Die Moritat von Moores Tat

50 Jahre Moore’sches Gesetz – Geschichte, aktueller Stand und wie es weitergeht

Wissen | Hintergrund

Das Moore’sche Gesetz feiert am 19. April sein 50. Jubiläum – aber weder ist es ein Gesetz, noch wurde das, was man heute so nennt, am 19. April auch so formuliert, noch weiß man so genau, ob es wie Schrödingers Katze längst tot oder noch quicklebendig ist – doch alles der Reihe nach.

Es war Frühjahr 1965, ein paar Monate bevor die Beatles im Shea-Stadion in New York ihr legendäres Konzert abhielten und den amerikanischen Kontinent eroberten. Fairchild Semiconductors hatte gerade seinen später sehr beliebt gewordenen Operationsverstärker µA709 in Arbeit, designt von dem genialen, wenn auch äußerst exzentrischen Robert Widlar, der ihn im Oktober 1965 vorstellte und der einen Monat darauf Fairchild wutentbrannt verließ.

Sein µA709 war eine integrierte Schaltung aus 15 bipolaren Transistoren und 15 Widerständen mit 25-µm-Linienstrukturen. Mit einem Verstärkungsfaktor von 70V/mV schlug er alles um Längen, was es sonst auf dem Markt gab. Ein Jahr zuvor war der Vorgänger µA702 herausgekommen, mit 9 Transistoren und 11 Widerständen. Widlars Chef bei Fairchild hieß Dr. Gordon Moore. Als Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung hatte er die Entwicklung dieser und anderer ICs vor allem unter dem Gesichtspunkt der Herstellungskosten im Auge, und er fasste seine Beobachtung in seinem berühmt gewordenen Aufsatz in der Electronics-Ausgabe vom April 1965 zusammen: „Die Komplexität für Chips mit minimalen Herstellungskosten (Kosten pro Komponente) wächst grob um Faktor zwei in jedem Jahr.“ Diese Aussage hatte er allerdings schon ein paar Monate vorher im internen Fairchild-Paper „The Future of Integrated Electronics“ getätigt und noch früher auf einem IEEE-Meeting in New York 1964 mit ähnlich denkenden Kollegen von Motorola, Texas Instruments, General Electric und so weiter diskutiert. ...

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Die Moritat von Moores Tat

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c't 10/2015, Seite 72 (ca. 3.66 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. Die Moorenaden
  2. Faktencheck
  3. Ein morsches Gesetz?
  4. Noch viel Platz
  5. Dr. Gordon Earle Moore
  6. Die 6T-SRAM-Bitzelle

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  • Eine SRAM-Bitzelle besteht üblicherweise aus sechs Transistoren.

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