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Consumer-Version der Oculus Rift kommt Anfang 2016

Nach etlichen gemutmaßten Erscheinungsterminen hat Oculus VR nun endlich ein Zeitfenster für den Start seiner Virtual-Reality-Brille Rift bekanntgegeben: Die Consumer-Version soll im ersten Quartal 2016 in den Handel kommen. Vorbestellungen sind offenbar noch in diesem Jahr möglich, bislang konnte man nur Entwicklerversionen der VR-Brille direkt von Oculus kaufen.

Bis Redaktionsschluss gab es von Facebook-Tochter Oculus kaum technische Details zur Consumer-Rift. Es ist lediglich von einem „verbesserten Tracking-System“ die Rede, das Virtual-Reality-Anwendungen im Sitzen und im Stehen ermöglicht. Zuvor hieß es mehrfach, die Oculus Rift sei ausschließlich für „seated experiences“ geeignet – also nur im Sitzen. Die Ankündigung von HTC und Valves Konkurrenzbrille Vive dürfte nicht ganz unschuldig an Oculus’ Kurswechsel gewesen sein; die Valve-Brille (siehe c’t 8/15) erlaubt freies Herumlaufen in bis zu 25 Quadratmeter großen Räumen.

Vermutlich wird die finale Hardware dem „Crescent Bay“-Prototyp ähneln, den Oculus bereits auf mehreren Messen präsentiert hat. Die Crescent-Bay-Brille ist leichter als das schon länger erhältliche DK2-Entwicklermodell, hat eingebaute Kopfhörer und zeigt weniger Pixelraster. Anders als die beiden Rift-Entwicklermodelle DK1 und DK2 kommen im Crescent-Bay-Prototyp zwei kleine statt ein großes Display zum Einsatz – deren Auflösung wird bislang noch geheim gehalten.

Unklar ist außerdem, ob Oculus ihrer Consumer-Brille spezielle Controller beilegt. Mit Maus und Tastatur funktioniert Virtual Reality nämlich nur sehr unbefriedigend. Zudem ist die Namenssituation in Deutschland problematisch: Nach einer einstweiligen Verfügung der Oculus Optikgeräte GmbH dürfen die Rift-Brillen in Deutschland nicht unter dem Namen „Oculus“ verkauft werden. Oculus VR kann allerdings Widerspruch einlegen. (jkj@ct.de)

LG Watch Urbane mit Android Wear 5.1

LGs zweite Smartwatch mit rundem Display ist ab sofort für 350 Euro im deutschen Google Store erhältlich. Die Urbane ist damit etwa 100 Euro teurer als die ebenfalls runde G Watch R. Technisch ähnelt sie ihrer Vorgängerin stark: In beiden steckt ein OLED-Display mit 320 × 320 Pixeln sowie ein Qualcomm Snapdragon 400 mit 1,2 GHz Taktfrequenz, 512 MByte Arbeitsspeicher und 4 GByte Flash-Speicher. Die Akku-Kapazität ist ebenfalls bei 410 mAh geblieben – damit dürfte die Smartwatch rund anderthalb Tage durchhalten.

Die Urbane ist die erste Smartwatch mit Android Wear 5.1. Diese neue Version merzt einige Schwächen des bisherigen Smartwatch-Betriebssystem aus. So öffnet ein einfaches Tippen aufs Zifferblatt nun eine Liste mit allen Android-Wear-Apps – vorbei sind die Zeiten, in denen man dafür eine gefühlte Ewigkeit auf dem winzigen Display hin- und herscrollen musste.

Wischt man im neuen Menü nach links, gelangt man zu favorisierten Kontakten. Von dort lassen sich Mails oder SMS-Nachrichten mit einem Fingertipp verschicken und Kontakte anrufen. Ebenfalls neu: Durch Benachrichtigungen und Infokarten kann man statt mit Wischgesten jetzt auch durch Drehen des Handgelenks blättern.

Außerdem unterstützt Android Wear 5.1 auch WLAN: Für ihre smarten Funktionen muss die Urbane nicht mehr zwingend per Bluetooth an das Handy gekoppelt sein – es reicht, wenn beide Geräte über WLAN mit dem Internet verbunden sind. Mit bereits im Handy eingerichteten Netzwerken verbindet sich die Uhr automatisch. Von der WLAN-Unterstützung profitieren jedoch nur Besitzer von Sonys Smartwatch 3, Motorolas Moto 360 und Asus’ Zenwatch; bei LGs G Watch R wird sich nach aktuellem Stand kein WLAN aktivieren lassen. (spo@ct.de)

Microsoft Hololens lernt Körpersprache

Anfang Mai erhielt Microsoft ein Patent rund um Augmented-Reality-Brillen; nur einen Tag später präsentierte das Unternehmen den ersten Prototyp seiner AR-Brille Hololens (siehe S. 16). Die im Patent beschriebene Technik geht allerdings weit über die auf der Build-Konferenz gezeigte Hololens hinaus. So macht die angemeldete Methode beispielsweise die Position zum Einfügen oder Auswählen virtueller Objekte nicht mehr grob an der Ausrichtung der Brille fest, sondern per Eye Tracking an der realen Blickrichtung und dem Fokuspunkt des Trägers.

Außerdem sollen neben dem gesprochenen Wort künftig auch die Geräusche in der Umgebung erfasst werden. Zusätzlich nimmt eine Kamera laut Patent Gestik und Mimik von Personen in der Umgebung auf. Die Messdaten sollen mit in einer Datenbank hinterlegten Gesten, Körperhaltungen und Sprechgeschwindigkeiten abgeglichen werden, um Rückschlüsse auf den aktuellen Gefühlszustand zu erlauben. Die Analyse erfolgt drahtlos durch vernetzte Server. Direkt in der patentierten AR-Brille oder dem angeschlossenen Modul sollen nur weniger aufwendige Prozesse wie das Eye-Tracking und die Spracherkennung laufen. Letzteres ist offenbar auch beim Hololens-Prototyp der Fall.

Mit der neuen Technik soll die Brille auf einer Firmenfeier beispielsweise nach bekannten Gesichtern in der Menge suchen und deren Emotionen analysieren, bei einer geschäftlichen Präsentation hingegen die Gesamthaltung des Publikums erfassen und auswerten. (uk@ct.de)

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