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Verse: IBMs E-Mail mit Mehrwert

Mit ausgefeiltem Data Mining, sozialen Komponenten und nicht zuletzt frischem Design will IBM dem Medium E-Mail neues Leben einhauchen. So analysiert das neue Produkt namens Verse die komplette Inbox der Nutzer, um ihnen neben den Nachrichten flankierende Information anzeigen zu können. So können Anwender etwa sehen, welche Mitarbeiter an einer E-Mail-Konversation beteiligt sind, wo die Kollegen im Unternehmen arbeiten und an welche Manager sie berichten – eine wichtige Information in großen Konzernen.

Da Verse die gesamte Inbox analysiert, unterstützt es ein sogenanntes „Facetted Search“. Der E-Mail-Bestand lässt sich anhand von Facetten immer weiter eingrenzen, bis man das Gewünschte gefunden hat – ein Stichwort, ein Empfänger oder Versender oder auch der Typ des Dateianhangs. Die Analyse ergibt aber noch mehr. So kann Verse erkennen, welche Nachrichten aus welchen Quellen für den aktuellen Tag wichtig sind. Huckepack auf den Mails lassen sich auch Aufträge erteilen. IBM führt dazu den Begriff „Personal Debt“ ein – man schuldet dem anderen noch eine Information: „Ich brauche bis morgen dieses und jenes von dir.“ Verse zählt dann auf, welche Informationen man selbst heute, morgen und diese Woche jemandem schuldet, und auf welche Informationen man von wem wartet.

Ende des ersten Quartals 2015 soll Verse zur Verfügung stehen. IBM will es zunächst nur in seiner Softlayer Cloud als Freemium-Produkt hosten. Da viele Unternehmen ihre Informationen lieber im eigenen Haus speichern, soll es später auch eine Version für die Eigeninstallation geben. Zunächst ist Verse als Web-Client verfügbar; Android- und iOS-Clients sollen folgen. (Volker Weber/jo)

Microsofts „Clutter“ sortiert Mails

Microsoft hat einen intelligenten E-Mail-Posteingang für Nutzer von Office 365 gestartet – Clutter (engl. für Durcheinander). Der Dienst analysiert eingehende Nachrichten und wie der Benutzer damit umgeht. Daraus lernt das System und sortiert in der Folge Nachrichten selbstständig. So soll der Benutzer wichtige Mails sofort zu Gesicht bekommen, ohne sich erst durch unbedeutende Nachrichten arbeiten zu müssen. Bestehenden E-Mail-Regeln soll Clutter nicht in die Quere kommen. In den Standard-Einstellungen ist der Mail-Sortierer nicht aktiv, der Nutzer muss Clutter erst manuell in der Outlook Web App einschalten. (jo)

Klartext soll aus dem Internet verschwinden

Sämtlicher Internet-Datenverkehr soll vor Mitlesern geschützt werden, fordert das Internet Architecture Board (IAB) in einer aktuellen „Erklärung zur Vertraulichkeit im Internet“ (siehe c’t-Link). Klartext-Übertragungen per IP soll die Internet Engineering Task Force (IETF) künftig allenfalls in Ausnahmefällen zulassen. Ansonsten solle Verschlüsselung auf sämtlichen Ebenen – vom Transportprotokoll bis zu den Anwendungen – der Standard sein. Mit seiner Erklärung reagiert das Gremium auf die Enthüllungen von Edward Snowden zur Massenüberwachung der Netzkommunikation durch die Geheimdienste. (Monika Ermert/jo)

Europäisches Parlament erwägt Zerschlagung von Google

Wie die Financial Times meldet, haben EU-Parlamentarier einen Antrag zur Zerschlagung von Google formuliert. In dem der Financial Times vorliegenden Entwurf wird angesichts der Dominanz des US-amerikanischen Suchmaschinen-Konzerns die „Entflechtung von Suchmaschinen von anderen kommerziellen Diensten“ erwogen. Das Papier würde nach Ansicht von Insidern von einer breiten Koalition aus Europäischer Volkspartei und Sozialdemokraten unterstützt. (uh)

Studie: Verräterische Datenspuren

Die Erfassung, Verknüpfung und Verwertung persönlicher Daten ist ein riesiger Wirtschaftszweig, stellt eine Studie des Wiener Forschungsinstituts Cracked Labs im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer fest. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Google und Facebook im Rampenlicht; in Wirklichkeit verdienen zahllose weitere Unternehmen an den Daten von Verbrauchern. Cracked Labs nennt dazu zahlreiche Beispiele (siehe c’t-Link).

Einen genauen Blick wirft die Studie auch auf Bonitätsbewertung und Scoring. Sie kritisiert diese als „fehleranfällig und intransparent“. Die Firmen nutzen ihre Datenbestände nicht nur für Bonitätsbewertungen, Inkasso oder Finanzdienstleistungen, sondern betreiben auch Bonusprogramme oder Gesundheitspräventionsprogramme und handeln mit Adressen für die Direktvermarktung. Die Studie analysiert die gesellschaftlichen Folgen der Datensammelwut, konstatiert den Übergang in die Überwachungsgesellschaft und macht auf das Risiko von Datenmissbrauch aufmerksam. Ganzen Bevölkerungsgruppen drohe Diskriminierung oder Ausschluss von bestimmten Dienstleistungen. Dadurch würden die Chancen und Wahlmöglichkeiten Einzelner eingeschränkt, etwa durch höhere Preise oder Versicherungsprämien. (uma)

Sonderheft: c’t wissen Smart Home

Mit dem Begriff Smart Home verbinden sich viele Versprechen: mehr Komfort, mehr Sicherheit, weniger Energieeinsatz und generell ein intelligenter organisiertes Wohnen.

Der Ratgeber „c’t wissen Smart Home“ gibt einen Überblick über die Technik und stellt praktische Lösungen für Privatanwender vor. Das Angebot der per App konfigurierbaren Systeme reicht vom einfachen Heizungsthermostaten, vernetzten LED-Leuchtmitteln, Funksteckdosen oder intelligenten Rauchmeldern und Wetterstationen bis zu Komplettkonzepten fürs ganze Haus.

c’t wissen Smart Home liegt ab Montag, den 1. Dezember, am Kiosk, kann aber auch über den heise Shop bestellt werden. Die Lieferung erfolgt in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 1. 1. 2015 portofrei. (anm)

Internet-Notizen

Der auf das offene Kommunikationsprotokoll XMPP aufsetzende Chat-Dienst MultiMessenger für Kunden der United-Internet-Töchter Web.de, GMX und 1&1 wird zum 1. Dezember abgeschaltet.

Nach Razzien gegen über 100 mutmaßliche Beteiligte haben die Betreiber des Filesharing-Forums Boerse.bz den Stecker gezogen.

Mit einem neuen Index will Twitter seinen Nutzern schnellen Zugriff auf alte Mitteilungen ermöglichen.

Nach Medienberichten arbeitet Facebook mit Facebook at Work an einer Plattform für Unternehmen, mit der sich Mitarbeiter untereinander austauschen und gemeinsam an Dokumenten arbeiten können.

Mit Skype for Web hat Microsoft eine Browser-Version seines Videotelefonie-Dienstes herausgebracht. Sie funktioniert mit aktuellen Chrome- oder Firefox-Versionen oder dem Internet Explorer ab Ausgabe 10.

Amazon hat Lambda vorgestellt. Damit können Nutzer von Amazons Cloud-Diensten Software betreiben, ohne die dafür notwendige Hardware vorab zu reservieren. Die Zuweisung der erforderlichen Ressourcen erfolgt dynamisch nach Bedarf.

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