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Lüfterloser Industrie-PC

Automatisierungs- und Steuerungsaufgaben zuverlässig verrichten, auch wenn es hart zugeht: Das steht bei den Industrie-PCs der Baureihe NISE 2400 im Vordergrund. Sie verkraften Betriebstemperaturen von –20 bis 70 °C. Damit das ohne aktive Kühlung klappt, lötet Spectra sparsame Atom-Prozessoren der Bay-Trail-Familie mit maximal 10 Watt TDP ein.

Die Kühlung übernimmt das recht massive und gerippte Gehäuse mit einer Grundfläche von rund 19 cm × 20 cm. Die Höhe ist flexibel und hängt davon ab, wie viele Erweiterungssteckplätze man braucht: In den nur 6 cm hohen NISE 2400 mit Atom E3827 (2 Kerne, 1,75 GHz) passen nur zwei Mini-PCI-Kärtchen – etwa für WLAN oder Mobilfunk. Das 9 cm hohe 2410-er-Modell nimmt zusätzlich entweder eine PCI oder eine PCIe-x4-Karte auf und in den NISE 2420 (11 cm) passen zwei PCI-Karten. Die beiden größeren liefert Spectra optional auch mit dem Vierkerner Atom E3845 (1,91 GHz). Allen CPUs stehen bis zu 8 GByte RAM in zwei SO-DIMM-Slots zur Seite.

Sonst gibt es wenig Unterschiede zwischen den Modellen, aber zahlreiche Schnittstellen: je 1 × HDMI und DVI für Monitore, 2 × Gigabit-Ethernet sowie 1 × USB 3.0 und je 4 × USB 2.0 und RS-232. Selbst aus dem Gehäuse herausführen müsste man unterdessen die acht digitalen Ein- und Ausgänge. Massenspeicher kann man per SATA anbinden – entweder als 2,5"-Laufwerk oder mSATA-Karte und per CFast .

Alle drei Modelle haben einen Weitbereichseingang für Betriebsspannungen von 9 bis 30 Volt und verkraften die Bordspannung von Pkw sowie Lkw. Das Einstiegsmodell kostet samt 8 GByte RAM und einer 128-GByte-SSD 1520 Euro. (bbe@ct.de)

Offene MIPS-CPU für Universitäten

Imagination Technology möchte Studenten für die schlichte Eleganz der erst vor Kurzem zugekauften RISC-Architektur MIPS begeistern und hat dazu das Ausbildungsprogramm MIPSfpga aufgelegt. Das Herzstück ist ein MIPS32-Prozessorkern aus der microAptiv-Familie. Den bekommen Studenten aber nicht als Silizium-Chip, sondern als Blaupause auf Register Transfer Level (RTL). Das Starterpaket enthält alle Software-Tools, die man braucht, um diese in ein FPGA zu laden und darauf Linux zu booten. Außerdem will Imagination Technology auch noch Unterrichtsmaterialien bereitstellen.

Die Universitäten haben vollen Zugriff auf die gesamte Architektur des Chips und können daran verändern, was sie wollen. Zu einer Open-Source-Lizenz konnte sich Imagination Technology aber nicht durchringen und will gefragt werden, bevor man irgendetwas vom MIPSfpga in Hardware gießt.

Mit von der Partie sind bereits Unis aus Kalifornien, London, Shanghai, Japan und China. Die Professoren sehen einen Vorteil der MIPS-Architektur darin, dass sie noch näher an der ursprünglichen RISC-Idee ist als beispielsweise ARM und außerdem weniger komplex als x86. Trotzdem handelt es sich bei genau diesem microAptiv-Kern nicht um ein reines Anschauungsobjekt, sondern er kommt auch in mindestens einem kommerziellen Produkt zum Einsatz – namentlich im PIC32MZ von Microchip.

Laufen soll MIPSfpga vorerst auf zwei Entwicklungskits: Dem Terasic DE2 und dem Nexys 4 Artix-7 FPGA Board. Auf Letzterem sitzt ein FPGA von Xilinx, der knapp 16 000 Logikeinheiten hat und sie mit bis zu 450 MHz taktet. Es kostet regulär 320 US-Dollar. Xilinx verschenkt es aber auch im Rahmen eines Förderprogramms für Unis. (bbe@ct.de)

Windows 10 spricht mit Arduino

Telefone mit Windows 10 sollen sich laut Microsoft demnächst per Bluetooth mit Arduino-Controllern unterhalten – sofern diese ein passendes Funkmodul haben. Gesprochen wird Firmata, ein MIDI-ähnliches Protokoll zur seriellen Datenübertragung. Die notwendige Bibliothek ist ebenso wie das Beispiel-Sketch StandardFirmata Bestandteil der Arduino-IDE.

Auf der Phone-Seite ist es etwas komplexer: Zuerst muss man das Visual-Studio-Projekt um ein paar Bibliotheken erweitern, die nicht zum Lieferumfang des .net-Frameworks gehören (siehe c’t-Link). Danach reichen dann aber so einfache Befehle wie arduino.digitalWrite (13, HIGH), damit eine Windows-Phone-App die LED an Pin 13 des Arduino einschaltet. (tig@ct.de)

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