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Container-Linux von VMware Auch VMware will bei dem derzeitigen Trend – weg von der Voll-Virtualisierung hin zu schlanken Containern – mitmischen. Im Project Photon entsteht eine schlanke, auf den Einsatz von Containern optimierte...

Ubuntu 15.04 mit Systemd

Mit der neuen Version 15.04 hat Ubuntu das Init-System gewechselt: Anstelle von Upstart startet und verwaltet jetzt Systemd die Hintergrunddienste. Anders als bei Debian, das in der neuen Version 8 ebenfalls standardmäßig Systemd nutzt, ist es in Ubuntu nicht möglich, ein anderes Init-System zu verwenden. Ganz ist Upstart aber nicht aus Ubuntu verschwunden, die Software ist nach wie vor für den Start der User-Sessions zuständig.

Die Software wurde wie üblich aktualisiert: Kernel 3.19, Firefox 37, Thunderbird 31.6, LibreOffice 4.4.2. Für den technischen Unterbau des Unity-Desktops und viele der Anwendungen sorgt Gnome 3.14. Das neue Ubuntu-Make erlaubt die bequeme Einrichtung unterschiedlichster Entwicklungsumgebungen: Android Studio, IDEA, Pycharm, Webstorm, Rubymine, Phpstorm, Eclipse und die plattformübergreifende Spiele-Plattform Stencyl. Der Nachfolger des Ubuntu Developer-Tools-Centre steht auch für ältere Ubuntu-Versionen zur Verfügung.

Ansonsten gibt es in der Desktop-Variante wenig Neues: Die Änderungen beschränken sich im Wesentlichen auf ein neues Wallpaper und die lokal integrierten Menüs. Standardmäßig werden die Menüs einer Anwendung jetzt in der Titelleiste des zugehörigen Fensters angezeigt, nicht mehr als globales Menü in Mac-Manier am oberen Bildschirmrand. Wer es schon immer verwirrend fand, dass die Menüzeile erst angezeigt wird, wenn man mit der Maus darüber fährt: Der Befehl

dconf write /com/canonical/unity/⤦
 always-show-menus true

macht die Menüs dauerhaft sichtbar – sowohl im Fenster als auch in der Menüleiste oben.

Von dem Display-Server Mir, mit dem Canonical das traditionelle X Window System ablösen möchte, und der kommenden Unity-Version 8 ist noch nichts zu sehen – beide Komponenten kommen derzeit standardmäßig nur in Ubuntu Phone zum Einsatz. Das experimentelle Image Ubuntu Desktop Next gibt einen ersten Eindruck davon, wie Mir und Unity 8 auf dem Desktop aussehen könnten. Eine gemeinsame Ubuntu-Version für Desktop und Mobilgeräte ist derzeit für Ubuntu 16.04 geplant.

Ubuntu Desktop Next bootete auf unserem Test-Notebook mit Intel-Grafik und ließ sich sowohl über dessen Touchscreen als auch mit der Maus bedienen, ist aber noch weit von Alltagstauglichkeit entfernt. Es enthält einige der neuen Apps aus Ubuntu Phone, darunter auch die Scopes, die den Home-Screen von Ubuntu Phone bilden. In einem winzigen Fenster dargestellt, sind sie auf dem Desktop allerdings wenig nützlich.

In der Server-Variante heißen die großen Themen Cloud, Container und Internet of Things. Ubuntu 15.04 enthält bereits die OpenStack-Version Kilo, die dieser Tage veröffentlicht werden soll, und Docker 1.5. Neu ist LXD, eine Infrastruktur zum Management von Docker-Containern. Canonical spricht von einem leichtgewichtigen Hypervisor für Container und verspricht mehr Sicherheit und eine bessere Isolation für LXD-verwaltete Container.

Ubuntu Core ist eine neue, auf das Nötigste abgespeckte Ubuntu-Variante für x86-, ARM- und PowerPC-Prozessoren, die installiert nur rund 150 MByte belegt. Snappy Core (verfügbar für ARM und x64) ist etwas größer und enthält die neuen Snappy Apps. Sie garantieren, dass man nach einem Update wieder zur zuvor installierten Version der Anwendung zurückkehren kann. Ein solches Rollback ist auch mit dem Betriebssystem möglich.

