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Generationswechsel bei großen Xeon-Servern von IBM

Nur wenige Hersteller bauen große „Enterprise“-Server mit mehr als vier Xeon-Prozessoren, etwa Bull, Fujitsu, HP, IBM, NEC, Oracle und Unisys. IBM sieht sich als Marktführer mit dem flexibel konfigurierbaren System x3950X5 (Enterprise X-Architecture 5). Darin stecken Xeons der Baureihen E7-4800 oder E7-8800, also Westmere-EX mit bis zu 10 Kernen. Bald werden deren Nachfolger Ivy Bridge-EX mit bis zu 15 Kernen als E7-4800 v2 und E7-8800 v2 erwartet. Dafür kündigt IBM jetzt das System X6 an.

Die neuen Maschinen System x3850 X6 (vier Xeons) und x3950 X6 (acht) sind mechanisch anders aufgebaut als ihre Vorgänger, die als Rack-Einschübe daherkamen. Jetzt stecken je vier sogenannte Prozessor-Bücher (Books) wie dicke Blades nebeneinander in einem 4-HE-Chassis. Der x3950 X6 ähnelt dabei zwei übereinandergestapelten x3850 X6, bloß dass die dann insgesamt acht CPU-Books mit den Acht-Socket-Xeons (E7-8800 v2) statt mit denen der 4800er-Familie bestückt werden müssen. Acht der neuen Xeons stellen 120 Kerne beziehungsweise 240 Threads bereit.

Jedes CPU-Book nimmt außer dem Prozessor noch 24 Speichermodule auf. Mit LR-DIMMs mit je 64 GByte Kapazität sind folglich 1,5 TByte RAM pro Book beziehungsweise 6 oder 12 TByte für den gesamten Server möglich. Ein Drittel der Speicherfassungen darf man statt mit RAM mit neuartigen FlashDIMMs bestücken und erhält eine extrem schnelle SSD mit kurzen Latenzen. SAS- oder SATA-SSDs passen in das separate Storage-Book (links), IBM offeriert dafür auch spezielle 1,8-Zoll-Versionen. Außerdem lassen sich PCIe-SSDs in die von der Rückseite aus zugänglichen I/O-Books einstecken. IBM verkauft auch separate Subsysteme wie das neue FlashSystem 840.

Die kommenden E7-Xeons pflanzt IBM auch den vorkonfigurierten Komplettservern der Baureihe Flex System ein, allerdings nur als Dual-Socket-Konfiguration 880 X6 Compute Node. Hier passen zwei Xeon E7-2800 v2 und 48 Low-Profile-Speicherriegel hinein. Zwei oder vier 880er-Einschübe lassen sich zu einem Vier- oder Acht-Socket-Server zusammenschalten, dann aber muss man auch die passenden Xeon-Versionen einbauen. (ciw)

Viele neue Funktionen für Synology-NAS

In den nächsten Monaten will Synology die Firmware-Version DSM 5.0 für seine NAS-Geräte herausbringen. Zunächst sticht beim neuen DiskStation Manager (DSM) die aufgepeppte Oberfläche ins Auge. Sie soll auch auf Touchscreens gut nutzbar sein. Doch auch die Performance will Synology verbessert haben, etwa beim Zugriff auf kleine Dateien und via iSCSI. Vor allem aber kommen neue Funktionen, darunter eine Art App-Store für Plug-ins und mehr Möglichkeiten zum Abgleich mit Cloud-Speichern wie Dropbox und Google Drive. DSM 5.0 soll sich auf allen Geräten installieren lassen, die bisher mit DSM 4.3 laufen. Zunächst ist eine Beta-Version geplant, die man aber nicht auf Geräten mit Nutzdaten installieren sollte. (ciw)

Mehr Moonshot-Module

Für das Mikroserver-System HP Moonshot sind mittlerweile zwei neue Server-Module erhältlich, sogenannte Cartridges: Nämlich ProLiant m700 mit vier AMD-Prozessoren des Typs Opteron X2150 und ProLiant m300 mit einem Octo-Core Intel Atom C2750. Außerdem gewährt HP ausgewählten Pilotkunden Zugriff auf den ProLiant m800 mit vier Keystone-II-SoCs von Texas Instruments: Diese Chips kombinieren jeweils vier Cortex-A15-(ARM-)Kerne mit acht DSP-Kernen und eignen sich für Spezialanwendungen, etwa die Analyse seismischer Daten, Video-Transcoding oder als VoIP-Telekommunikationsserver.

Weiterhin sind die Moonshot-Systeme nicht für die Mischbestückung mit beliebigen Modulen gedacht, sondern HP verkauft komplette Chassis mit jeweils 45 Cartridges. Die Mikroserver sind also nur für große Installationen interessant, HP empfiehlt sogar bestimmte Einsatzzwecke. Der ProLiant m700 ist beispielsweise für zentral im Rechenzentrum gehostete Windows-7-Desktops gedacht; jede CPU kann deshalb nicht bloß auf 8 GByte RAM zugreifen, sondern auch auf 32 GByte Flash-Speicher für die wichtigsten Teile des Betriebssystems. So sollen die Remote-Desktops unter Citrix XenDesktop ohne teures SAN auskommen, also nur mit den je zwei Gigabit-Ethernet-Ports pro CPU. Ein ProLiant Moonshot mit 45 Vier-CPU-Cartridges reicht für 180 Desktops und soll knapp 138 000 US-Dollar kosten. Ein Rack voller Moonshots kann 1800 Desktops beherbergen, kostet aber – ohne die üblichen Rabatte – rund 1,38 Millionen US-Dollar. (ciw)

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