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Schönheits-OPs bei Firefox

Mozilla hat Firefox für Windows 8 und Touch-Bildschirme optimiert und als Beta der neuen Version 28 veröffentlicht. Der Webbrowser unterstützt nun Touch- und Wischgesten, mit denen man beispielsweise Webseiten mit zwei Fingern vergrößern kann („Pinch to Zoom“). Eine aufgeräumte Bedienoberfläche mit großen Kachelflächen erleichtert die Bedienung mit den Fingern. Die Startseite versammelt viel besuchte Webseiten, Lesezeichen und die Chronik. Die Betaversion verfügt außerdem über eine Windows-Share-Integration, mit der sich Webinhalte leichter in sozialen Netzwerken teilen lassen.

Einen Blick auf die brandneue Bedienoberfläche von Firefox kann man in der Pre-Beta-Version 29 werfen, die die Entwickler im Aurora-Kanal veröffentlicht haben. Das Australis getaufte Design soll schlanker und hübscher sein als sein Vorgänger. Ein neues Menü bietet selten benutzten Funktionen ein gemeinsames Zuhause. Anwender können es an die eigenen Bedürfnisse anpassen und etwa die Suchleiste via Drag & Drop dorthin verschieben.

Die Aurora-Version von Firefox ist zudem mit einer verbesserten Version von Firefox Sync ausgestattet, mit der sich – ähnlich wie bei Google Chrome – Browser-Einstellungen, Chronik und Lesezeichen zentral und verschlüsselt auf Mozillas Servern speichern lassen. Später wollen die Entwickler Firefox Sync auch in Firefox OS einbauen. (dbe)

Werbekacheln im Firefox

Die Mozilla-Foundation spielt mit dem Gedanken, Werbung in frisch geöffnete Firefox-Tabs einzubinden. Bisher zeigt der Browser dort in neun Kacheln oft besuchte Seiten mit Screenshot an. Zuvor muss man den Browser eine bestimmte Zeit verwendet haben. In der Zwischenzeit könnten künftig gesponserte Seiten die Kacheln bevölkern. Die bezahlten Links sollen deutlich gekennzeichnet sein.

Die streitbare Mozilla-Chefin Mitchell Baker verteidigte die Pläne: „Wir glauben, dass wir in den Kacheln Nützliches anbieten können.“ Für Mozilla sei es wichtig, neue Einnahmequellen zu schaffen, die das Projekt unterstützen. Baker versprach, dass die Anzeigen keine Tracking-Funktionen enthalten würden. Wann die Werbe-Kacheln kommen, steht noch nicht fest. Zuvor gebe es noch Details zu klären, so Mozilla. (dbe)

WhatsApp lässt GitHub-Projekte entfernen

GitHub hat die Repositories von über 30 Open-Source-Projekten, die in irgendeiner Weise mit WhatsApp zu tun haben, vom Netz genommen. Auslöser der Aktion ist ein Schreiben von WhatsApp, in dem der App-Hersteller unter Berufung auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) die Entfernung der dort genannten Projekte von GitHub fordert.

Laut dem Schreiben sollen die Projekte ohne Erlaubnis den Namen oder das Logo von WhatsApp nutzen, unautorisiert auf das API, -Software oder -Dienste zugreifen oder in anderer Weise das Copyright oder Markenzeichen von WhatsApp verletzen (siehe auch c’t 5/14, S. 74). Gemäß der GitHub-Richtlinien zum Umgang mit DMCA-Beschwerden wird der Code-Hoster jetzt die betroffenen Projekte zu einer Stellungnahme auffordern und sie bei deren Widerspruch wieder online stellen. (odi)

Streit im Google-Wettbewerbsverfahren

Bereits im Jahr 2010 hat die EU-Kommission nach Beschwerden anderer Unternehmen ein Kartellverfahren gegen Google eingeleitet. Der Verdacht: Google missbraucht seine marktbeherrschende Stellung und benachteiligt andere Suchdienst-Anbieter. Nun ist es zwischen dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia und anderen EU-Kommissaren zu einem offenen Streit gekommen. Almunia will das Verfahren gegen Google nach neuen Zugeständnissen des Internet-Konzerns einstellen. Einigen seiner Kollegen geht das aber zu schnell. So erklärte der deutsche Energiekommissar Günther Oettinger: „Das Thema ist noch lange nicht entschieden.“ Er will erst die Beschwerdeführer nochmals anhören.

Auch Justizkommissarin Viviane Reding und Binnenmarktskommissar Michel Barnier haben sich in einer Sitzung unzufrieden über Almunias Vorgehen gezeigt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Almunia hat als Wettbewerbskommissar in der Angelegenheit die letzte Entscheidungskompetenz. Es ist ungewöhnlich, dass ein EU-Kommissar öffentlich der Einschätzung des zuständigen Kollegen widerspricht.

