Umsteigen auf den Mac

Kaufberatung: Der beste Mac für jeden Zweck

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Wer sich erstmals einen Mac anschaffen will, wird wissen wollen, was die Modelle ausmacht, wie sie sich von Windows-PCs unterscheiden und welches der am besten geeignete Apple-Rechner für die eigenen Anforderungen ist.

Fragt man Anwender nach ihrem Mac, sind sie meistens sehr zufrieden und arbeiten gerne damit. Die Geräte sind hochwertig verarbeitet; statt Blech und Kunststoff dominieren Alu und Glas. Der Mac ist deutlich pflegeleichter, komfortabler und sicherer. Grafik-, Kamera- und die meisten Druckertreiber stellt das System automatisch bereit, sodass mehr Zeit für die produktive Arbeit und den Spaß am Rechner bleibt. Auf der anderen Seite ist Apples Hardware als teuer verschrien. Bezieht man jedoch mit ein, wie viel Zeit man bei Windows mit Wartung, Treiberkonflikten, Malware, Viren und Software-Problemen vertut, sieht die Rechnung schon anders aus. Hinzu kommt, dass Apple-Rechner länger genutzt werden und einen enorm hohen Wiederverkaufswert haben. Mac-Fans, wie der Autor einer ist, empfinden den Preis für ihren Lieblingsrechner deshalb insgesamt als nicht unbedingt überhöht.

Wer iPad, iPod touch oder iPhone und den zugehörigen App Store gut findet, wird sich vielleicht überlegen, ob ein Mac nicht auch der richtige Computer für ihn wäre. Oftmals wecken das gute Aussehen, die elegante Bedienoberfläche und die geringe Arbeitslautstärke bei PC-Besitzern Begehrlichkeiten. Um es Ihnen etwas leichter zu machen: Auf dem Mac läuft neben OS X auch Windows problemlos und sogar Linux lässt sich parallel installieren.

Von den wichtigsten Programmen gibt es Mac-Versionen, wobei Umsteiger diese meist neu kaufen müssen, was zusätzlich zum Rechnerkauf ins Geld geht. (Zum Umzug mehr im nächsten Artikel auf Seite 108.) Für 3D-Spiele ist der Mac auch nicht der optimale Kamerad: Die Standard-Grafikkarten erreichen gerade mal das Niveau der Gaming-Mittelklasse und viele Titel erscheinen erst später oder gar nicht für Mac OS X, auch wenn mit OpenGL 4 Funktionen wie Tesselation nun unter OS X 10.9 Einzug halten. Zwar kann man zum Spielen Windows booten, doch das kann nur als Notlösung gelten, nicht als Grund für die teure Anschaffung.

Auch wenn Intel-Prozessoren und übliche Komponenten bei Apple zum Einsatz kommen, muss die Hardware-Auswahl anderen Regeln folgen als beim Kauf eines normalen PC oder Notebooks. So gibt es zum Beispiel keinen klassischen Desktop-Rechner in Form eines Mini-Tower oder Tower, wo man reichlich Laufwerke, Speicherriegel und Steckkarten einbauen oder die Grafikkarte austauschen kann. Bei den meisten MacBooks ist sogar der Arbeitsspeicher aufgelötet und die SSD proprietär. Die Grafikchips sitzen auf der Hauptplatine oder auf proprietären Karten. An einem Mac gibt es wenig zu basteln. Man muss deshalb gleich beim Kauf die endgültige Ausstattung zusammenstellen.

Bei den Desktop-Rechnern entscheiden oftmals Komponenten wie Festplatte, SSD, Fusion Drive (mehr dazu auf Seite 103), RAM oder Grafikkarte mehr über die Gesamt-Performance als die Wahl des richtigen Basis-Modells. Apple hat nur noch einen Rechner mit DVD-Brenner im Sortiment, ein Notebook. Laufwerke und Speicherplatz rüstet man extern über USB 3.0 oder die schnelle Thunderbolt-Schnittstelle nach. Bei den Desktops hat man die Wahl zwischen dem kompakten Mac mini, dem All-in-One-Rechner iMac oder der Workstation Mac Pro – man kann auch sein Notebook auf dem Schreibtisch einsetzen.

Die Palette

Apples Computerangebot teilt sich in mobile und stationäre Modelle auf, die wir zunächst kurz vorstellen. In der Tabelle auf Seite 106 können Sie alle Basis-Konfigurationen sowie die Optionen und Ideal-Modelle vergleichen.

Bei den Desktops fängt es mit dem sehr kompakten Mac mini an. Bei ihm verwendet Apple Notebook-Technik, weshalb er besonders sparsam und zugleich leise ist. Mit seiner 2,5-Zoll-Festplatte und der in den Prozessor-Chip integrierten Grafik stellt er keine Leistungsrekorde auf, reicht aber für den Hausgebrauch aus. Dank einer Klappe am Boden lässt er sich einfach öffnen, um den Arbeitsspeicher aufzurüsten. Den Tausch der Festplatte gegen ein größeres Modell oder eine SSD, wie auch den Einbau einer zweiten SSD (Videos dazu siehe c’t-Link) und die Konfiguration eines eigenen Fusion Drives bekommt ein geschickter Bastler ebenfalls hin. Im Mac mini stecken derzeit noch Intels Ivy-Bridge-Prozessoren, die schon lange erwarteten Nachfolger dürften auf die gleichen Haswell-Komponenten zurückgreifen wie die MacBooks.

