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Router beschleunigt Internet-Uplink mit Mobilfunk

Der Multichannel VPN Router 200 von Viprinet soll speziell die Senderichtung des Internet-Zugangs beschleunigen. Er bringt ein WAN-Interface für den Anschluss externer DSL- oder Kabelmodems mit und kann in einem freien Slot ein Mobilfunkmodem für UMTS oder LTE aufnehmen. Um Kosten zu sparen, nutzt er zunächst nur die DSL-Leitung. Erst wenn diese ausgelastet ist, nimmt er die teurere Mobilfunkverbindung hinzu. Über das Bündel befördert er dann bis zu 35 MBit/s.

Wie andere Viprinet-Router, so koppelt auch das 200er Modell Internet-Leitungen, indem es Pakete einer einzelnen Sitzung je nach Kapazität, Latenz und Uplink-Geschwindigkeit auf die gebündelten Anschlüsse aufteilt. Als Gegenstelle ist ein schnell angebundener Viprinet-Hub zu mieten, der die auf verschiedenen Leitungen eingehenden Pakete zu einem Datenstrom zusammensetzt und dann weiter zum Ziel schickt.

An Bord sind außerdem 2,4- und 5-GHz-WLAN-Module, die gemäß IEEE-Norm 802.11n bis zu 300 MBit/s brutto übertragen. Der Multichannel VPN Router 200 kostet in der Variante mit einem UMTS/HSPA+-Modul 1300 Euro, im Einführungsangebot bis Ende März sind es noch 1190 Euro. Hinzu kommen Hub-Mietkosten. Der Hub-Anbieter Comtrance verlangt derzeit für eine User-Lizenz 39 Euro monatlich. (dz)

Bluetooth für Hörgeräte

Die Bluetooth Special Interest Group und der Verband European Hearing Instrument Manufacturers Association, EHIMA, wollen bei der Integration der Nahfunktechnik in Hörgeräte zusammenarbeiten. Bisher bieten nur wenige Hörgeräte eine direkte Verbindung zu Smartphones, etwa Resound Linx von GN, das jedoch auf Basis von firmenspezifischen Protokollen.

Die Kooperation setzt auf den Nahfunk wegen der niedrigen Energieaufnahme und der intelligenten Konnektivität. Im ersten Schritt sollen aktuelle Bluetooth-Profile ergänzt und ein neues Profil speziell für Hörgeräte entwickelt werden. Dieses soll wahlweise Stereo-Musik oder monoaurale Telefoniesignale direkt in die Hörgeräte übertragen. Bisher ist dafür ein weiteres Gerät erforderlich, das einen Bluetooth-Kontakt zum Smartphone aufbaut und das Hörgerät per Kabel anbindet. Das Hörgeräte-Profil soll an die speziellen Anforderungen der Energie-Versorgung von Hörgeräten angepasst werden, die mit besonders kleinen Batterien arbeiten. (dz)

Virtualisierung und Domain Controller im NAS

Die kommende Version der NAS-Firmware QTS 4.1 von Qnap soll erstmals den Virtualisierer KVM verwenden. Eine vielversprechende Vorabversion zeigte Qnap auf der CeBIT-Messe in Hannover. Unternehmen können damit einen zentralen Virtualisierungsserver aufbauen, was Hardware- und Lizenzkosten spart.

Die im Linux-Kernel enthaltene Technik nutzt die Fähigkeiten moderner CPUs und läuft laut Qnap auf allen NAS-Modellen der Serien TS-x79, TS-x70 und TS-x80. Diese werden mit 2 oder 4 GByte RAM ausgeliefert, die Virtualisierung setzt jedoch mindestens 4 GByte RAM sowie eine i3-CPU voraus. Der Hersteller empfiehlt 16 GByte oder mehr Arbeitsspeicher, den man gegen Aufpreis nachrüsten kann. Die gesamte Einrichtung der virtuellen Maschinen (VMs), die Netzwerk- und CPU-Konfiguration, die Speicherzuordnung sowie Wartung erledigt man wie üblich per Browser. Anschließend greifen Nutzer mit einem VNC-Viewer oder einem HTML5-tauglichen Browser auf die laufenden VMs zu.

Qnaps neue Firmware bringt außerdem einen Primary Domain Controller für Microsofts Active Directory mit, mit dem sich Nutzerinformationen im LAN verteilen lassen. Allerdings unterstützt der Domain Controller nur einen Teil der Funktionen, die man vom Windows-Original kennt. Bislang beherrscht er beispielsweise keine Gruppenrichtlinien, er soll aber für bis zu 15 Nutzer reichen. Die finale Version seiner NAS-Firmware QTS 4.1 will Qnap in sechs bis acht Wochen veröffentlichen. (rek)

Sisvel fordert Lizenzgebühren für WLAN-Geräte

Der Patentverwerter Sisvel verschickt derzeit Lizenzierungsangebote zur Nutzung von WLAN-Patenten unter anderem an deutsche Hersteller von Geräten mit eingebauten WLAN-Modulen. Sisvel hatte sein „Wi-Fi Joint Licensing Program“ im September 2013 angekündigt. Die Patente hält aber nicht Sisvel selbst, sondern Ericsson, Nokia, das Electronics and Telecommunications Research Institute (ETRI), Hera Wireless und Sanyo. Pro Gerät verlangt die Firma 0,71 Euro, wenn das angeschriebene Unternehmen eigene WLAN-Patentrechte an Nokia lizenzieren will. Sonst sind 0,86 Euro fällig.

Sisvel ging wegen fehlender MP3-Patentlizenzen schon früher auf Messen wie der CeBIT vorwiegend gegen asiatische Aussteller vor. Im aktuellen Fall scheint sich die Firma erneut nur an kleinere Gerätehersteller zu wenden, die nicht genannt werden wollen.

Die sachlich gehaltenen Anschreiben zielen erkennbar auf eine schnelle und geräuschlose Einigung ab – vielleicht, um nicht unnötige Aufmerksamkeit des EU-Wettbewerbskommisariats auf sich zu lenken. Die EU-Kommission will die Entwicklung bei Patentklagen generell aufmerksam beobachten. In Europa seien Patent-Verwerter nicht so aktiv wie in den USA, doch das könne sich ändern, erklärt die Kommission. (dz)

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