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ARM-Server: Wann kommt was?

2014 sollen Mikroserver mit ARM-SoCs in größeren Stückzahlen kommen, darunter erste mit 64-bittigen ARMv8-Kernen. Marktforscher sehen Mikroserver als stärksten Wachstumsimpuls im ansonsten stagnierenden Server-Weltmarkt. 2012 waren laut IHS iSuppli weniger als 90 000 Mikroserver verkauft worden, 2013 sollten es über 290 000 Stück werden – aktualisierte Schätzungen stehen noch aus. Bisher rechnen in Mikroservern meistens Intel-Prozessoren, etwa Low-Voltage-Versionen des Xeon E3-1200 oder Atoms der Baureihen S1200 und C2000.

Mit Mikroservern sind dicht gepackte Systeme gemeint, die zahlreiche Module in einem Rack-Chassis vereinen, zusammen mit redundanten Netzteilen, Netzwerk-Switches – oft für 10-Gigabit-Ethernet – und Platz für Notebook-Festplatten oder SSDs. Solche Geräte verkaufen etwa HP (ProLiant Moonshot), Dell (PowerEdge C5220), Supermicro, Tyan und die AMD-Sparte SeaMicro. Die hat es bisher nicht geschafft, den im Mai 2013 vorgestellten Opteron X1000 (Kyoto) auf die Straße zu bringen und bestückt die meisten SM15000-Versionen sogar mit Intel-Chips. Dell hat ein Pilotsystem mit ARM-SoCs von Marvell im Rennen, vor allem aber gibt es von HP, Dell, Boston und Penguin Computing Maschinen mit den EnergyCore-SoCs von Calxeda.

Doch ausgerechnet dieses 2008 unter dem Namen Smooth-Stone in Texas gegründete Unternehmen musste nun die Segel streichen, wenige Monate nach dem Start seiner zweiten SoC-Generation ECX-2000. Dessen Cortex-A15-Kerne sind zwar nur 32-Bit-tauglich, können aber bisherige Atom-Cores übertrumpfen. Doch Calxeda mit 130 Mitarbeitern ging anscheinend das Geld aus: In zwei Finanzierungsrunden waren über 100 Millionen US-Dollar zusammengekommen, nun wollten die Investoren nichts mehr nachschießen. Pikant daran: Zu den Geldgebern gehört ARM selbst. Auch sonst waren prominente Firmen beteiligt, etwa die Investmentgesellschaft Vulcan des Microsoft-Mitgründers Paul Allen und die arabischen Eigner des Auftragsfertigers Globalfoundries. Im Board of Directors von Calxeda saß mit Frank Frankovsky jener Facebook-Manager, der das Open Compute Project (OCP) führt. Dass Facebook seine riesigen Rechenzentren mit ARM-Mikroservern füllen will, gilt als eine der wichtigsten Erfolgschancen des ARM-Server-Konzepts. ARM-SoCs dürften zunächst eher in Storage- oder Netzwerk-Systemen ackern als in Servern für allgemeine (Cloud-)Applikationen.

Die Firma Applied Micro, die sich trotz des Apple A7 als ARMv8-Vorreiter sieht, kann bisher nur X-Gene-Entwicklerboards liefern. Die nutzt etwa Oracle zur Portierung von Java auf ARMv8. Liefertermine, Preise und Performance-Daten für die lange angekündigten X-Gene-Module für HP Moonshot sind aber nicht zu erfahren. Auch der Mitac 7-Star wurde zwar bereits während der Computex 2013 „eingeführt“ (launched), gilt auf Nachfrage jetzt aber als „Proof of Concept“ ohne konkreten Termin.

AMD will den Seattle-Opteron mit Cortex-A57 erst in der zweiten Jahreshälfte fertigen, dann erwartet man auch erste Varianten des Cavium Thunder und des Nvidia Tegra K1 mit „Denver“-Kernen. Qualcomm und Samsung bringen ihre ARMv8-Server-SoCs vielleicht noch etwas früher – aber fertige Maschinen sind kaum noch 2014 möglich. Solange konkrete Messwerte und Preise fehlen, bleibt das Rennen zwischen x86 und ARM offen. (ciw)

Server-Mainboards für je 14 Festplatten

Die Server-Sparte von Asrock (asrockrack.com) stellt ein kompaktes Board mit LGA1150-Fassung vor, an das sich maximal 14 Festplatten anschließen lassen. Das 360 Euro teure E3C224D4I-14S misst an der langen Seite 4 Zentimeter mehr als das Mini-ITX-Format vorschreibt. Der Chipsatz C224 verträgt sich mit Xeon-E3-, Core-i3- und Pentium-Prozessoren. Dank vier DIMM-Slots sind bis zu 32 GByte ECC-Speicher möglich. Der Clou ist der aufgelötete SAS-Controller von LSI (LSI2308), der über zwei MiniSAS-Buchsen acht SAS- oder SATA-Platten anbindet. Auch vier der sechs SATA-Ports des C224 sind via MiniSAS-Buchse nutzbar – praktisch für SATA-Backplanes. Der Aspeed-Chip AS2300 ermöglicht Fernwartung, zwei Intel-Netzwerkchips (I210-AT) sorgen für Gigabit-Ethernet-Anschluss.

Ganz ähnlich ist das 240 Euro teure Supermicro X10SL7-F bestückt, doch es nutzt das größere Micro-ATX-Format, einen Aspeed AST2400 und verwendet normal große SATA-Buchsen für sämtliche SAS- und SATA-Ports. (ciw)

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