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Facebook führt Impressum für Pages ein Anbieter von Facebook-Seiten haben ab sofort die Möglichkeit, ein Impressum zu hinterlegen. Bisher war das in standardisierter Form nicht möglich. Betreiber von kommerziellen Seiten mussten sich deshalb eigene...

Facebook führt Impressum für Pages ein

Anbieter von Facebook-Seiten haben ab sofort die Möglichkeit, ein Impressum zu hinterlegen. Bisher war das in standardisierter Form nicht möglich. Betreiber von kommerziellen Seiten mussten sich deshalb eigene Lösungen überlegen, um einer Abmahnung zu entgehen, was mitunter schiefging. Angelegt wird das Impressum über den Link „Seiteninfo aktualisieren“. Der Inhalt ist auf 1500 Zeichen beschränkt. Nach Paragraf 5  des Telemediengesetzes (TMG) müssen Gewerbetreibende auf kommerziellen Webseiten eine Anbieterkennzeichnung vorhalten – auch auf ihren Facebook-Pages. Momentan verbirgt sich das neue Impressums-Feld bei Facebook für Besucher noch hinter dem „Info“-Link. Erst das neue Seiten-Design wird einen Link mit eindeutiger Beschriftung enthalten. Facebook stellt das Design der Pages derzeit schrittweise um. (dbe)

Cloud-Preise im Sturzflug

Am 25. März hat Google die Preise für verschiedene Cloud-Services um 30 bis 85 Prozent gesenkt. So kostet etwa Cloud-Speicher künftig durchgängig 2,6 US-Cent pro Gigabyte und Monat. Das sei für die meisten Kunden zwei Drittel günstiger als bisher, hieß es. Nur einen Tag später parierte Cloud-Marktführer Amazon den Angriff Googles mit ebenso drastischen Preissenkungen von 7 bis 61 Prozent. Die Kosten der Linux-Maschinen fielen stärker als die ihrer Windows-Pendants. Für den Speicherdienst S3 sanken die Kosten zwischen 36 und 64 Prozent. Für 1 GByte verlangt Amazon beispielsweise auf einem irischen Server jetzt monatlich zwischen 2,75 und 3 US-Cent.

In Kürze dürfte auch Microsoft sein Cloud-Angebot verbilligen, vermuten Experten. Eines steht schon jetzt fest: Seit dem 3. April heißt Microsofts Cloud-Plattform Windows Azure einfach nur noch Microsoft Azure. Den Namenswechsel begründet der Konzern damit, aus Azure ein Public-Cloud-Angebot für quasi alle Anwendungen bereitzustellen. Microsoft bezieht schon seit Längerem auch andere als die eigenen Techniken ein, also etwa Python, Ruby, Node.js, Java oder Hadoop. (hob)

Twitter ermöglicht Personen-Tagging

Bei Twitter lassen sich ab sofort Personen in Bildern markieren. Die Funktion, die es in anderen sozialen Netzwerken schon länger gibt, ist Teil eines Updates für die Twitter-App für iOS und Android. Auch über die Twitter-Website klappt das Personen-Tagging. Nutzer können bis zu zehn Personen markieren und trotzdem weiter die vollen 140 Zeichen für einen Tweet nutzen, teilte das Unternehmen mit.

Wer nicht markiert werden will, kann die Tags entweder nachträglich entfernen oder das Markieren grundsätzlich verbieten. Die Option dazu findet sich in den Einstellungen als „Foto-Markierungen“. Dabei kann der Nutzer auch unterscheiden, ob er von allen Twitter-Nutzern markiert werden kann oder nur von jenen, denen er folgt. Wer markiert wurde, kann sich darüber benachrichtigen lassen. (keh)

EuGH gestattet Sperren von „Raubkopie“-Webseiten

Anbieter von Internet-Zugängen können laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, Az. C-314/12) verpflichtet werden, den Zugriff auf illegale Webseiten zu blockieren. In der Entscheidung vom 27. März 2014 ging es um kino.to und den österreichischen Internetanbieter UPC Telekabel. Das deutsche Filmstudio Constantin Film und die Filmproduktionsgesellschaft Wega hatten in Österreich geklagt, weil auf der Webseite illegale Kopien ihrer Filme verbreitet wurden.

Zwar ging kino.to 2011 ohnehin vom Netz, es blieb aber die Frage, ob Websperren in ähnlichen Fällen künftig möglich sind. Derlei Maßnahmen seien nach europäischem Recht zulässig, müssten aber ausgewogen sein, entschied der EuGH in Luxemburg. Es gelte, die Meinungsfreiheit und die wirtschaftlichen Interessen der Provider zu berücksichtigen und ein „angemessenes Gleichgewicht“ zwischen Urheberrechtsschutz und unternehmerischer Freiheit des Webseiten-Betreibers zu beachten. (hob)

Neuer Anlauf zum Jugendmedienschutz im Internet

Die Rundfunkkommission der Länder hat ihren ersten Entwurf für einen neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) vorgelegt. Laut dem Entwurf sollen sich Blogs und soziale Netzwerke künftig mit einer Altersfreigabe („ab 12 Jahren“ oder „ab 18 Jahren“) kennzeichnen. Diese Labels sollen nach dem age-de.xml-Schema maschinenlesbar im Code der Webseiten hinterlegt sein. Wer sich bei der Bewertung seiner Inhalte nicht sicher ist, soll außerdem sein Angebot bei einer anerkannten Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle vorlegen können.

Neu ist gegenüber der gescheiterten JMStV-Novellierung 2010 insbesondere, dass der Entwurf auch auf nutzergenerierte Inhalte abzielt. Nach Ansicht der Autoren des Entwurfs müssen private Blogger schon heute dafür sorgen, dass die Jugendschutzbestimmungen des JMStV ein-'gehalten werden. Künftig sollen die Betreiber darauf hinweisen, welche Inhalte auf ihren Seiten nicht erwünscht sind. Außerdem müssten sie Kontrollmaßnahmen durchführen und ein Beschwerdemanagement betreiben. Eine Vorabkontrolle sei nicht erforderlich, wird im Entwurf betont. Verletzen Website-Betreiber die Bestimmungen, sollen „empfindliche Sanktionen“ drohen.

Noch offene Details wollen die Bundesländer unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit einer bereits angelaufenen Online-Konsultation klären (www.jugendmedienschutz.sachsen.de). Bis zum 19. Mai können Bürger sich noch einbringen, dann sollen die Beiträge bis Anfang Juni ausgewertet werden. Am 12. Juni will man dann zur Sitzung der Rundfunkkommission Eckpunkte für eine JMStV-Novelle vorlegen. Bis Dezember wollen die Länderchefs den Vertrag eingetütet haben. (Christiane Schulzki-Haddouti/hob)


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