Wissen | Hintergrund

Don Dahlmann

Da wollen wir hin

Technische und rechtliche Grundlagen für selbstfahrende Autos

Öffentliche Testfahrten mit hochautomatisierten Autos finden tagsüber bei gutem Wetter statt. Denn starker Regen behindert Sensoren und die tiefstehende Sonne blendet Kameras. Eine stärkere Vernetzung könnte die Alltagstauglichkeit erhöhen, macht die Autos aber zu Datenschleudern.

Viele der für selbstfahrende Autos notwendigen Komponenten sind in modernen Autos bereits verfügbar. So erfassen Fahrzeugensensoren jede Bewegung. Das elektronische Stabilitätsprogramm etwa überwacht die Querbeschleunigung, aber auch die Umdrehungsgeschwindigkeit der einzelnen Räder. Weitere Sensoren prüfen, ob sich das Auto in der Fahrspur befindet.

Umweltsensoren messen mit Radar den Abstand zum Vordermann oder unterstützen per Ultraschall beim Einparken. Stereokameras kontrollieren, ob sich etwas im Fahrweg befindet. Dazu werden auch Radar-, Thermo- und Infrarotsensoren verwendet, um nachts sehen zu können. Das GPS gehört ebenfalls zu den Umweltsensoren. Neu ist die Car-to-Car-Kommunikation: In Zukunft sollen auch Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller untereinander kommunizieren können und sich so vor Gefahren warnen. Bisher setzt nur Mercedes dieses System ein, andere Hersteller werden aber folgen. ...

Vernetzte Autos und der Datenschutz

Ein vernetztes Auto zieht eine Art Datenschweif hinter sich her. Der wird heute schon für Echtzeitverkehrsinformationen jenseits von TMC genutzt, mit denen das Handy oder Fahrzeug-Navi den kürzesten Weg findet. Dazu müssen Position und Geschwindigkeit des Autos übertragen werden. Diese Daten reichen bereits, um das Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu erkennen.

Versicherungen etwa interessieren sich zudem dafür, ob ihre Kunden besonders forsch oder häufig nachts unterwegs sind. Beides erhöht das Unfallrisiko. Verknüpft der Empfänger die Daten beispielsweise mit denen einer Verkehrssteuerung, kann er auch das Überfahren einer roten Ampel erkennen. Wenn Autos sich gegenseitig vor Gefahrenstellen warnen sollen, müssen auch Daten der eingebauten Sensoren übertragen werden. Das könnte auch der Müdigkeitsassistent oder die Onboard-Kamera sein.

Wer entscheidet, wie diese Daten genutzt werden dürfen? VW-Chef Martin Winterkorn sagte dazu selbstbewusst: „Die Daten gehören uns.“ Wir sprachen darüber mit Michael Kamps, Rechtsanwalt und Partner bei CMS Hasche Sigle in Köln. ...

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