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Netzwerklautsprecher wird Sprachassistent fürs Smart Home

Amazon hat Käufern des bislang nur in den USA erhältlichen „smarten Lautsprechers“ Echo in einer Mail mitgeteilt, dass sie über das Produkt nun Geräte in ihrem Heim per Sprachbefehl steuern können. Die neue Funktion ist zunächst im Zusammenspiel mit den vernetzten LED-Leuchtmitteln der Hue-Reihe aus dem Hause Philips und mit den WLAN-Schaltsteckdosen der WeMO-Serie von Belkin nutzbar.

Schon die Einbindung der Smart-Home-Geräte erfolgt per Spracheingabe. Ausgehend vom offiziellen Aktivierungskennwort „Alexa“ soll etwa der Satz „Alexa, discover my appliances“ ausreichen, um unterstützte Geräte im selben Netzwerk zu finden. Da sich einzelne Geräte individuell benennen lassen, sind Befehle à la „Schalte die Kaffeemaschine ein“ möglich. Lampen kann man per Spracheingabe auf beziehungsweise um einen bestimmten Wert (etwa „50 Prozent“) dimmen, für den kompletten Funktionsumfang – wie den Farbwechsel bei den Hue-Lampen – benötigt man aber anscheinend weiterhin eine passende App.

Der im November vergangenen Jahres vorgestellte Netzwerklautsprecher beantwortete bereits zuvor auf Zuruf Fragen, ergänzt die To-do-Liste und so weiter. Ganz überraschend kommt die Erweiterung nicht: Vor einem Monat kündigte der Online-Versandhändler ein Betaprogramm für Echo an, das die Programmierung von Anwendungen ermöglicht. Damit war klar, dass Amazon die Einsatzmöglichkeiten für das Gerät auslotet. Bislang wurde Amazons Echo lediglich als sogenanntes „Invitation Only“-Produkt an eine ausgewählte Käuferschar ausgeliefert, die Ankündigung eines Verkaufsstarts in Europa steht noch aus. (nij@ct.de)

Smartes Türschloss mit fataler Sicherheitslücke

Wie nun bekannt wurde, entdeckten die Sicherheitsforscher Stephen Hall und Paul Lariviere zu Jahresbeginn eine fatale Sicherheitslücke im „August Smart Lock“, einem motorisierten Schloss, das die Tür per Smartphone-App entsperrt und sich über eine WLAN-Bridge namens „August Connect“ mit dem Internet verbinden lässt. Die Lücke betraf eine Funktion, über die Besitzer des Schlosses beliebige Personen als Gast anmelden können, die dann eine Art digitalen Nachschlüssel erhalten, der Ihnen Zutritt gewährt.

Über die Web-API des smarten Augusts konnte sich jeder, der ebenfalls ein Schloss dieser Art besaß, Zugriff auf alle anderen Schlösser verschaffen. Hierfür musste er lediglich beim Anlegen neuer Gast-Zugänge die Seriennummer seines Schlosses (UUID) gegen eine andere austauschen. Die API überprüfte nicht, ob das Schloss, für das der Gast-Schlüssel angelegt werden sollte, auch tatsächlich demjenigen gehörte, von dem die API-Anfrage ausging.

Die Seriennummer des Schlosses ist kein Geheimnis: Die August-App kann nach Schlössern in der Nähe suchen und speichert ihre Seriennummern dabei in einer Log-Datei. Die Forscher hatten den Hersteller am 30. Januar über das Sicherheitsproblem informiert. Keine 24 Stunden später hatte das Unternehmen die Lücke bereits geschlossen. Das August Smart Lock ist hierzulande aktuell nicht erhältlich. (rei@ct.de)

Entwicklungsumgebung für Bluetooth-Smart-Geräte

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) will unter dem Namen „Bluetooth Developer Studio“ eine neue Entwicklungsumgebung für Produkte veröffentlichen, die im stromsparenden Protokoll Bluetooth Smart alias Bluetooth Low Energy (BTLE) funken. Das Tool reduziere signifikant die Entwicklungszeiten für Bluetooth-Smart-Geräte, so Martin Woolley, Technical Program Manager der SIG.

Über die Bedienoberfläche erstellt man beim Developer Studio zunächst ein Profil, das die Fähigkeiten des Gerätes definiert. Dabei kann man auf eine Reihe von Vorlagen für typische Anwendungen zurückgreifen. Schon hier sind Tests möglich, um etwa Fehler beim Versand von Mitteilungen zu erkennen. Im zweiten Schritt legt man fest, welche Plattform (Chips und Module) das Bluetooth-Smart-Gerät benutzen wird und mit welchen Clients es zusammenarbeiten soll – etwa Android-Smartphones. Dabei kommen Plug-ins zum Einsatz, die die Anwender auch selbst entwickeln und an andere SIG-Mitglieder weitergeben können. Denkbar wäre beispielsweise eine zu einer Gerätegruppe passende Android-App samt GUI.

Laut Woolley erzeugt das Developer Studio den meisten Code selbst. So müsste man etwa bei einem Sensor nur noch programmieren, was mit den übermittelten Werten geschehen soll. Bei einem einfachen Gerät käme man so vielleicht auf sechs Zeilen selbstgeschriebenen Code. Die Umgebung richte sich somit an eine breitere Gruppe von Entwicklern, die nicht unbedingt ausgebildete Embedded-Software-Ingenieure sind. Allen Nutzern käme entgegen, dass sich der produzierte Code über ein Hardware-Dongle gleich testen lasse – dank Skript-Unterstützung auch automatisiert. Ein integriertes Repository unterstütze den Austausch von Lösungen.

Als Veröffentlichungsdatum für die Version 1.0 des Bluetooth Developer Studio peilt die SIG nach aktuellem Stand bereits diesen Spätsommer an. Das Programm wird zunächst für Windows verfügbar sein, eine Mac-Version ist aber bereits angedacht. Alle Mitglieder der Bluetooth SIG erhalten es kostenlos – auch die nichtzahlenden „Adapter Member“. (nij@ct.de)

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