Amazon Deutschland startet Video-Flatrate „Prime Instant Video“

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Amazon Deutschland startet Video-Flatrate „Prime Instant Video“ Ende Februar hat der Online-Versandhändler Amazon überraschend seinen Video-on-Demand-Dienst „Amazon Prime Instant Video“ in Deutschland gestartet. Das VoD-Angebot seines...

Ende Februar hat der Online-Versandhändler Amazon überraschend seinen Video-on-Demand-Dienst „Amazon Prime Instant Video“ in Deutschland gestartet. Das VoD-Angebot seines Tochterunternehmens Lovefilm schaltete Amazon parallel dazu ab; die dort bis dahin in einem Flatrate-Modell angebotenen 12 000 Filme und Serienfolgen sind nun von Amazon-Kunden mit „Prime“-Status unbegrenzt abrufbar. Im Gegenzug erhöht sich der Preis für die „Amazon Prime“-Mitgliedschaft von bisher 30 auf 50 Euro im Jahr, für Studenten von 15 auf 24 Euro. Prime schließt die Gratislieferung von Bestellungen bei Amazon am nächsten Tag und den Zugang zu E-Books in der Kindle-Leihbücherei ein. Die Erhöhung gilt ab der nächsten Vertragsverlängerung, aber laut Amazon frühestens ab dem 1. Mai. Den konkreten Zeitpunkt der Umstellung können Prime-Kunden in ihrem Kundenkonto einsehen. Den Schnellversand können bis zu vier weitere Familienmitglieder im selben Haushalt nutzen. Für die Video-Flatrate gilt dies nicht: Hier benötigen alle eigene Prime-Konten oder müssen gemeinsam gucken.

Wer Amazon Prime nicht nutzen möchte, kann als Neukunde Amazon Prime Instant Video für 7,99 Euro pro Monat buchen. Das ist etwas teurer als zuvor bei Lovefilm, bei dem der reine VoD-Dienst 6,99 Euro kostete. Alle bestehenden Lovefilm-Mitgliedschaften laufen bei Amazon zu den gewohnten Konditionen weiter. Kunden, die Lovefilm bisher ohne Amazon.de-Login genutzt haben, müssen einmal auf der eigens eingerichteten Website www.lovefilm.de/wechseln den Umstieg zu Prime Instant Video vornehmen. Bei Lovefilm-Kunden, die ohnehin bereits ein amazon.de-Login genutzt haben, fand die Umstellung automatisch statt.

Kunden, die bisher über Lovefilm kombiniert Video on Demand und den DVD-Verleih genutzt haben und nun den VoD-Part als Prime-Mitglieder nutzen, zahlen für die Disc-Zusendung eine gesonderte Gebühr. Die kleinste Flatrate mit einer Disc kostet nun ab 4 Euro monatlich; sie ist weiterhin monatlich kündbar.

Zusätzlich zum bisherigen Lovefilm-Sortiment bietet Amazon unter dem Namen „Instant Video“ 25 000 Filme und Serien-Episoden im VoD-Einzelabruf zum Kaufen sowie größtenteils auch zum Mieten an. Je nach Bildqualität (SD oder HD) kosten aktuelle Blockbuster wie der jüngst auf Blu-ray erschienene Science-Fiction-Film „Gravity“ für 48 Stunden 3,99 beziehungsweise 4,99 Euro, die unbegrenzte (DRM-geschützte) Wiedergabe 10 Euro beziehungsweise 13 Euro. Serien werden lediglich zum Kauf angeboten, die Preise liegen hier in der Regel bei 2,50/3 Euro pro Folge und 30 bis 35 Euro pro Staffel.

Amazons neues VoD-Angebot soll sich auf allen Geräten nutzen lassen, auf denen auch Lovefilm verfügbar war. Dazu gehören neben Windows-PCs und Mac (jeweils mit Silverlight-Plug-in) unter anderem Spielkonsolen (PS3/PS4, Xbox 360/One, Wii), ausgewählte Blu-ray-Player, Smart-TVs von LG, Samsung und Sony sowie die Mobilgeräte Kindle Fire HD/HDX und iPhone/iPad. Eine App für Android-Tablets gibt es noch nicht. Wer die Prime-Videos unterwegs auch ohne Internet-Verbindung anschauen möchte, braucht zwingend ein Kindle-Tablet.

Bis zum Redaktionsschluss lief der Dienst noch nicht auf allen Geräten fehlerfrei. Zudem sind FSK-18-Titel nicht auf allen Plattformen abrufbar.

Für Flatrate-VoD-Angebote sind eher gut abgehangene Produktionen typisch; insofern überrascht durchaus, dass Instant Prime Video beim Start den Blockbuster „Star Trek Into Darkness“ von 2013 und „Flight“ von 2012 enthält. Insgesamt ist das Sortiment recht Hollywood-lastig, auf Arthouse sollte man nicht hoffen. Das Serienangebot ist eher durchwachsen, das Angebot an Produktionen im Originalton schwach.

Bei einem ersten Sichttest schien Amazon bei Prime Instant Video die Bitrate dynamisch anzupassen, wohl um dem Andrang zu Stoßzeiten bewältigen zu können: Ein mit „HD“ gekennzeichneter Film hatte zunächst SD-Niveau, die Bildqualität stieg erst im Laufe des Abends. (nij)

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