Symbiose

@ctmagazin | Story

Illustration: Susanne Wustmann, Dortmund

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Albert Einstein zugeschrieben

Das Geräusch kam von draußen. Jan stand – wie jeden Morgen – nackt in der Küche und mahlte seinen Kaffee von Hand. Jedes Mal, wenn er die Kurbel einige Sekunden ruhen ließ, schien ein Brummen die Luft zu erfüllen. Seine Gier nach Koffein war zunächst stärker als seine Neugier. Er vergaß das Geräusch und goss das Kaffeepulver auf. Danach ging er ins Schlafzimmer, um sich anzuziehen, während sich das Pulver setzte. Schlafzimmer und Küche waren im Grunde keine richtigen Zimmer, sondern für Außenstehende willkürliche Unterteilungen. Genau genommen war es auch keine richtige Wohnung, sondern ein alter Bauwagen, der aufgebockt im Wald stand und vor sich hin rostete. Jan hatte die kleine Blumenwiese von einem Onkel geerbt.

Er hatte schon lange einen alternativen Lebensstil gepflegt. Nach dem Studium hatte er eine sogenannte seriöse Stelle angetreten. Sie hatte ihn aber mehr und mehr angewidert, sodass er sich eines Tages dazu entschlossen hatte, künftig keiner geregelten Tätigkeit mehr nachzugehen. Zumindest so lange ihm keine angeboten wurde, bei der ihm nicht seine Ideen gestohlen wurden. Er musste jedoch feststellen, dass die Gesellschaft, der er aus dem Weg gegangen war, irgendwann nicht mehr gewillt war, ihn einzulassen. Er hatte sich damit abgefunden. ...

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Symbiose

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c't 10/2015, Seite 186 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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