Mehrwegsystem

Multipath-TCP: Das Betriebssystem bündelt Internet-Anschlüsse

Wissen | Know-how

Multipath-TCP ist eine raffinierte Technik, die mehrere Internet-Leitungen automatisch bündelt. Sie erhöht ohne jegliche Änderung der Applikationen sowohl den Datendurchsatz als auch die Verbindungsstabilität und wurde weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt. Für den roten Teppich ist es freilich schon zu spät: Multipath-TCP steckt bereits in allen aktuellen iOS-Geräten und in immer mehr Linux-Servern drin.

Mobilgeräten stehen oft mehrere Netzwerkverbindungen gleichzeitig zur Verfügung. Sie wechseln auch ständig das Netz und damit ihre Adresse. Das ist der blanke Horror für jede Internet-Applikation, denn die geht normalerweise von einer stabilen Verbindung zwischen genau zwei festen Adressen aus.

Multipath-TCP sorgt nun dafür, dass prinzipiell ein beliebiger Host im Internet sowohl mehrere Anschlüsse gleichzeitig nutzen kann und sogar zwischen ihnen hin- und herspringen darf – ohne dass ein Serverprozess oder die Smartphone-App etwas davon merken.

Diese Erweiterung wirkt sich nur auf ein spezifisches Protokoll der Internet-Familie aus. Die zugrunde liegende IP-Schicht, die lediglich Pakete von A nach B befördert, ist davon gänzlich unberührt. Auch der UDP-Verkehr, der auf IP aufsetzt und beispielsweise von VoIP- oder Spieleanwendungen verwendet wird, bleibt unverändert – die UDP-Pakete werden wie Postkarten ohne weitere Absicherung abgeschickt und wenn mal eines verloren geht, dann ist das wegen der flotten Abarbeitung der UDP-Übertragung bereits in Kauf genommen. ...

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