eines Notebooks zu schätzen, selbst wenn sie manchmal im Weg ist und das Gewicht erhöht. Für Tablets spricht vor allem, dass sie mehrere Rollen übernehmen können; dank des stetig wachsenden Angebots an Apps und Zubehör lernen sie sogar neue dazu.

Was darfs sein?

Um unterwegs zu lesen oder zu spielen, bieten sich leichte, kompakte Tablets an: Geräte mit weniger als 300 Gramm Gewicht und Displays unter 10 Zoll. Auch für die Bettlektüre sind sie praktisch, da die Arme beim Lesen oder Videoschauen nicht so schnell lahm werden.

Video: Das richtige Tablet für Couch, unterwegs und Arbeit finden

Auf 10-Zoll-Displays im 4:3-Format kommen Zeitschriften und DIN-A4-Dokumente besser zur Geltung; Webseiten passen gut lesbar in voller Breite auf den Schirm. Auch das Ansehen der Urlaubsfotos macht so mehr Spaß. Möchte man auf dem Tablet häufiger Filme schauen, sind dagegen Breitbildschirme von Vorteil, die mehr Bild zeigen und weniger schwarze Balken. Damit auch das Gucken auf der Couch bequem bleibt, besorgt man sich eine Hülle mit integrierter Stütze oder verbindet das Tablet direkt mit dem Fernseher. Viele Geräte unterstützen eine drahtlose Übertragung an moderne Smart-TVs; die Ausgabe über HDMI klappt häufig nur mit einem zusätzlichen Adapter.

Zum Arbeiten sind größere Bildschirme hilfreich. Mit zusätzlichem Standfuß und Tastatur geben die großen Tablets einen adäquaten Notebook-Ersatz ab. Geräte mit Displays über 11 Zoll sind zwar zu unhandlich, um sie unterwegs dauerhaft ohne Ablage zu verwenden. Trotzdem eignen sie sich besser als ein Laptop, um schnell mal was nachzuschauen.

Der Übergang zwischen Tablet und Notebook ist mittlerweile fließend: Einerseits haben sich Tablets mit Tastaturdock etabliert. Hier wird der Bildschirm so auf ein Keyboard gesteckt, dass beide eine feste Einheit bilden. Damit kann man dann auch auf dem Schoß tippen. Das System erlaubt keine große Aufklappwinkel, behält ohne Tastatur aber normale Tablet-Maße. Bei Convertibles ist die Tastatur zwar fest mit dem Gerät verbunden, lässt sich aber hinter den Bildschirm klappen. Convertibles sind schwerer und dicker als ein herkömmliches Tablet, reichen aber, um Kunden ein Projekt zu zeigen. Geräte mit 360-Grad-Schanieren wie das Lenovo Yoga benutzen die Tastatur sogar als flexible Stütze.

Ein wichtiges Kriterium beim Tablet-Kauf ist die Bildschirmqualität. Billige Modelle haben oft schlechte Displays mit niedriger Auflösung, schwachem Kontrast und hoher Blickwinkelabhängigkeit. Das strengt zum einen die Augen an und verhindert zum anderen den gemeinsamen Blick aufs Display. Dabei ist der Aufpreis für eine brauchbare Anzeige eher niedrig. Damit Schrift knackig scharf wird und nicht ausfranst, sollte die Pixeldichte über 200 dpi betragen. Bei 7 Zoll entspricht das einer Auflösung ab 1280 × 720 Pixeln; 10-Zoll-Displays sollten 1920 × 1080 Pixel bringen. Richtig scharf wird es ab etwa 250 dpi. Das erreichen 12-Zöller mit 2560 × 1600 gerade so, bei Full-HD liegen sie schon unter der 200-dpi-Grenze. Zum Tippen reicht das aber immer noch, da man dabei mehr Abstand zum Tablet hat.

Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass das Gerät ausreichend internen Speicher bietet. Dieser Speicher läuft schneller voll, als man glaubt. Unter Android und iOS sind 16 GByte das komfortable Minimum. Lässt sich der Speicher nicht per SD-Karte ausbauen und will man viel Musik und Bilder vorhalten, sollte man 32 GByte oder mehr veranschlagen. Windows und dessen Anwendungen brauchen signifikant mehr Platz als Apps für Android und iOS. Hier kann man erst ab 64 GByte entspannt ein paar Programme mehr installieren.

Performance

Wie viel Leistung ein Tablet mitbringen muss, hängt ganz vom Einsatzgebiet ab. Für einfache Aufgaben reichen auch billige Tablets: Browser, HD-Videospieler und einfache Apps laufen schon auf lahmen Prozessoren rund. Für kurze Ladezeiten, ruckelfreie Bedienung und CPUs mit Reserven muss man tiefer in die Tasche greifen. Ein aktuelles System mit Android und iOS sollte mindestens 1 GByte Arbeitsspeicher bereitstellen. Komplexe Projekte wie Stapel-Bildbearbeitung und große Tabellen benötigen ausgewachsene Notebook-Hardware. Keiner der sparsamen ARM- und Atom-Chips kommt an die Rechenleistung eines Core i heran. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

Kommentare

Artikelstrecke
Artikel zum Thema