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Streaming: Google Nexus Player in Deutschland erhältlich

Seit Ende April kann man Googles erste Streaming- und Spielebox mit Android TV im deutschen Play Store für 99 Euro kaufen. Wie Amazons Fire TV bringt die kreisförmige Box eine Bluetooth-Fernbedienung mit integriertem Mikrofon zur Sprachsuche mit. Die Schnittstellen der Box befinden sich an der Rückseite: Neben dem HDMI-Anschluss (max. 1080p60) und der Micro-USB-Buchse für Tastaturen oder Gamepads findet sich der Stromanschluss. Einen Ausschalter gibt es ebenso wenig wie eine Ethernet-Buchse. Wer sich nicht auf WLAN (IEEE 802.11ac, 2 × MIMO) verlassen will, schließt via Micro-USB einen Ethernet-Adapter an.

Video: Google Nexus Player (Hinweis: Inzwischen läuft das Rennspiel „Asphalt 8“ flüssig und mit denselben Grafikeffekten wie auf dem Fire TV)

Im Nexus Player steckt ein mit 1,8 GHz getakteter Intel Atom (Silvermont) mit vier CPU-Kernen. Um die Grafik kümmert sich ein Chip der PowerVR-Serie 6 von Imagination Technologies. Der Nexus Player hat 1 GByte RAM und 8 GByte Flash (ca. 5,8 GByte nutzbar).

Das Hauptmenü schlägt in einem horizontalen Band Filme und TV-Serien von Google Movies und YouTube-Clips vor – YouTube-Abonnenten sehen dort Tipps aus ihren Kanälen. Die Videoplattform ist tief ins System integriert und sorgt praktisch immer für Suchergebnisse – oft aber irrelevante. Mit der Sprachsuche kann man nach Inhalten der eingebundenen Google-Dienste fahnden und in Grenzen den Google Knowledge Graph anzapfen; eine allgemeine Websuche fehlt. Mit Sprache und Steuerkreuz hat man auch bei Google Music hochgeladene Titel sowie den mehrere Millionen Songs umfassenden Katalog von „All-Inclusive“ im Griff, falls man den Dienst abonniert hat. Zur Eingabe von Konto-Daten und Passwörtern bietet sich die kostenlose Android TV Remote Control App an. Dort kann man die Bildschirmtastatur des Mobilgeräts nutzen, den Player mit virtuellem Steuerkreuz oder Touchpad steuern und die Sprachsuche nutzen.

Dank adaptivem Streaming startet die Wiedergabe gemieteter oder gekaufter Filme fast sofort. Inhalte aus dem LAN spielt der Nexus Player über Bande ab: Android TV unterstützt Google Cast und lässt sich daher wie ein Chromecast-Stick verwenden; auch die Android-Bildschirmübertragung funktioniert.

Das App-Angebot im Play Store für Android TV ähnelt stark dem des Fire TV. Wie Amazon unterscheidet auch Google in der Spielerubrik zwischen Spielen für die Fernbedienung und für GamePads. Wie bei Android üblich, kann man auch unter Android TV in den Einstellungen für Apps und Spiele einen PIN-Schutz gegen versehentliche (In-App-)Käufe aktivieren. Als Kindersicherung gibt es einen fünfstufigen Inhaltsfilter.

Abgesehen von der Einbindung des Google Knowledge Graph beim Nexus Player gleicht der Funktionsumfang weitgehend dem des Amazon Fire TV. Den Unterschied machen wie so oft die exklusiven Angebote: Abonnenten von Google Music „All-Inclusive“ sind beim Nexus Player richtig, dafür lockt das Fire TV Prime-Kunden mit der Video-Flatrate Prime Instant Video. (vza@ct.de)

Open-Source-DAW für alle Betriebssysteme

Die Digital Audio Workstation Ardour unterstützt ab Version 4.0 neben Linux und OS X – zumindest inoffiziell – auch Windows. Außer über die Audio-Schnittstelle JACK kann Ardour Audio-Interfaces über ASIO (Windows), CoreAudio (OS X) und ALSA (Linux) ansteuern. Damit ist sie die erste uns bekannte mehrspurige Open-Source-Recording-Software, die plattformübergreifend mit allen gängigen Schnittstellen und Plug-ins zusammenarbeitet. Die Windows- und VST-Unterstützung steht jedoch noch am Anfang. Nightly-Builds für Windows bietet Ardour nur für Abonnenten an, die mindestens einen US-Dollar pro Monat zahlen. Binaries für Linux und OS X, die Plug-in-Formate LADSPA, LV2 und AU unterstützen, gibt es für die einmalige Zahlung von einem Dollar. Der Programm-Code steht weiterhin kostenlos zur Verfügung und kann selbst kompiliert werden.

Ardour 4.0 kann prinzipiell beliebig viele Audiospuren laden, editieren und mischen. Ein einfaches Stretching zur Tempo-Anpassung ist auch möglich. Von Haus aus bringt Ardour nur simple Effekte wie Kompressor und Equalizer mit. Diese lassen sich aber mit anderen Plug-ins ergänzen, die man bequem in den Signalweg einschleift. MIDI und passende Controller werden nur rudimentär unterstützt. Noten lassen sich aufzeichnen, aber kaum weiter editieren. Im Vergleich zu kommerziellen Produkten muss man insgesamt mit einigen Einschränkungen und Umständlichkeiten zurechtkommen. Nicht zuletzt dank des recht ausführlichen englischen Online-Handbuchs kann man mit Ardour jedoch durchaus hörbare Tracks produzieren. (hag@ct.de)

Smartwatches: Google Wear mit WLAN und „Handgelenkgesten“

Bislang koppelten sich Android-Wear-Smartwatches ausschließlich über Bluetooth an Android-Smartphones. Künftig sollen sich die Android-Uhren hingegen voll nutzen lassen, „solange die Uhr mit einem WLAN-Netzwerk verbunden ist und das Telefon eine Datenverbindung (wo auch immer) hat“. Das gilt freilich nur, wenn die Uhr mit einem WLAN-Chip ausgerüstet ist – wie Motorolas Moto 360 und Sonys Smartwatch 3.

Das Android-Wear-Update bringt darüber hinaus „Always-on Apps“. Solche Apps werden künftig auch dann auf dem Display angezeigt, wenn man den Arm herunternimmt; bisher wird der Bildschirm dann schwarz. Allerdings geht die Uhr weiterhin in einen Stromsparmodus, sodass die Apps monochrom dargestellt werden. Erst wenn man den Arm hochnimmt, soll die Farbe zurückkehren.

Daneben soll sich etwa durch Nachrichten und Mitteilungen blättern lassen, indem man das Handgelenk nach vorne dreht. Apps und Kontakte sollen zudem nur noch einen Tipp vom virtuellen Zifferblatt entfernt sein. Berührt man den Screen, sollen die Anwendungen sofort starten und Mitteilungen unverzüglich versenden. Emojis lassen sich bald auf das Display von Android-Wear-Smartwatches malen; Android Wear soll automatisch erkennen, was man mitteilen will – und das passende Emoji verschicken.

Das Update wird in den kommenden Wochen für alle Android-Wear-Modelle bereitgestellt; den Anfang macht die LG Watch Urbane. (nij@ct.de)

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