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Der Präsident und sein Mörder

www.kennedyandoswald.com

Vor 50 Jahren wurde der charismatische US-Präsident John F. Kennedy tödlich in den Kopf getroffen. Sein Attentäter hieß Lee Harvey Oswald, ein 24-jähriger Ex-Marinesoldat, dem es nie gelungen war, einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Anlässlich der TV-Dokumentation „Killing Kennedy“ hat National Geographic historisches Material zusammengetragen und zeitgemäß als interaktive Webseite aufbereitet. Rendezvous with Death stellt die Biografien von Kennedy und Oswald gegenüber und zeichnet die Lebensläufe des Präsidenten und seines Mörders in sechs Kapiteln nach. Dabei ergeben sich interessante Parallelen, vor allem aber große Unterschiede.

Die aufwendig gestaltete Webseite zeigt, wie eindrucksvoll das Web Geschichten erzählen kann. Die zahlreichen Fotos, Briefe, Infotexte, Videos und Tonaufnahmen ergeben eine stimmungsvolle und informative Collage. Mit der Maus navigiert der Nutzer durch plastische Bilder, die Figuren leicht hervorheben und dadurch eine eigene Ebene einnehmen. Weil die Seite auf Flash verzichtet, macht sie auch auf dem iPad eine gute Figur und lädt zur Geschichtsstunde auf dem Sofa ein. (dbe)

Merkhilfen für Serienjunkies

http://watched.li

http://letterboxd.com

The Big Bang Theory, The Walking Dead, House of Cards, Homeland, South Park, Community – als Serienjunkie kann man schnell den Überblick verlieren. Sogenanntes „Binge Watching“ verschärft das Problem: Statt eine Folge pro Woche schauen Profis an einem Wochenende ganze Staffeln. Aber welche Folge welcher Staffel welcher Serie habe ich schon geguckt – und welche nicht? Abhilfe schafft watched.li: Auf der Seite trägt man alle Serien ein, die man gerade guckt, und hakt dann einfach ab, welche Folgen bereits über den Bildschirm geflimmert sind. Ungeduldige, die Serien über Proxy-Server auf amerikanischen Seiten schauen, können sich US-Sendezeiten als RSS-Feed abonnieren. Für den Kalender steht auch eine iCal-Datei bereit.

Für vergessliche Cineasten gibt es das ebenfalls englischsprachige Letterboxd. Der schicken Webseite verraten Sie, welche Filme Sie wann geschaut haben. Wer mehr Zeit mitbringt, schreibt gleich eine Kritik und vergibt bis zu fünf Sterne; ein Herz kennzeichnet Lieblingsfilme. Ihre persönliche Filmbibliothek können Sie nach Eintragungsdatum, Erscheinungsjahr, Bewertung, Name, Popularität oder nach Laufzeiten sortieren.

Ein Highlight der Seite sind die vielen kommentierten Listen der Nutzer, die für massig Filmnachschub sorgen. Darunter befinden sich Standards wie „Die besten Filme aller Zeiten“, aber auch Spezialitäten wie „Merkwürdige Filme“ oder „Filmmarathon: koreanische Autorenfilme“. (dbe)

Afrika-Nachhilfe

http://youdontknowafrica.com

http://click-that-hood.com/?location=hamburg

Geben Sie es zu: Sie haben spontan keine Ahnung, wo Tschad, Burundi, Lesotho oder Gambia liegen. Afrika ist groß und viele afrikanische Länder klein. Mit You Don’t Know Africa fordert der Schweizer Journalist David Bauer das Internet heraus: Auf einer Afrika-Karte gilt es, 20 zufällig ausgesuchte Länder korrekt zuzuordnen: je schneller, desto besser.

„Click Togo“ fordert die Seite beispielsweise. Mit dem Mauszeiger begibt man sich auf die Suche nach dem Land. Während der Zeiger über den Kontinent saust, werden als kleine Hilfe die Ländernamen angezeigt. Eine Stoppuhr misst, wie viel Zeit vergeht, bis Sie Togo lokalisiert und angeklickt haben. In der einfachen Schwierigkeitsstufe ist die Auswahl auf 20 Länder reduziert – der Rest wird ausgegraut. Wer in Erdkunde gut aufgepasst hat und gern in Atlanten schmökert, erhöht die Auswahl auf 49 Länder. Irgendwann weiß man dann auch, dass Togo an Ghana grenzt und in Westafrika liegt.

Wem das Länderraten mit Afrika zu schwer ist, kann sich auch an den Stadtteilen von Hamburg, Berlin und anderen deutschen Städten probieren. Zusätzlich stehen zahlreiche andere Metropolen, Länder und schließlich die ganze Welt zur Verfügung. (dbe)

Google Ginsberg

www.googlepoetics.com

http://deutsch.googlepoetics.com

Google weiß, was wir wollen: Tippt man einen Begriff in das Suchfeld, errät die allwissende Suchmaschine, was der Nutzer suchen will. Generiert werden diese Vorschläge unter anderem aus populären Suchanfragen. Sie sagen viel über uns aus, offenbaren Sehnsüchte, Ängste und Neugier. „Können Geister töten“, vervollständigt Google, oder „Ich weiß, ich bin ein Vampir“. Bei jeder Suche unterbreitet Google vier Vorschläge. Liest man sie von oben nach unten, entfalten sie plötzlich eine ganz eigene Poesie: how to fight/ how to fight depression/how to fight anxiety/how to fight like batman.

Die skurrilsten, witzigsten und originellsten dieser kleinen Google-Gedichte versammeln Sampsa Nuotio und Raisa Omaheimo in ihrem Tumblr-Blog Google Poetics. Auch deutsche Suchmaschinen-Poesie ist vertreten: es war nur ein kuss/es war nur der sommerwind/es war nur sand in deinen augen/ es war nur eine nacht. (dbe)

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