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Deutsche Mailprovider: SSL-Zwang startet

Die in der Initiative „E-Mail made in Germany“ zusammengeschlossenen E-Mail-Provider GMX, Freenet, Telekom und Web.de führen zum 31. März die Zwangsverschlüsselung ihrer IMAP-, POP3- und SMTP-Zugänge ein. Wer ab disem Stichtag sein Postfach mit Mailclients wie Mozilla Thunderbird oder Microsoft Outlook oder auch mit einer Smartphone-App ohne SSL-Transportverschlüsselung bearbeiten will, erhält eine oftmals recht kryptische Fehlermeldung. Beim Abruf mit den Provider-Webmailern ändert sich für die Kunden nichts. Der SSL-Zugriff mit dem Client lässt sich mit wenigen Handgriffen einrichten. Die erforderlichen Einträge für Servernamen, Portnummer und Verschlüsselungsverfahren finden Sie in der Tabelle unten. Insbesondere beim Abruf in ungeschützten Umgebungen, beispielsweise unverschlüsselten WLAN-Hotspots, ergibt sich durch die Transportverschlüsselung ein Sicherheitsvorteil. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie PGP oder S/MIME vermag der SSL-Transporttunnel allerdings nicht zu ersetzen. (uma)

Mozilla stampft Windows-8-Firefox ein

Die Mozilla Foundation entwickelt Firefox für die Kacheloberfläche von Windows 8 nicht mehr weiter. Nach Aussage des Firefox-Chefentwicklers Johnathan Nightingale gab es an der Touch-optimierten Browservariante ein zu geringes Interesse. Nur rund 1000 von mehreren Millionen Beta-Nutzern haben demzufolge die Modern-UI-App verwendet. „So, wie es um die Metro-Plattform steht, wäre die Weiterentwicklung ein Fehler“, erklärte Nightingale. Derzeit gibt es mit dem Internet Explorer und Chrome folglich nur noch zwei Browser als Modern-UI-App. (chh)

Code_n: Data Mining für Einzelhändler

Viewsy hat den Startup-Wettbewerb Code_n gewonnen, der zum dritten Mal im Rahmen der CeBIT vergeben wurde. Das Startup aus London erhält ein Preisgeld von 30 000 Euro. Viewsy ermöglicht Analysen in der physischen Welt, wie sie Google Analytics für Webseiten vornimmt: Wie lange verweilen Kunden durchschnittlich in einem Geschäft? Und welche Bereiche besuchen sie besonders häufig?

Dazu installiert der Einzelhändler Sensoren in seinem Geschäft, die die WLAN-Signale der Kunden-Smartphones auswerten. Etwa zehn bis zwölf solcher Sensoren benötigt Viewsy nach eigenen Angaben, um einen Supermarkt mit tausend Quadratmetern komplett zu erfassen. Die Auflösung sei dann hoch genug, um angeben zu können, in welchem Gang des Supermarkts sich ein Kunde befinde. Viewsy bereitet die Daten in einem Dashboard auf. Es erfasst lediglich die Mac-Adresse der Kunden-Smartphones. Mit ihr lassen sich Kunden-Handys auseinanderhalten.

Das Landshuter Unternehmen sensalytics stellte eine Viewsy-ähnliche Lösung vor, die unter anderem Lichtschranken auswertet. Es gehörte wie Viewsy zu den 50 Teilnehmern von Code_n, die ihre Lösungen auf der CeBIT vorstellen konnten. Insgesamt hat sich Viewsy beim Code_n14 Award gegen 450 Bewerber aus 60 Ländern durchgesetzt. (jo)

Der neue Personalausweis lebt

Knapp dreieinhalb Jahre nach Einführung des neuen Personalausweises (nPA) ist es ruhig geworden um die eID-Funktion, mit der man sich im Internet ausweisen kann – wenn man denn einen Dienst findet, der dies unterstützt. Bislang benötigten Ausweisinhaber eigens dafür ein Lesegerät. Ageto und NXP haben nun auf der CeBIT eine Alternative gezeigt: Im Beispiel lässt sich ausschließlich mit einem NFC-fähigen Smartphone sowie einem nPA ein Kita-Platz in Hamburg beantragen. Die zuständige App übernimmt nach Eingabe der eID-PIN das Ausfüllen der Datenbankfelder. Ist der Antrag bewilligt, wird ein NFC-Tag zum Smartphone geschickt, das in der Kita zum Auslesen vorgelegt werden muss.

In einem Pilotprojekt, bei dem die Bundesdruckerei den Personalausweis für Online-Überweisungen nutzt, wurde auf der CeBIT der drahtlose Kartenleser Cyberjack wave von Reiner SCT herangezogen. Der nPA ersetzt dabei die PIN zur Anmeldung bei der Bank und die TAN zum Freigeben von Transaktionen. Dabei zeigt das Lesegerät den zu überweisenden Betrag und das Zielkonto an; der Nutzer bestätigt den Vorgang mit seiner Ausweis-PIN.

Für die Banken soll das Verfahren mit wenig Aufwand verbunden sein, da die Bundesdruckerei die Identifizierung der Kunden übernimmt. Dadurch müssen die Geldinstitute keine eigenen eID-Server betreiben. Für Kunden wie Banken bringe die Technik mehr Sicherheit als die bisherigen PIN/TAN-Verfahren. (ad)

Kostenlose De-Mail bei GMX und Web.de

Die United-Internet-Konzernschwestern GMX und Web.de gestehen ihren De-Mail-Kunden ab sofort den kostenlosen Versand und Empfang beliebig vieler De-Mails zu. Zur CeBIT 2013 hatten die beiden Mail-Anbieter das Freikontingent bereits von fünf auf zehn De-Mails verdoppelt. Nach Angaben des Unternehmens haben bislang 500 000 Privatnutzer und 20 000 Firmenkunden einen Vertrag zur Nutzung von De-Mail abgeschlossen.

Auch die Anmeldung zum De-Mail-Dienst und die Nutzung der Basisdienste ist bei GMX und Web.de kostenfrei. Ein Privatkunde ist für die Provider damit zunächst ein Verlustgeschäft, denn sie müssen ja die Identifizierung über einen Dienstleister bezahlen. Nur für Zusatzleistungen wie „Einschreiben“ (0,78 Euro bei Web.de) oder „Einschreiben persönlich und vertraulich“ (1,12 Euro bei Web.de) muss der Privatnutzer in die Tasche greifen. (uma)

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