Die schicken und schlanken iMacs haben einen Monitor mit 21,5 oder 27 Zoll Diagonale integriert und sind nicht dafür gedacht, vom Anwender geöffnet zu werden. Nur beim 27-Zöller lässt sich etwas selbst aufrüsten, nämlich der Arbeitsspeicher. Die meisten Modelle bringen einen separaten Nvidia-Grafikchip aus der aktuellen Mittelklasse samt eigenem Bildspeicher mit, die ihnen bei Spielen einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Prozessor-Grafik im günstigsten iMac verschaffen. Viele Käufer stören sich an den Spiegelungen der Scheibe vor dem Display, wobei diese bei den zum Rand auf 5 Millimeter abgeflachten Modellen ab 2012 schon deutlich gegenüber den Vorgängern reduziert wurden. Eine Höhenverstellung fehlt am iMac, sodass man den schicken All-in-one-PC nicht selten auf einem wenig attraktiven Bücherstapel zu sehen bekommt. Es gibt zwar die Möglichkeit, (für relativ viel Geld) einen iMac mit externem ergonomischen Monitorständer zu kaufen, aber nachträglich lässt sich der nicht einbauen.

Der neue Mac Pro besitzt einen sehr leistungsfähigen Xeon-Prozessor mit bis zu zwölf Kernen und zwei Grafikkarten. Intern aufrüsten lassen sich beim Mac Pro nur der ECC-Arbeitsspeicher und die SSD; geeignete Flash-Module gibt es derzeit aber noch nicht zu kaufen. Auch der Prozessor ist gesockelt, kann aber nur von erfahrenen Bastlern getauscht werden. Dabei riskiert man jedoch die Garantie. Extern ist der Mac Pro dank vieler Thunderbolt-2.0- und USB-3.0-Schnittstellen hervorragend erweiterbar.

Das günstigste Notebook von Apple ist das MacBook Air, das zwar einen vergleichsweise langsamen Prozessor mitbringt, aber durch die superschnelle SSD im Alltag erstaunlich flott arbeitet. Seine größten Vorteile sind die superkompakte Bauform, sehr geringes Gewicht, lange Akku-Laufzeiten und ein nur mäßig spiegelndes Display ohne vorgesetzte Scheibe. Nachteile sind die in der Grundkonfiguration für viele zu kleine SSD sowie die bescheidene Schnittstellen-Ausstattung – es gibt zum Beispiel keine Ethernet-Buchse.

Der letzte Mac mit DVD-Laufwerk ist das immer noch angebotene MacBook Pro 13", das seit 2012 im Programm ist, dabei aber leider nicht im Preis fiel. Es hat mehr Rechenpower als das Air und mit seiner konventionellen 2,5-Zoll-Festplatte auch mehr Stauraum. Sie ist deutlich langsamer als eine SSD, lässt sich aber gegen eine solche auswechseln (siehe c’t-Link). Das spiegelnde Display ist mit 13,3 Zoll Diagonale eigentlich nicht zu klein, allerdings passen wegen der geringeren Auflösung sogar weniger Details auf den Bildschirm als beim 11-Zoll-Air.

Die 2012 eingeführten MacBook Pro Retina mit vervierfachter Pixelzahl sind dank PCIe-SSD und höher getakteten Prozessoren die schnellsten Mobil-Macs. Das 15-Zoll-Modell hat sogar einen Vier-Kern-Prozessor, die größte Konfiguration einen zusätzlichen Grafikchip, der sich bei Bedarf automatisch einschaltet. ...

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  • Alle MacBooks der Air- und der Retina-Baureihen haben statt Festplatte ein gestecktes PCIe-Flashmodul an Bord.
  • Beim Mac Pro kann der Anwender RAM und SSD ohne großen Aufwand selbst tauschen.
  • Beim 27-Zoll-iMac sind die RAM-Steckplätze zugänglich. Sie liegen hinter einer Klappe an der Rückseite.
  • Beim Mac mini sind RAM und Festplatte recht einfach zu erreichen und zu tauschen.
  • Die Bildschirme vom MacBook Pro 13", iMac 21,5" und iMac 27" bringen unterschiedlich viel Bildinformationen unter.
  • Das gleiche Icon wird auf dem MacBook Pro 13", Air 11", Air 13" und Retina 15" in unterschiedlicher Schärfe und Größe dargestellt.
  • Die Schnittstellen des MacBook Pro Retina: kein FireWire und Ethernet, aber HDMI und 2 x Thunderbolt 2.

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