Google veröffentlichte nach Berichten über den Streit die aktuellen Vorschläge (siehe c’t-Link). Der über 90-seitige Text enthält Details zur konkreten Umsetzung dieser Maßnahmen. Künftig will der Konzern Links zu alternativen Angeboten deutlich sichtbarer anzeigen. Google garantiert, beim Suchergebnis neben eigenen Spezialservices zum Beispiel für Waren, Hotels oder Restaurants stets auch drei Konkurrenzangebote anzuzeigen, und zwar in einer Weise, wie Google auch eigene Angebote anzeigt. (jo)

Domain-Registrar haftet für Urheberrechtsverletzungen

Ein Domain-Registrar kann nach einem konkreten Hinweis auf eine offenkundige Urheberrechtsverletzung verpflichtet sein, das Angebot unter der registrierten Domain zu prüfen und die Domain gegebenenfalls zu sperren. Dies entschied das Landgericht Saarbrücken mit Urteil vom 15. Januar 2014 (Az. 7 O 82/13) und bestätigte damit eine bereits im August 2013 ergangene einstweilige Verfügung. Geklagt hatte die Universal Music GmbH. Sie hatte festgestellt, dass ein von ihr vertriebenes Album „in Form eines Torrents“ über die Domain h33t.com abrufbar war und „unter Verwendung des Trackers der Seite heruntergeladen“ werden konnte.

Universal Music forderte im Verfahren vor dem Landgericht Saarbrücken nicht etwa vom Domain-Eigner, sondern vom Registrar Key-Systems als Domain-Vermittler, die angeblichen Rechtsverletzungen zu beenden. Das Gericht erließ Ende August 2013 ohne Anhörung von Key-Systems eine einstweilige Verfügung. Dem Unternehmen wurde verboten, „es Dritten zu ermöglichen, das Musikalbum (…) des Künstlers (…) sowie die darauf enthaltenen (…) Tonaufnahmen mittels einer BitTorrent-Suchmaschine und/oder eines BitTorrent-Trackers zu vervielfältigen und/oder öffentlich zugänglich zu machen wie unter der URL (…) geschehen“.

Gegen diese Verfügung hat Key-Systems Widerspruch eingelegt. Der Registrar hat argumentiert, dass die Existenz und damit auch der Zugriff auf die Inhalte nicht von der Registrierung eines bestimmten Domain-Namens abhängig sei. Vielmehr wären die Angebote auch mit Eingabe der IP-Adresse abrufbar. Es sei ihm daher gar nicht möglich, auf die Inhalte oder die angebotenen Dienste Einfluss zu nehmen. Auch sei einem Registrar, der im öffentlichen Interesse handelt, eine Prüfung von Website-Inhalten nicht zumutbar. Dies wäre technisch und personell ohnehin nicht zu leisten.

Die Richter des Landgerichts Saarbrücken waren anderer Meinung und bestätigten die erlassene einstweilige Verfügung. Key-Systems hafte als Störer, da die Firma die ihr „obliegenden Prüfungs- und Sicherungspflichten“ verletzt habe. Sie habe durch die Registrierung der Domain h33t.com „in adäquat kausaler Weise dazu beigetragen, dass der Website-Betreiber und die Besucher dieser Domain sowie die Nutzer des Trackers mit Hilfe dieser Domain Urheberrechtsverletzungen begehen können“.

Zwar sei das Geschäftsmodell von Key-Systems „nicht von vornhinein auf Rechtsverletzungen angelegt“. Werde er aber auf klare Rechtsverletzungen hingewiesen, so muss er „das konkrete Angebot unverzüglich prüfen und ggf. sperren“. Im vorliegenden Fall handle es sich um einen solchen „offensichtlichen und eindeutigen Rechtsverstoß“, da das Musikalbum gerade eben erst erschienen war.

Der Bundesverband Musikindustrie freute sich wenig überraschend über die Entscheidung. Geschäftsführer Florian Drücke betonte, dass mit dem Urteil des LG Saarbrücken „erstmals die Verantwortlichkeit eines Registrars für Urheberrechtsverletzungen“ festgestellt worden sei. Für die Rechteinhaber böte sich damit eine neue Möglichkeit, gegen Portale mit illegalen Angeboten im Netz vorzugehen.

Ob Key-Systems gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegen wird, hat der Registrar noch nicht entschieden. Der Betreiber des Angebots h33t ist unterdessen von der bisherigen .com-Domain auf eine .to-Domain gewechselt. (Joerg Heidrich/hob)

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