Hausgemacht

Die Fairness der IT-Produktion in Deutschland

Wissen | Hintergrund

Bei Computern und anderen IT-Geräten denkt man fast automatisch an die Herstellung in China. Doch bei überraschend vielen erfolgt zumindest die Montage in Deutschland. Wer gezielt einkauft, setzt Anreize für mehr Transparenz und bessere Arbeitsbedingungen.

L ängst nicht alle Computer kommen aus Asien: Viele Aldi-PCs werden in Thüringen montiert, Fujitsu fertigt am ehemaligen Siemens-Nixdorf-Standort Augsburg sogar noch Mainboards selbst. Kleinere Computerfirmen wie Bluechip, Tarox oder ICO lassen seit jeher eigene Mitarbeiter schrauben. Auch Gigaset-Telefone und viele Fritzboxen stammen aus Deutschland. Bei solchen Produkten haben wir Käufer also die Wahl, wie wir unser Geld ausgeben: Zum Beispiel ganz bewusst für möglichst fair produzierte Geräte. Die Frage ist bloß: Gilt das für alle Produkte aus deutscher Fertigung?

Abhängig Beschäftigte in Deutschland sind besser vor Ausbeutung, Rechtsverletzungen und Gesundheitsschäden geschützt als in vielen anderen Ländern. Vollzeitbeschäftigte industrieller Produktionsbetriebe verdienen meistens genug zum Leben. Fujitsu zahlt in der PC-Montage bei 35 Wochenstunden je nach Vertrag monatlich 2000 bis 2700 Euro [1]. Arbeitslosen-, Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen sind hierzulande üblich, Gewerkschaften haben gesetzlich verbriefte Rechte. Man darf davon ausgehen, dass Kinderarbeit in der Industrieproduktion kein Thema ist und sich Kontrollbehörden nicht bestechen lassen. Eine unabhängige Justiz und die Pressefreiheit helfen beim Aufdecken von Missständen. ...

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