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Aus für Pear OS

Die Linux-Welt ist um eine kuriose Distribution ärmer: Das Ubuntu-Derivat Pear OS, dessen von Elementary OS übernommener Desktop die Mac-OS-X-Optik kopiert, ist endgültig aus dem Netz verschwunden. Pear-OS-Entwickler David Tavares hatte bereits im Januar erklärt, er habe die Rechte an Pear OS an ein großes Unternehmen abgetreten, das nicht genannt werden wolle, und die Pear-OS-Website vom Netz genommen.

Daraufhin bot Brenden Gonzales die aktuelle Pear-OS-Version 8 unter dem Namen Clementine OS zum Download an – allerdings nur für eine Woche: Dann ging auch die Clementine-OS-Website offline. Laut Gonzales forderte dasselbe Unternehmen die Abschaltung des Downloads und eine Unterlassungserklärung. Welches Unternehmen hinter der Aktion gegen das Linux mit einer angebissenen Birne als Symbol steht, ist nach wie vor nicht bekannt; allerdings haben Linux-Entwickler verschiedentlich darauf hingewiesen, dass Pear OS möglicherweise gegen die GPL verstößt, da es nur in Binärform und ohne irgendeinen Hinweis auf die Quelltexte zum Download angeboten wurde. (odi)

Debian und Ubuntu wechseln zu Systemd

Das technische Komitee des Debian-Projekts hat entschieden: Die in etwa einem Jahr anstehende Version 8 der Linux-Distribution soll standardmäßig Systemd als Init-System verwenden. Allerdings kann dieser Beschluss noch durch eine Abstimmung aller Debian-Entwickler außer Kraft gesetzt werden; an der dazu nötigen General Resolution wird bereits gearbeitet. Ob dabei eine andere Entscheidung als Systemd herauskommt, ist allerdings fraglich, zumal der aussichtsreiche Gegenkandidat Upstart offenbar keine Zukunft mehr hat.

Wenige Tage nach Bekanntgabe der Entscheidung des technischen Komitees hat nämlich Mark Shuttleworth verkündet, dass auch Ubuntu mittelfristig auf Systemd umstellen wird. Der Ubuntu-Sponsor betonte dabei ausdrücklich, dass Ubuntu ein Mitglied der Debian-Familie ist und daher die Debian-Entscheidung mitträgt. Einen konkreten Zeitplan für die Umstellung auf Systemd gibt es noch nicht; die kommende Ubuntu-Version 14.04 wird noch Upstart verwenden.

Systemd dürfte damit zum Standard-Init-System der Linux-Welt werden: Unter anderem Arch Linux, Fedora, Mageia und OpenSuse verwenden bereits Systemd; Red Hat Enterprise Linux und Suse Linux Enterprise werden mit dem nächsten größeren Update auf Systemd umstellen. Wenn jetzt noch Debian, Ubuntu und die zahlreichen Debian- und Ubuntu-Derivate auf Systemd umstellen, verbleibt Googles Chrome OS als letzte große Distribution, die Upstart einsetzt. (odi)

Power in der Cloud

Im September 2013 kündigte IBM an, die Entwicklung von Linux für Power-Server mit einer Milliarde US-Dollar zu fördern. Jetzt lässt Big Blue Taten folgen: Über die Power Development Platform (PDP, siehe Link unten), erhalten Programmierer kostenlos übers Netz Zugriff auf Power7- und Power7+-Server, um dort ihre Linux-Anwendungen zu entwickeln und zu testen. Als Betriebssysteme stehen neben Linux (RHEL 6, SLES 11) AIX 6.1/7.1und IBM i 6.1/7.1 (früher OS/400) zur Auswahl. (odi)

UEFI-Bugs: Gefahr für Thinkpads

Bugs in der UEFI-Firmware aktueller Thinkpad-Modelle können zu einer irreparablen Beschädigung der Geräte bei der Linux-Installation führen, wenn man zuvor nicht UEFI im Firmware-Setup deaktiviert. Betroffen sind offenbar mehrere Thinkpad-Modelle, die Core-i-CPUs der 4000er-Serie aus Intels Haswell-Generation einsetzen, darunter das T540p und das W540. Weitere Informationen dazu finden Sie auf Seite 36. (odi)

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