Viel Neues gibt es auch in Kubuntu 15.04, das von KDE 4 auf den Plasma-Desktop 5.2 umgestellt hat. Das bringt eine völlig neue Optik und Technik: Plasma 5 und die schon auf KDE 5 portierten Anwendungen nutzen Qt 5 und die KDE Frameworks 5. Obwohl es an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen hakt, macht Plasma 5 bereits einen alltagstauglichen Eindruck. (odi@ct.de)

Sicherheitslücken durch alte Xorg-Lücke

Eine alte Sicherheitslücke im X-Server der X.org-Stiftung, die bereits 2013 entdeckt und behoben wurde, kann immer noch aktuelle Software bedrohen. Der Grund: Der Bug CVE-2013-7439 befindet sich in einem Makro in einer Header-Datei der X11-Bibliothek. Daher sind alle X11-Programme, die bestimmte Makros aus der Header-Datei Xlibint.h nutzen und vor dem Stopfen der Lücke übersetzt wurden, noch angreifbar – auch auf Systemen, die bereits ein neueres, fehlerkorrigiertes X Window System verwenden.

Entwickler von Programmen, die X11-Header nutzen, sollten den eigenen Code prüfen und ihre Software gegebenenfalls mit den Headern von libX11 1.6 oder neuer übersetzen.

(fab@ct.de)

Neue Treiber für AMD-Grafik

AMD-Entwickler haben neue Open-Source-Treiber für Linux veröffentlicht, die einige der neuesten Grafikchips von AMD unterstützen. Der neue Amdgpu-Stack soll zukünftig auch die Grundlage des proprietären Catalyst-Treibers für Linux werden. Bei der Entwicklung lag der Schwerpunkt auf dem Grafikprozessor des Carrizo, einem integrierten Prozessor für Notebooks und Tablets, der dieses Jahr auf den Markt kommen soll. Der Amdgpu-Stack unterstützt die GPUs der Volcanic-Islands-Generation, die unter anderem in der Radeon R9 285 arbeitet, sowie die Vorgänger-Serie Sea Islands (Radeon HD 7790, R7 260, R9 290).

(odi@ct.de)

Kostenfreie UCS-Variante

Univention bietet seinen Corporate Server jetzt auch in einer kostenlosen Core Edition an, die Unternehmen für kommerzielle Zwecke einsetzen dürfen. Bislang war der UCS ohne Abschluss eines kostenpflichtigen Wartungsvertrags lediglich mit einer „Free for personal use“-Lizenz erhältlich, die den kommerziellen Einsatz explizit ausschließt. Anders als der Name „Core Edition“ suggeriert, gibt es keine funktionalen Einschränkungen gegenüber der kommerziellen UCS-Variante. So erlaubt auch die Core Edition den Betrieb eines Active Directory mit Samba 4 und die Nutzung des App-Centers zur Installation von Drittanbieter-Software.

(odi@ct.de)

Debian 8 DebConf

Kurz vor Redaktionsschluss haben die Debian-Entwickler Version 8 ihrer freien Distribution veröffentlicht. Jessie, so der Codename, verwendet den Kernel 3.16 und startet das System standardmäßig mit Systemd. Im nächsten Heft werden wir Details zu den Neuerungen berichten.

Vom 15. bis 22. August treffen sich die Debian-Entwickler in Heidelberg zur DebConf15, dem alljährlichen Entwicklertreffen des Debian-Projekts. Die Debconf findet dieses Jahr erstmalig in Deutschland statt. Bis zum 15. Juni sammeln die Organisatoren noch Vorschläge für Vorträge, Sessions, Tutorials, Vorführungen und Diskussionsrunden.

(odi@ct.de)

Container-Linux von VMware

Auch VMware will bei dem derzeitigen Trend – weg von der Voll-Virtualisierung hin zu schlanken Containern – mitmischen. Im Project Photon entsteht eine schlanke, auf den Einsatz von Containern optimierte Linux-Distribution. Photon konkurriert so mit CoreOS, Ubuntu Core und Red Hats Atomic Host, soll aber speziell für den Betrieb in VMwares Virtualisierungsumgebung vSphere optimiert sein. Das VMware-Linux, das als Open Source auf Github veröffentlicht ist, soll die Containerformate Docker, Rocket und Pivotal Garden unterstützen.

Lightwave soll ein zentrales Access- und Identity-Management mit Single Sign On für Container implementieren. Damit will VMware den Betrieb vieler Container im Hinblick auf Authentifizierung und Zugriffsregeln erleichtern. (odi@ct.de)


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