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Virtual Reality: Arte produziert Arktis-Dokumentation in 360-Grad-Ansicht

Für eine crossmediale TV-Serie über das Nordpolarmeer haben Arte und das kanadische Fernsehen erstmals einen 30-minütigen Dokumentarfilm produziert, der zu wesentlichen Teilen aus 360-Grad-Aufnahmen besteht. Die Doku, in der der Zuschauer am PC oder auf dem Smartphone den Blick frei schweifen lassen kann, hat das kanadische Unternehmen Deep Inc. gedreht – und als Clou auch Trailer für die Oculus Rift produziert.

Für Deep-Chef Thomas Wallner war das mit 400 000 Euro budgetierte Projekt nicht nur technisch eine Herausforderung. „Was wir hier machen, ist ganz neu“, sagt Wallner. „Wir müssen für Virtual Reality eine eigene Filmsprache entwickeln“. Das Team hat beim Dreh handelsübliche Action-Kameras eingesetzt, von denen jeweils sechs in einem speziellen Kameragehäuse aus dem 3D-Drucker steckten.

Der einen Monat dauernde Dreh in der Arktis gestaltete sich schwierig: Abgesehen von willkürlich abstürzenden GoPro-Kameras – ein Bug, der kurz vor dem Dreh durch ein Firmware-Update behoben wurde – hatte die Crew vor Ort mit vielen weiteren Problemen zu kämpfen. „Wir mussten aufpassen, selbst nicht in den Aufnahmen aufzutauchen“, erzählt Wallner. Außerdem ließen sich die für Luftaufnahmen eingesetzten Drohnen nicht verlässlich steuern, da das starke Magnetfeld des nahen Nordpols die Systeme durcheinanderbrachte. Auch bei den Kameras selbst gab es reichlich Schwund.

Die HD-Bilder der Kameras wurden in der Nachbearbeitung zu 360-Grad-Aufnahmen zusammengesetzt. Das sogenannte „Stitching“ zu einer Rundumaufnahme übernahm die Software „Kolor AutoPano Video“, die letzte Feinabstimmung war Handarbeit.

Die halbstündige Dokumentation kann man auf der Arte-Seite www.polarsea360.com direkt im Browser anschauen. Dort finden sich weitere 360-Grad-Aufnahmen, die man auf dem Smartphone betrachten kann. Dazu gibt es eine App für iOS und in Kürze auch Android, für die das Smartphone mit Hilfe eines Pappgestells und zweier Plastiklinsen zur VR-Brille gemacht werden muss; auch mit der Samsung Gear VR soll die App funktionieren. Zudem gibt es eine Variante für die VR-Brille Oculus Rift.

Bei den VR-Versionen der Arktis-Dokumentation steuert man nicht per Fingertipp oder Maus durch die Szenerie, sondern per Kopfbewegung, und hat so das Gefühl, in der Arktis zu stehen und sich umzuschauen. „Es ist ein ganz anderer Bezug zum Bild“, sagt Wallner. Er ist sicher, dass Virtual Reality das Filmemachen grundlegend verändern wird. Sein nächstes Projekt: 360-Grad-Aufnahmen im All. (vbr)

Helle Allround-Projektoren mit 3D-Unterstützung

Alle Projektoren der IN3130a-Serie von InFocus sollen mindestens einen Lichtstrom von 4000 Lumen an die Leinwand werfen – das Licht reicht auch für nicht abgedunkelte Räume. Obendrein zeigen die Geräte 3D-Inhalte von Unterhaltungselektronik-Geräten (HDMI 1.4a) oder Computern (Nvidia-3DTV-Play-Zertifizierung) an. Die Lampenlebensdauer gibt InFocus mit 3000 Stunden im Normal- und 4000 Stunden im Eco-Modus an – ein guter Wert.

Laut Hersteller sind die IN3130a-Projektoren für große Büro- und Schulungsräume konzipiert – im Heimkino ist weniger Helligkeit und dafür ein besserer Schwarzwert etwa für nächtliche Szenen gefragt.

Der IN3134a (1024 × 768) soll 780 Euro kosten, für den IN3136a (1280 × 800) werden 860 Euro aufgerufen, der IN3138HDa (1920 × 1080) kostet 1080 Euro. Alle drei Geräte sollen noch 2014 in den Handel kommen. (jkj)

Flinker 4K-Kamerasensor für Smartphones

Der für Smartphones gedachte Exmor RS IMX230 von Sony kann echte 4K-Auflösung (4096 × 2160 Bildpunkte) mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen und unterstützt HDR-Aufnahmen (High Dynamic Range), indem zwei Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung gemacht und diese anschließend kombiniert werden. Weil Sony im Exmor-Sensor einen Phasen- statt eines Kontrast-Autofokus nutzt, kann die Smartphone-Kamera deutlich schneller scharf stellen.

Herkömmliche Smartphones arbeiten mit Kontrastautofokus, bei dem der Kameraprozessor so lange die Fokusentfernung anpasst, bis er den größtmöglichen Kontrast zwischen den Pixeln gefunden hat. Das Verfahren gilt zwar als sehr präzise, aber lahm. Phasenautofokus-Systeme, wie sie bisher hauptsächlich in Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommen, ermitteln dagegen über jeweils zwei Sensoren in einem Arbeitsschritt Entfernung und Richtung des Fokuspunktes. Das funktioniert sehr schnell, aber nicht immer verlässlich.

Der neue Exmor-Sensor misst 1/2,4 Zoll, was in etwa 6 mm × 4 mm entspricht. Sony nennt als effektive Auflösung 21 MPixel. Bei dem Stapelsensor sitzt die Signal verarbeitende Halbleiterschicht hinter der Sensorschicht.

(Sophia Zimmermann/uk)

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